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Pokerstrategie | Pro Poker Strategie

Bankroll Berücksichtigungen für Profis und Halbprofis Teil II

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Ich empfehle, zuerst Bankroll Berücksichtigungen Teil I zu lesen bevor du mit Teil II anfängst.

So, jetzt können wir das Vorangegangene dafür benutzen, um einen Bankroll Plan zu erstellen. Wie solltest du vorgehen? Zuerst solltest du entscheiden, wie hoch dein "Gehalt" sein sollte. Wenn du vorhast, auf unbestimmte Zeit zu spielen, solltest du entscheiden wie viel du Pro Jahr verdienen willst. Wenn du nur vorhast, einige Monate zu spielen, solltest du dir ein Monatliches Ziel setzen. Sagen wir du setzt dir das Ziel um jährlich $30k zu verdienen.

Danach solltest du entscheiden wie viele Stunden am Tag oder in der Woche du mit Poker Spielen verbringen willst. Nehmen wir an, du willst 30 Stunden pro Woche Spielen. Du musst auch festlegen wie viele Stunden am Tag du spielen musst um dein gesetztes Ziel zu erreichen. Hiefür musst du dich entscheiden wie viel von deinem Gewinn du auszahlen willst. Nehmen wir an deine Gewinn-Rate ist $20 pro Stunde, und du willst davon $15 pro Stunde auszahlen. Das bedeutet, du musst im Jahr insgesamt 2000 Stunden spielen, oder 38.46 Stunden pro Woche, um am Jahresende auf $30k zu kommen. Das bedeutet dass du mit deinen 30 Stunden pro Woche nicht auf dein erwünschtes Gehalt kommst.

In diesem Fall musst du einige schwierige Entscheidungen treffen. Du musst entweder mehr Stunden spielen oder pro Stunde mehr von deinem Gewinn auszahlen, aber beide diese Optionen haben ihren Preis. Vielleicht hast du keine Lust jede Woche so viel Zeit am Pokertisch zu verbringen. Wenn du dich entscheidest, mehr von deinem Gewinn auszuzahlen, wird dein Bankroll darunter leiden und du wirst einen viel größeren Bankroll brauchen um irgendwann höhere Limits zu spielen.

Dies bringt uns zu Schritt Nummer drei. Erfüllt dein Bankroll die nötigen Bedingungen um die von dir gewünschten Limits zu spielen? Hast du 300 Big Bets für Limit oder 2000 Big Blinds für No Limit? Ist der Table Buy-In nur 5% von deinem Bankroll. Hast du einen Risk of Ruin* von weniger als 1%?

*Risk of Ruin ist die Wahrscheinlichkeit das deine Standardabweichungen dazu führen das du deinen gesamten Bankroll verlierst bevor du anfängst zu gewinnen.

Ich würde hier empfehlen, die Risk of Ruin Strategie zu verwenden um deine Bankroll Anforderungen zu bestimmen, auch wenn diese nicht mit den anderen beiden Strategien übereinstimmt. Die Risk of Ruin Strategie ist viel genauer. Wenn dein Bankroll jedoch den Anforderungen von allen drei Strategien entspricht ist dies umso besser. Zum Schluss, mache eine Liste mit deiner Gewinn-Rate, deiner Effektiven Gewinn-Rate, die Anzahl an Stunden die du spielen willst und deine Bankroll Anforderungen. Dann überlege dir gut, und sei ehrlich, ob das, was du dir vorgenommen hast, auch wirklich möglich ist. Wenn ja, dann bist du bereit um professionell Poker zu spielen. Dies hört sich alles noch ein bisschen abstrakt an, also las uns ein Paar Beispiel betrachten die den Prozess ein wenig verdeutlichen.

Beispiel 1: Ehrgeiziger junger Spieler will über den Sommer Poker Spielen um Geld zu verdienen. Ihre Ausgaben über den Sommer liegen etwa im Bereich von $4,000 ($1,250 pro Monat). Sie spielt schon seit längerem Online Limit Hold'em und spielt zurzeit $2/$4 mit einem Bankroll von $1,400. Sie würde gerne für die nächsten 12 Wochen 30 Stunden die Woche spielen und $12 pro Stunde auszahlen. Dies kommt insgesamt auf $4,320, womit sie alle ihre Rechnungen bezahlen kann, und noch ein wenig für Freizeit Beschäftigungen übrig bleibt.

