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Stu Unger war ein Verlierer


Von: jbharshaw
Aktualisiert: Mär 6, 2007
Leser: 1534
Wie oft hast du schon gehört, dass Stu Unger der größte Spieler aller Zeiten war? Also, wenn es beim Poker um den langfristigen Erfolg geht, war Stu Unger ein Verlierer. Er war sicherlich einer der besten Spieler, der je einen Flop gesehen hat, aber auf lange Sicht? Ich kenne viele begabte Kartenspieler, die beim Poker verlieren.

Meistens hat es mit einer großen Schwäche in ihrem Spiel zu tun, schlechtes Bankroll Management. Unger oder sogar Mike the Mouth könnten ihr Vorzeigekind sein. Für sie heißt es immer alles oder nichts, und es ist viel einfacher "nichts" aus "alles" zu machen als "alles" aus "nichts".

Früher oder später wird ein weniger begabter Spieler Glück haben. Im letzten Jahr habe ich Mike viel beim Poker Spielen zugesehen und er musste sicherlich ein Paar harte Bad Beats einstecken, aber er ist ein Verlierer, weil er seinen Bankroll nicht respektiert. Anstatt innerhalb ihres Limits zu spielen, riskieren diese Spieler alles an den höchsten Levels, wo die Pay-Outs zwar groß sind, aber die Verluste verheerend sein können. Spieler wie Unger und Mike leihen sich oft große Summen, um im "Big Game" zu bleiben, aber müssen dann auch diese Darlehen wieder abbezahlen, bevor ihr Bankroll wirklich ihnen gehört. Diese Spieler weisen eine Eigenschaft auf, die sie zum Verlierer macht, nähmlich das schlechte Bankroll Management.

Also, wie entgehen wir dieser Falle? Ein großer Bankroll im Vergleich zu den Limits, die wir spielen, ist das wichtigste. Wenn wir in einem Spiel einen großen Prozentsatz unseres Bankrolls riskieren, setzen wir unsere Existenz als Pokerspieler aufs Spiel. Unser Bankroll ist unser Kapital. Wir verwenden es, um Geld zu machen. Je kleiner unser Bankroll ist, umso weniger Geld machen wir. Wir sollten es vermeiden, Risiken einzugehen, die diesen Bankroll aufs Spiel setzen. Damit sage ich nicht, dass du es nicht gelegentlich mal mit einem etwas größerem Limit oder Buy In versuchen solltest, aber es sollte eine Ausnahme sein und nicht zur Regelmäßigkeit werden. Wenn du in einem Spiel mehr als 20% deines Bankrolls riskierst und verlierst, wirst du lange brauchen, diesen Verlust bei kleineren Limits wieder zurückzugewinnen. Oft motiviert dies die Spieler, es noch mal mit den größeren Limits zu versuchen und sie verlieren erneut 20% ihres Bankrolls. Die einzige Lösung ist die, ein "Grinder" zu sein. Baue deinen Bankroll langsam an den kleineren Limits auf, bis dein Bankroll groß genug ist, einige Verluste an höheren Limits wegzustecken. Gestalte einen Plan und halte dich daran. Mein Vorschlag (für Limit Tische) ist immer über einen Bankroll zu verfügen, der 400 mal so groß ist wie der Big Bet an den Tischen, an denen du spielst. Das heißt, wenn der Big Bet an deinem Tisch $0.04 ist, solltest du $16 auf deinem Konto haben, für einen Tisch mit einem Big Bet von $1 solltest du $400 auf deinem Konto haben usw.

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Ein weiterer Grund, warum sich dein Bankroll verkleinern könnte, und was viele Spieler oft übersehen, sind deine Auszahlungen. Wenn du Geld auszahlst, um dir einen Plasma Fernseher zu kaufen, oder dir eine Reise nach Las Vegas zu gönnen, verkleinert dies deinen Bankroll und somit deinen potentiellen Gewinn. Natürlich sollten Auszahlungen das Ziel eines jeden Poker Spielers sein, aber denke gut nach, bevor du sie tätigst und lasse dein Geld am besten in deinem Bankroll, wenn es kein absoluter Notfall ist.

Für No Limit und Turniere sieht die Sache ein bisschen anders aus. Der beste Weg, deinen Bankroll hierfür zu errechnen, ist mit Hilfe des so genannten Kelly Kriteriums. Es weißt zwar einige Mängel auf, aber er ist trotzdem eine gute Schätzung. Im Grunde läuft es hierauf hinaus: Wenn du 2 Mal so gut bist wie alle deine Gegner an einem 10-Spieler Tisch, kannst du 9.8% deines Bankrolls riskieren, also sollte dein Bankroll 10 Mal so groß sein wie der Maximale Buy-In für den Tisch.

Wenn du 1.5 Mal so gut bist wie alle deine Gegner, sollte der Maximale Buy-In höchstens 4.4% deines Bankrolls betragen. In den meisten Spielen ist der Unterschied zwischen Spielern jedoch höchstens 1.1%-1.2%. Das heißt, dass du nur 1.5%-2% deines Bankrolls riskieren solltest. Daher sollte dein Bankroll 50 Mal so groß sein wie der Maximale Buy-In für den Tisch, an dem du spielst.

Bemerke: Ich sollte dazu sagen, dass der Unterschied zwischen Spielern wirklich ziemlich klein ist. Nur die aller besten Spieler der Welt würden 2 Mal so gut sein wie ihre Gegner, wenn sie an einem Tisch mit durchschnittlichen Spielern sitzen. Zum Glück gibt es in jedem Spiel immer mal wieder ein Paar unterdurchschnittliche Spieler, die das Spiel interessant machen.

Also, was ist das Fazit? Halte deinen Bankroll groß im Vergleich zu den Limits, die du spielst. Das Geld in deinem Bankroll ist dein Kapital. Vermische es nicht mit dem Geld für deine täglichen Ausgaben. Vielleicht erinnerst du dich an diesen Artikel, Bankroll Management. Hier findest du eine gute Einschätzung, wie groß dein Bankroll sein sollte, wenn du ein Profi Spieler werden willst. Wenn du deinen Bankroll mit deinem Geld für tägliche Ausgaben vermischst, dann ist es dir mit dem Poker Spielen nicht Ernst. Du bist einfach nur ein Spieler, der hin und wieder mal gewinnt (oder verliert). Und zum Schluss, sei ein "Grinder".

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