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Slow-Playen von Starken Hands Pre-Flop


Von: Geiststaat
Aktualisiert: Aug 25, 2008
Leser: 1226
340x223-img45a4f7f76cdbc.pngLaut David Sklansky gewinnst du Geld, wenn deine Gegner anders spielen als sie es tun würden, wenn sie wüssten, was du auf der Hand hast. In seinem Buch The Theory of Poker bezeichnet Sklansky dieses Konzept als die "Fundamentale Theorie des Poker." Es ist offensichtlich, dass wenn du bluffst und dein Gegner das beste Blatt foldet, du gewinnst. Weniger offensichtlich ist es, wenn du deinen Gegner dazu bringst zu callen, obwohl er schlechte Odds hat und du gewinnst. Das Ziel von erfolgreichem Poker ist es, Geld zu gewinnen. Kurzfristig gesehen kannst du mit verrückten Calls oder Raises zwar Geld gewinnen, aber auf lange Sicht machst du das meiste Geld, wenn du in bestimmten Situationen den richtigen Zug machst. Heute will ich über das Spielen von starken Blättern vor dem Flop in Limit Holdem sprechen.

Die traditionelle Weisheit von Limit Holdem besagt, dass du mit einem starken Blatt vor dem Flop raisen solltest. In letzter Zeit hört man jedoch immer öfter von der Theorie, dass man mit starken Blättern nur checken oder limpen sollte. Und zwar aus zwei Gründen. Erstens verbirgt man dadurch, was für ein Blatt man auf der Hand hat, was dazu führen kann, dass man gegen mittelmäßige Blätter mehr Geld gewinnt. Zweitens, indem du den Pot klein hältst, kannst du deine Gegner dazu bringen, Fehler zu machen, indem sie mit schlechten Odds callen. Diese zwei Gründe sind eng verbunden, da ein Spieler, der dich mit einem mittelmäßigen Blatt callt, offensichtlich einen Fehler macht, aber der zweite Grund bezieht sich mehr auf Pot Odds. Haben deine Gegner die richtigen Odds, um zu callen und die nächste Karte zu sehen? Wenn ja, hast du sie nicht dazu gebracht, einen Fehler zu machen. Ich möchte mich auf diesen zweiten Grund konzentrieren, weil ich glaube, dass er dazu führt, dass man sein Blatt gegen bestimmte Gegner nicht optimal spielt.

Las uns zuerst mit den Argumenten beginnen, die diese neue Angehensweise befürworten. Sagen wir, du bist Big Blind und kriegst A-A. Ein Spieler in mittlerer Position, den wir einfach mal Fisch nennen, limpt. Der Spieler vor dem Button limpt, ein guter Spieler auf dem Button limpt und der Small Blind geht auch mit.

In Szenario #1 nehmen wir an, dass du erhöhst und alle vier Spieler gehen mit. Der Flop zeigt 9410. Der Small Blind checkt und du setzt. Fisch geht mit, der Spieler vor dem Button foldet, der Button raist und der Small Blind foldet.

Du glaubst, du liegst immer noch in Führung und das es sehr unwahrscheinlich ist, dass Fisch raisen wird, also callst du nur in der Hoffnung, dass du nach dem Turn immer noch in Führung liegst. Die Turn Karte ist 2♠, was für dich so ziemlich die beste Karte ist, die hätte kommen können, also setzt du, Fisch und der Button gehen mit. Die River Karte ist eine 7♠ und du setzt erneut. Dieses Mal raist Fisch, der Button foldet und du foldest auch, da Fisch was besseres haben muss als ein Paar, um zwei Spieler auf dem River zu raisen.

Es stellt sich heraus das Fisch 9♣7 auf der Hand hatte und auf dem River sein zweites Paar getroffen hat.
Zuerst mag dies so aussehen, als hätte Fisch einfach nur Glück gehabt, aber wenn wir uns die Situation genauer betrachten, werden wir sehen, dass Fisch die richtigen Odds hatte, um zu callen. Als du auf dem Flop erhöht hattest, waren 11 Small Bets im Pot, also hatte Fisch Pot Odds von 11 zu 1, um zwei Paare oder eine dritte 9 zu treffen. Mit 5 möglichen Karten wird er 10.64% der Zeit eine dieser Karten auf dem Turn treffen, was bedeutet, dass er eine Chance von 8.4 zu 1 hat eine dieser Karten zu treffen. Daher hat Fisch genau das richtige gemacht, indem er deinen Bet gecallt hat, und sicherlich auch den Raise vom Button. Auf dem Turn besteht der Pot aus 9 Big Bets, also hat Fisch Odds von 9 zu 1, um deinen Bet zu callen. Die Wahrscheinlichkeit jetzt noch eine seiner Karten zu treffen liegt bei 10.87%, also haben sich seine Chancen sogar noch verbessert und liegen jetzt bei 8.2 zu 1, womit er wieder die richtigen Odds hat diesen Bet zu callen. Dein Raise vor dem Flop hat also dazu geführt, dass Fisch die richtigen Odds hatte mit einem mittleren Pärchen und einem schlechten Kicker zu callen.