Sie gewinnt zur Zeit 1BB pro Stunde pro Tisch, und sie spielt $2/$4 Limit and 4 Tischen gleichzeitig, was bedeutet das ihre Gewinn-Rate $16 pro Stunde beträgt. Sie erhält jedoch auch hin und wieder Geld durch einen Einzahlungs-Bonus, und hat sich vorgenommen für den Sommer bei einem neuen Poker Room anzufangen um von einem neuen Einzahlungs-Bonus zu profitieren, wie zum Beispiel dem von Full Tilt Poker. Dank diesem Bonus verdient sie pro Tisch im Durchschnitt $2.70 mehr die Stunde, also an 4 Tischen wäre dies $10.80 pro Stunde. Zusammen mit ihrer Gewinn-Rate kommt dies auf insgesamt $26.80 pro Stunde. Nach ungefähr 56 Stunden spielen (also knapp 2 Wochen) wird sie so ihren gesamten Bonus erhalten haben. Da wir zuerst einmal sehen wollen ob ihr Bankroll die nötigen Anforderungen erfüllt, benutzen wir fürs erste diese Gewinn-Rate ($26.80). Wenn sie $12 pro Stunde auszahlen will, hat sie eine Effektive Gewinn-Rate von $14.80 ($26.80 - $12) die in ihrem Bankroll bleiben. Ihre Standardabweichung ist $80 pro Stunde.

Erfüllt sie also die nötigen Anforderungen? Hat sie 300BB? Ja. Die Ferguson Strategie gilt nur für No Limit, also können wir die ignorieren. Hat sie einen Risk of Ruin von 1% oder weniger? Hier ist noch einmal die Formel:

-(Abweichung)/(Gewinn-Rate x 2)m(Risk of Ruin)

= -(6400/29.60)(-4.605)

= 995.68

Das bedeutet, für einen Risk of Ruin von 1% oder weniger braucht sie einen Bankroll von mindestens $995.68. Und den hat sie. Aber wird sie auch noch genug haben sobald sie ihren gesamten Bonus erhalten hat und ihre Gewinn-Rate sinkt? Ohne ihren Einzahlungs-Bonus hat sie eine Effektive Gewinn-Rate von nur $4 pro Stunde. Hierfür braucht sie einen Bankroll von $3,684. Zu diesem Zeitpunkt würde sie aber nur über einen Bankroll von knapp $2,200 verfügen. Sogar für einen Risk of Ruin von 5% bräuchte sie einen Bankroll von $2,396.80. Das heißt also, es wäre für sie ein ziemlich riskanter Sommer Job. Die Wahrscheinlichkeit dass sie ihren gesamten Bankroll verliert ist höher als 5%. Dieses Problem kann sie auch nicht lösen wenn sie mehr Stunden spielt. Sie könnte ein niedrigeres Limit Spielen (zum Beispiel $1/$2), aber dann würde sie, bei einer ähnlichen Gewinn-Rate, nicht genug gewinnen um ihre Ausgaben zu decken. Alles in allem wird es also nicht funktionieren.

Eine mögliche Lösung für dieses Problem wäre, zu einem anderen Poker Room zu wechseln um erneut von einem Einzahlungs-Bonus zu profitieren, weil dies ja beim ersten Mal schon so gut geklappt hat. Nehmen wir an dass sie sich nach 56 Stunden bei Full Tilt, bei Bodog registriert für den 10% Bonus. Das gute an diesem Bonus ist, dass er sofort auf ihr Konto eingezahlt wird. Wenn sie also ihre $2,200 einzahlt, erhält sie sofort $220 als Bonus, was ihren gesamten Bankroll auf knapp über $2,400 bringt. Dies ist aber immer noch nicht genug. Sie braucht $3,684. Wenn sie, andererseits, den Betrag auszahlt nachdem sie ihn freigespielt hat, kann sie die $220 zu ihrer Gewinn-Rate dazu rechnen.

Anders als bei Full Tilt, kann man bei Bodog nur 3 Tische zur gleichen Zeit spielen. Daher fällt ihre Gewinn-Rate auf $12 pro Stunde. Durch den neuen Bonus kann sie aber noch mal für jeden Tisch $6 pro Stunde dazu zählen, wodurch sie auf insgesamt $30 pro Stunde kommt. Da sie $12 pro Stunde auszahlen wird, liegt ihre Effektive Gewinn-Rate bei $18 pro Stunde, aber nur für ungefähr 12 Stunden, nach denen ihr Bonus frei gespielt ist. Jetzt hat sie wieder mit dem gleichen Problem zu kämpfen. Sie hat den Bonus in weniger als einer Woche frei gespielt, und muss sich nun wieder auf die Suche nach einem neuen Poker Room machen.

