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Pokerstrategie | Pro Poker Strategie

Bankroll Berücksichtigungen für Profis und Halbprofis

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In einem meiner früheren Artikel (Wir rücken nach oben - Teil II: Bankroll ) ging es um Bankroll Management für Amateur Spieler. Der Amateur muss beim Poker Spielen keinen Gewinn machen und kann es sich daher leisten mehr Risiko einzugehen wie jemand der mit Poker seinen Lebensunterhalt verdient. In diesem Artikel will ich einige wichtige Aspekte des Bankroll Managements für Profis und Halbprofis besprechen, wie zum Beispiel der Zweck des Bankrolls, die Beziehung zwischen dem Bankroll und die Limits die du spielst, das Aufrücken in Limits, deinen Bankroll wachsen zu lassen und das Setzen von Zielen im Bezug auf deinen Profit.

Lass uns zuerst den Zweck des Bankrolls besprechen. Was genau ist der Sinn eines Bankrolls und wieso ist er wichtig? Im Wesentlichen ermöglicht dir dein Bankroll in Spiele zu "investieren", und je höher das Level, umso mehr Profit kannst du machen. Daher ist es der Bankroll, der einem Poker Spieler erlaubt Geld zu machen. Natürlich kannst du dich mit deinem gesamten Bankroll an einem Tisch setzen und eventuell einen hohen Profit machen, aber es besteht auch die Gefahr dass du alles verlierst, womit deine Karriere als Poker Spieler vorbei währe.

Der Professionelle Spieler muss einen Mittelweg finden zwischen maximalen Profit und minimalem, oder zumindest akzeptables, Risiko. So erlaubt einem der Bankroll fast unbegrenzt Poker zu spielen und einen ordentlichen Profit zu machen. Der Bankroll ist nur ein Mittel zum Zweck (Profit zu machen). Der Bankroll selber ist nicht dein Profit. Sollte sich dein Bankroll also nach einer schlechten Woche verkleinert haben, ist dies kein Grund für Besorgnis. Dein Bankroll ist nur ein Werkzeug, welches du benutzt um Profit zu machen. Trotzdem ist es ein sehr wichtiges Werkzeug und du solltest vorsichtig damit umgehen.

Was genau ist die Beziehung zwischen deinem Bankroll und den Levels die du spielen kannst? Wie alle Poker Spieler wissen, gibt es in diesem Spiel Höhen und Tiefen. Bad Beats kommen vor, und manchmal auch über einen längeren Zeitraum. Das ist das Risiko beim Poker. Gegen eine solche Pechsträhne kannst du nichts machen, aber du kannst die Auswirkungen minimieren. Mit einem Bankroll der groß genug ist um diese Verluste wegzustecken kannst du mit ziemlicher Sicherheit unbegrenzt Poker Spielen und Profit machen. Ein Spieler mit einem Bankroll von $100k kann zum Beispiel so lange wie er oder sie will $1/$2 No Limit Spielen. Mit einem solchen Bankroll könnte der Spieler jedoch auch höhere Limits spielen und dadurch seinen Profit vergrößern, aber wo genau liegt die Grenze?

Dies bringt uns zu der Frage wie groß ein Bankroll sein sollte um bestimmte Limits zu spielen. Es gibt auf diese Fragen einige Antworten, aber ich werde in diesem Artikel nur 3, oder besser gesagt 2 ½ dieser Antworten besprechen. Die Erste ist die Konventionelle Regel für Big Bets und Buy-Ins. Im Limit Poker besagt die Konventionelle Regel dass du über einen Bankroll von 300 Big Bets verfügen solltest. Wenn du also ein $5/$10 Limit Spiel spielen willst, sollte dein Bankroll $3,000 betragen. In No Limit Poker sollte du über einen Bankroll von 20 Buy-Ins, oder 2000 Big Blinds verfügen. Wenn du also in einem $2/$4 Spiel spielen willst, sollte dein Bankroll $8,000 betragen.