Was passiert jedoch, wenn du deine Asse vor dem Flop nur checkst? Wenn du jetzt nach dem Flop setzt, hat Fisch Pot Odds von nur 6 zu 1 und würde daher einen Fehler machen, wenn er callen würde, weil die Wahrscheinlichkeit eine Karte zu treffen immer noch bei 8.4 zu 1 liegt. Nach dem Turn hätte Fisch Pot Odds von 6.5 zu 1 und würde mit einem Call wieder einen Fehler machen. Slow-Playing von Assen vor dem Flop führt also dazu, dass der Pot kleiner ist, wodurch du Fisch dazu bringen kannst, nach dem Flop und nach dem Turn einen Fehler zu machen. Laut Sklanskys fundamentaler Theorie machst du Geld, wenn du andere Spieler dazu bringst, Fehler zu machen, also machst du Geld, indem du den Pot klein hältst.

Es scheint also, als würde die traditionelle Weisheit ein wenig in Gefahr sein, aber las uns diese Situation mal aus einer anderen Perspektive betrachten. Das Ziel ist es, Geld zu machen. Als Favorit, machst du mehr Geld mit kleinen Pot oder großen Pots? Die eher einfache Antwort ist große Pots. Sogar wenn du deine Gegner nicht dazu bringst, Fehler zu machen, wirst du auf langer Sicht mehr Geld machen, wenn du vor dem Flop erhöhst.

Las uns mal die Zahlen betrachten. Nehmen wir an, die ersten 4 Karten kommen wie im vorangegangenen Beispiel. In diesem Fall werden deine Asse 88.13% der Zeit erfolgreich sein, Fisch und der Button werden auf dem River folden und du gewinnst jedes Mal 8 Big Bets. 10.87% der Zeit wird Fish auf dem River treffen und du verlierst 4 Big Bets. Auf langer Sicht gesehen gewinnst du also im Durchschnitt 6.62 Big Bets, wenn du vor dem Flop erhöhst und das Blatt bis zum River durchgespielt wird, und nur 4.47 Big Bets, wenn du vor dem Flop nur checkst.

Die neue Weisheit macht offensichtlich Sinn. Du wirst davon profitieren, wenn andere Spieler Fehler machen. Wie wir gesehen haben, hat Fisch keinen Fehler gemacht, indem er dem größeren Pot hinterher gejagt hat, aber schon als der Pot kleiner war. Ich glaube jedoch, dass der große Unterschied in der Pre-Flop Entscheidung liegt. Indem du vor dem Flop erhöhst, bringst du deine Gegner schon dann dazu, einen Fehler zu machen. Hierdurch gewinnst du auf lange Sicht mehr Geld als um kleine Pots zu spielen und deine Gegner nach dem Flop und dem Turn zu Fehlern zu zwingen.
Wenn du ein Blatt wie A-A auf der Hand hast, bist du vor dem Flop der Favorit und jeder, der dich callt, macht wohlmöglich einen Fehler. Wenn jedoch genug Spieler limpen, erhalten deine Gegner die richtigen Odds, um zu callen.

Wenn, zum Beispiel, der Small Blind 3-3 auf der Hand hat, hat dieser Spieler die richtigen Odds, um erst den Small Blind zu vervollständigen und danach deinen Raise zu callen. Bei einem Pocket Pair stehen die Chancen 8.5 zu 1, dass sich das Blatt auf dem Flop verbessert und die Pot Odds Pre-Flop wären 9 zu 1, nachdem du geraist hast, also hätte dieser Spieler die richtigen Odds, um zu callen.
Wenn du vor dem Flop nicht erhöhst, kostest du dir selber Geld. Das Ziel von Poker ist es, so viel Geld zu gewinnen, wie möglich, also würdest du, zumindest in diesem Beispiel, selber einen Fehler machen, wenn du versucht, den Pot klein zu halten, um andere Gegner zu einem Fehler zu zwingen. Besonders in einem Limit Spiel ist der größte Fehler, den viele Spieler begehen, der, dass sie ihre Pre-Flop Hands nicht sorgfältig auswählen, wodurch du dir in diesem Fall einen Vorteil verschaffen kannst. Obwohl ich glaube, dass es ein Fehler ist, ein Blatt zu checken, um deine Gegner zu Fehlern zu zwingen, ist es in gewissen Situationen der richtige Zug, wenn du versuchst, deine Gegner hinters Licht zu führen, was deine Handstärke betrifft.

Wenn du an einem Tisch voll mit Fischen sitzt, lohnt es sich nicht, dein Blatt zu verstecken. Diese Spieler achten selten darauf, was der Gegner macht und konzentrieren sich nur auf ihr eigenes Blatt. Traditionelle Weisheit trifft hier auch zu. Die beste Strategie gegen schwache Spieler ist die, dass du versuchst, so viel aus deinem Blatt herauszuholen, wie möglich. Aber je besser die Gegner werden, umso mehr musst du dein Spiel variieren. Dies kann deine Gegner dazu bringen, Fehler zu machen, indem sie mit ihrem Top Pair und gutem Kicker callen, obwohl du ein Overpair auf der Hand hast. Wenn du dann am Ende dein Blatt zeigst, wissen die anderen Spieler, dass du unberechenbar bist und es gut sein kann, dass du ein Monster auf der Hand hast, obwohl du vor dem Flop nur gelimpt oder gecheckt hast. Hierdurch kannst du auch mit deinen schwächeren Hands einige Pots gewinnen. Je unberechenbarer du bist, desto schwieriger ist es für andere Spieler gegen dich zu spielen.

 



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