Dies wird praktisch den ganzen Sommer lang so weiter gehen müssen. Wenn sie dies vorher plant, kann sie vielleicht einen Zeitplan aufstellen für wann sie welchen Bonus frei spielt, um somit die profitabelste Strategie zu ermitteln. Wenn dies möglich ist, kann sie es wohl schaffen den ganzen Sommer lang Poker zu spielen, obwohl sie auch einige Zeit damit verbringen muss ihren Bankroll von einer Site auf die nächste zu überweisen. Auf einen unbegrenzten Zeitraum hört sich das für mich äußerst stressig an.

Wenn sie nun jedoch noch über eine andere Einnahmequelle verfügt und nur nebenbei Poker spielt ändert dies natürlich alles. Wenn sie einen Job hat mit dem sie die Hälfte ihrer Ausgaben bezahlen kann, braucht sie von ihrem Poker Gewinn nur $6 die Stunde auszuzahlen. Damit liegt ihre Effektive Gewinn-Rate, nachdem sie den Bonus freigespielt hat, bei $10 pro Stunde. Mit dieser Gewinn-Rate braucht sie lediglich einen Bankroll von $1,473.60. Sie fängt mit $1,400 an und wird locker $73.60 während ihrer ersten 56 Stunden dazu gewinnen. Sie kann natürlich immer noch von Poker Room zu Poker Room wechseln um von den Bonus Angeboten zu profitieren, aber sie ist nicht länger dazu gezwungen.

Das Poker Spielen als Teilzeitjob verringert eindeutig den Druck der auf deinem Bankroll lastet. Dies ist ein wichtiger Vorteil für Halbprofis im Vergleich zum Voll-Profi. Ein Vollzeit Profi zu werden ist eine Riskante Sache und muss gut durchdacht werden, denn dein Bankroll kannst du nicht so einfach ersetzen und wenn dieser weg ist, ist es mit deiner Poker Karriere vorbei.

Las uns ein zweites Beispiel betrachten in dem ein langjähriger Profi einige wichtige Entscheidungen zu treffen hat. Die erste ist wie er mit Pechsträhnen umgehen soll die seinem Bankroll erheblichen Schaden zufügen. Die zweite betrifft das Aufrücken zu höheren Limits. Wir gehen davon aus dass unser Profi schon seit zwei Jahren professionell spielt, aber davor schon einige Jahre als Amateur und Halbprofi gespielt hat. Er spielt momentan $1/$2 No Limit Hold'em und gewinnt in Durchschnitt $40 pro Stunde. Seine Standardabweichung ist ungefähr $180 und sein Bankroll beträgt $4,200.
Las uns zuerst einmal ermitteln ob sein Bankroll groß genug ist für die Limits die er spielt. $4,200 sind mehr als 2000 Big Blinds, also erfüllt sein Bankroll schon mal die Konventionelle Anforderung. Er kann sich bei den meisten Sites mit dem Maximalen Buy-In ($200) an einem Tisch setzen und liegt damit noch unter Ferguson's 5% Marke. Um den Risk of Ruin zu errechnen brauchen wir nicht nur seine Gewinn-Rate sondern auch seine Effektive Gewinn-Rate. Nehmen wir an er zahlt $20 pro Stunde aus, also beträgt seine Effektive Gewinn-Rate $20 pro Stunde. Mit dieser Gewinn-Rate braucht er einen Bankroll von $3,730, den er auch hat. Sein Bankroll erfüllt also alle drei Anforderungen.

Was passiert wenn er einige Sessions spielt und 3 oder 4 Buy-Ins verliert? Nehmen wir an er verliert $500, womit sein Bankroll nun nur noch $3,700 beträgt. Was sollte er jetzt machen? Bis diesem Bankroll ist er nur knapp über der 1% Risk of Ruin Marke, also noch kein Grund zur Panik. Nehmen wir nun aber an, seine Pechsträhne hält an und er verliert während der nächsten Session noch einmal $400. Jetzt stellt er sich die Frage, ob er ein niedrigeres Limit spielen sollte um seinen Bankroll zu schützen. Von früheren Spielen an $0.50/$1 Tischen weiß er noch das er im Durchschnitt $25 pro Stunde gewann, mit einer Standardabweichung von $90 pro Stunde. Mit $25 pro Stunde würde seine Effektive Gewinn-Rate jedoch nur $5 betragen (er zahlt $20 pro Stunde aus). Mit dieser Gewinn-Rate braucht er, für einen Risk of Ruin von 1%, einen Bankroll von $3,730, den gleichen Betrag den er braucht wenn er bei $1/$2 bleiben würde. Daher macht es für ihn mehr Sinn bei seinem jetzigen Limit zu bleiben.