Chris Ferguson's Antwort auf die Frage ähnelt der Konventionellen Regel. Er ist der Ansicht dass du dich nie mit mehr als 5% deines Bankrolls an einen Tisch setzen solltest, und sobald dein Stack am Tisch 10% deines Bankrolls erreicht hat, solltest du den Tisch verlassen. Für No Limit Spiele kommt dies aufs Gleiche hinaus wie die Konventionelle Regel, da 5% von $8,000 $400 ist (der Buy-In für einen $2/$4 Tisch). Mann könnte dies auch für Limit Spiele anwenden, aber ohne einen festgesetzten Buy-In für den Tisch könnte dies auch schief gehen. Ein Spieler mit einem Bankroll von $100 könnte sich zum Beispiel entscheiden, sich mit $5 an einen $1/$2 Tisch zu setzen. Daher ist es wohl das Beste, die 5% Regel nur für No Limit Spiele anzuwenden.

Die dritte Strategie bezieht sich auf den Risiko Faktor. Hier basierst du deinen Bankroll und die Limits die du spielst auf deinen Spiel-Stil und das damit verbundene Risiko. Diese Strategie hat den Vorteil dass sie auf dich persönlich zugeschnitten ist. Was du hierfür brauchst ist deine Gewinn-Rate und deine Standardabweichung. Ich gehe mal davon aus das die Leser wissen was Gewinn-Rate bedeutet, also erklär ich nur die Standardabweichung. Standardabweichung misst in wie weit dein Gewinn oder Verlust während jeder Session von deiner Gewinn-Rate abweicht. Nehmen wir einmal an deine Gewinn-Rate ist $16 pro Stunde. Wenn du 5 Sessions von einer Stunde spielst mit den unten gezeigten Ergebnissen, wäre deine Standardabweichung $68.95 pro Stunde

Session 1-won $30
Session 2-lost $50
Session 3-lost $100
Session 4-won $75
Session 5-won $125

Wie errechnet man die Standardabweichung? Wenn du ein Programm wie Poker Tracker benutzt, wird dieses Programm es höchstwahrscheinlich für dich errechnen, aber wenn nicht musst du es selber tun. Sobald du weißt wie es geht, ist es ziemlich einfach. Zu erst musst du alle Gewinne/Verluste deiner Sessions pro Stunde errechnen. Im oben genannten Beispiel hab ich es einfach gemacht in dem ich festgelegt habe das alle Sessions 1 Stunde gedauert haben. Wenn die erste Session jedoch 2 Stunden gedauert hätte, würde mein Gewinn pro Stunde lediglich $15 betragen, anstatt $30. Nach dem du dies gemacht hast, musst du den Unterschied zwischen den Resultaten deiner Sessions und deiner Gewinn-Rate ermitteln. Für die erste Session würdest du dafür $16 von $30 abziehen, womit du auf $14 kommst, und das Selbe macht du auch für die anderen Sessions. Dann musst du alle diese Zahlen quadrieren, zum Beispiel $14 x $14, und so weiter. Diese Ergebnisse addierst du und teilst sie durch die Anzahl von Sessions.

In diesem Fall würdest du also 23,770 durch 5 teilen (die Anzahl der Sessions), womit du auf 4754 kommst. Diese Zahl ist deine Abweichung. Um die Standardabweichung zu ermitteln musst du dann die Quadratwurzel von dieser Zahl errechnen, die in diesem Fall $68.95 beträgt. Um die Größe deines erforderlichen Bankrolls zu ermitteln brachst du jedoch nur deine Abweichung (in diesem Beispiel 4754). Und nebenbei, du solltest für diese Berechnung die Resultat von mindestens 30 Sessions benutzen um ein akkurates Ergebnis zu erhalten. Ich habe jetzt nur % benutzt um es einfacher zu machen.

Wenn wir diese Zahlen einmal haben können wir herausfinden, wie groß unser Bankroll sein sollte. Die Formel hierzu ist: -(Abweichung)/(Gewinn-Rate x 2)m(Risk of Ruin)*. m ist hier das Zeichen für den Natürlichen Logarithmus. Was dein Risk of Ruin ist kannst du selber entscheiden, aber wenn du professionell spielst sollte er mindestens 1% betragen. Das bedeutet dass deinen Chancen pleite zu gehen bei 1 zu 100 liegen. Der Natürliche Logarithmus von 1% ist übrigen -4.605. Bei einem Risk of Ruin von 1% in unserem Beispiel kommen wir zu folgendem Ergebnis: -(4754)/(16 x 2)m(1%) = -(4754/32)(-4.605) = 684.13. Also, in unserem Beispiel braucht ein Profi einen Bankroll von $684.13 bei einem Risk of Ruin von 1%.

