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Pokerstrategie | Texas Hold'em Strategie

Die nervende Donkbet. Oder: Vom Sinn und Unsinn einer Online Poker Sitte

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Diese typische Situation kennt jeder Pokerspieler, ganz besonders aber wer im Online Poker unterwegs ist: In einem No Limit Hold’em Turnier stehen die Blinds bei 50/100, Hero freut sich am Button über As Qs, es gibt einen Limp aus mittlerer Position, und Hero feuert einen satten Raise auf 400 ab. Nur der Big Blind callt. Auf dem Tisch liegen nun 950. Der Flop kommt reichlich disparat mit 8h, 6c und 2s. Überraschenderweise eröffnet der Gegner nun mit zarten 200 Chips, deutlich weniger als eine „normale“ Coninuation Bet (standardmäßig 1/2 bis 2/3 des Pots) erfordern würde. Was ist der Sinn dieser Mini-Bet, und wie reagiert man besten darauf?

Hinter einer Donkbet – einer kleinen Bet, mit der Spieler out of Position (OOP) eine Setzrunde eröffnet – können mehrere Überlegungen stehen. Sie sind fünf Kategorien zuzuordnen. Die ersten drei riechen ziemlich stark nach „Fisch“, sind also typisch für Anfänger oder notorisch schlechte Spieler angestellt.

Welchen Zweck kann eine Donkbet verfolgen?

a) Die Donkbet wird als Probe-Bet platziert, weil man glaubt, aus der Reaktion des Gegners auf seinen Hand schließen zu können.
Das ist der albernste Grund – Probe-Bets sind völlig sinnlos, weil man damit meistens nur Chips verplempert, denn die Reaktion des Gegners auf eine kleine Bet sagt nichts über seine Hand aus (es sei denn, er foldet). Warum das so ist, sehen wir gleich.
b) Man setzt einen kleinen Betrag, weil man will, dass der Gegner foldet.

Im Ernst, wer kann denken, dass er damit zum Ziel kommt? Eine Donkbet ist meistens viel zu klein, um einen Gegner zu erschrecken. Bluffen geht anders.

c) Man hat eine halbwegs starke Hand und erhofft sich mit einer kleinen Bet einen Call, der mehr Chips in den Pot bringen soll.
Warum kleckern? Min-Bets bringen nur wenig Profit, da hätte man auch gleich höher angreifen können. Zumal ein leichtgemachter Call ja auch die Chance für den Gegner vergrößert, auf Turn oder River doch noch gut zu treffen. Und was will man mit einer mittelprächtigen Hand tun, wenn der Andere kräftig reraist?

Eine gute Gelegenheit, Praxis im Umgang mit Donkbets zu gewinnen und selbst als Poker-Neuling Profit aus ihnen zu ziehen gibt es übrigens in den Freerolls und Anfängerturnieren, die zum Begrüßungspaket für Ersteinzahler bei Titan Online Poker gehören und mehrere Monate Pokererfahrung kostenlos oder zu ganz kleinen Buy-ins ermöglichen. Kommen wir nun aber zu den Gründen für kleine Bets OOP, die auch von Profis angewandt werden, besonders wenn sie es mit Gegnern zu tun haben, die sie gut einschätzen können.
d) Der Gegner soll reraisen.

Da der Reraise die Lehrbuch-Reaktion auf eine Donkbet ist, setzen gewiefte Spieler sie gerne ein, wenn sie eine wirklich starke Hand und ihr Gegenüber als loosen Spieler identifiziert haben, der schnell in die Falle zu locken ist. Bevor man also zum klassisch-korrekten Schlag ausholt, macht es Sinn sich zu überlegen, was der Gegner tatsächlich am liebsten von einem hätte. Ähnliches gilt auch für den fünften Grund:

e) Man will sich den Turn/den River billig anschauen, befürchtet aber eine hohe Bet vom Gegner und setzt lieber selber, in der Hoffnung dass der andere nur callt.
Das kann natürlich klappen. Andererseits könnte es sein, dass der Gegner das ganz prima findet, weil er selbst nur eine mittelprächtige Hand oder einen einigermaßen interessanten Draw hat.