*Risk of Ruin ist die Wahrscheinlichkeit das deine Standardabweichungen dazu führen das du deinen gesamten Bankroll verlierst bevor du anfängst zu gewinnen.

Eine Sache solltest du aber noch bedenken. Wenn du jedes Mal, wenn du gewinnst, deinen Gewinn auszahlst, ist dein Risk of Ruin eigentlich 100%. Wieso? Wenn du unbegrenzt spielst ohne deinen Bankroll aufzustocken, wird die Natürliche Abweichung des Spiels letztendlich dazu führen dass dein gesamter Bankroll futsch ist. Dies kann zwar lange dauern, aber du kannst davon ausgehen das es passieren wird.

Professionelle Poker Spieler zahlen zwar einen Teil ihres Gewinns aus, aber benutzen den Rest um ihren Bankroll zu vergrößern. Diesen Rest bezeichne ich ab jetzt als Effektive Gewinn-Rate. Ich unterscheide also zwischen der Gewinn-Rate (das, was du am Tisch gewinnst) und der Effektiven Gewinn-Rate (dein Gewinn am Tisch minus den Betrag den du auszahlst). Wenn ein Profi zum Beispiel $20 pro Stunde gewinnt wenn er Poker spielt, aber davon $15 auszahlt, ist seine Effektive Gewinn-Rate nur $5 pro Stunde. Dies ist daher wichtig weil der Unterschied zwischen der Gewinn-Rate und der Effektiven Gewinn-Rate zu unterschiedlichen Bankroll Anforderungen führt. Nehmen wir an ein Spieler hat eine Gewinn-Rate von $20 Pro Stunde aber eine Effektive Gewinn-Rate von $5 pro Stunde und eine Standardabweichung von $100 pro Stunde. Mit einem Risk of Ruin von 1%, bräuchte der Spieler bei einer Gewinn-Rate von $20 pro Stunde einen Bankroll von $1151.25. Wenn wir jedoch die Effektive Gewinn-Rate verwenden ($5), bräuchte der Spieler einen Bankroll von $4,605. Das ist ein ziemlicher Unterschied.

Dieser Unterschied unterstreicht noch mal den Vorteil dieser Bankroll Strategie gegenüber den ersten zwei Strategien. Weder die Konventionelle Regel noch Ferguson's Strategie ziehen den Unterschied zwischen der Gewinn-Rate und der Effektiven Gewinn-Rate in Betracht. Dazu kommt dass beide Strategien nicht die unterschiedlichen Gewinn-Raten und Standardabweichungen verschiedener Spieler in Betracht ziehen. Ferguson's Strategie mag zwar ausreichen wenn es darum geht Bankroll-Probleme zu vermeiden, aber kann auch dazu führen das ein Spieler nicht das volle Potenzial seines Bankrolls ausschöpft. Die Konventionelle Regel kann Spieler in die Irre führen und sie glauben lassen dass sie einen größeren Bankroll brauchen als es eigentlich der Fall ist.

Ein wichtiger Grund warum du deine Bankroll Anforderungen errechnen solltest ist um zu wissen woran du bist. Wenn du weißt dass dein Bankroll groß genug ist so dass die Chancen, dass du pleite gehst, bei 1 zu 100 oder 1 zu 1000 stehen, gibt dir das die nötige Ruhe um dich auf dein Spiel zu konzentrieren. Deine Psychologische Verfassung ist ein wichtiger Bestandteil für ein erfolgreiches Poker Spiel, und wenn du diese drei Regeln verstehst und sie befolgst, können sie dir den nötigen Seelenfrieden verleihen um profitabel Poker zu spielen.

Fortsetzung in Bankroll Berücksichtigungen Teil II