Niedrigere Stakes zu spielen wird ihm nicht helfen, außer er verringert den Betrag den er auszahlt. Nehmen wir an er kann seine Auszahlungen auf $15 pro Stunde reduzieren und immer noch alle nötigen Ausgaben bezahlen. Jetzt liegt seine Effektive Gewinn-Rate an den niedrigeren Limits bei $10 pro Stunde. Für einen Risk of Ruin von 1% braucht er jetzt einen Bankroll von $1,865. Wenn er bei seinem jetzigen Limit bleiben würde, bräuchte er für einen Risk of Ruin von 1% einen Bankroll von $2,984. In beiden Fällen liegt er mit seinem jetzigen Bankroll noch gut im Soll, und er kann in Ruhe sein Spiel weiter spielen ohne befürchten zu müssen bald pleite zu sein.

Es ist sehr leicht für einen Profi plötzlich seinen gesamten Bankroll zu verlieren wenn er nicht rechtzeitig die nötigen Änderungen vornimmt. Nehmen wir an der Profi hätte seinen Risk of Ruin ignoriert und einfach so weiter gespielt wie zuvor, und seine Pechsträhne würde immer noch anhalten. Plötzlich beträgt sein Bankroll nur noch $2,000, womit sein Risk of Ruin schon über 5% ist. Auch wenn er jetzt auf ein niedrigeres Limit wechselt, kann er durch die niedrige Effektive Gewinn-Rate dieses Risiko nicht reduzieren. Sogar an den niedrigeren Stakes liegt sein Risk of Ruin jetzt bei fast 8%, was sehr gefährlich ist (die Wahrscheinlichkeit ist ähnlich wie die, dass ein Spieler mit einem niedrigeren Pocket Pair ein Set trifft nachdem du mit deinen Pocket A's nach dem Flop All-In gehst). Noch niedrigere Limits kann er nicht spielen, weil er dann seine Ausgaben nicht mehr bezahlen könnte. Jetzt kann er nur noch darauf hoffen dass er schnell wieder profitabel spielt und sich sein Bankroll wieder vergrößert.

Dieses Beispiel ist wichtig weil es zeigt dass du einige Zahlen in Betracht ziehen musst um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Du musst dir über deine Bankroll Anforderungen für dein gegenwärtiges Limit und für das niedrigere Limit im Klaren sein, damit dein Risk of Ruin nicht bei mehr als 1% liegt. Es kann gut sein dass deine Situation sich nicht verbessert wenn du anfängst, ein niedrigeres Limit zu spielen. Du musst dir auch im Klaren darüber sein in wie weit du deine Auszahlungen reduzieren kannst, was oft die bessere Lösung ist als niedrigere Limits zu spielen. Dazu solltest du dir mit deinem Bankroll immer ein wenig Spielraum lassen, so das du nicht jedes Mal bei Pocket A's darüber nachdenken musst ob du, wenn du sie verlierst, deine Elektrizitäts-Rechnung noch bezahlen kannst.

Las uns jetzt über etwas mehr erfreulicherem reden: Das Aufrücken in Limits. Wenn ein Spieler sich überlegt, ein höheres Limit zu spielen, bedeutet dies meistens dass es gut läuft, aber dein Bankroll muss auch in der Lage sein diesen aufstieg zu verkraften. Nehmen wir an unser Profi reduziert seine Auszahlungen, gewinnt wieder mehr und sein Bankroll erholt sich. Zu welchem Zeitpunkt sollte er darüber nachdenken ein höheres Limit zu spielen. Die Konventionelle Regel besagt dass sein Bankroll hierfür $8,000 betragen sollte (2000 Big Blinds). Aber was besagt die Risk of Ruin Regel? Wenn er dieses Limit noch nie gespielt hat, muss er abschätzen wie hoch seine Gewinn-Rate sein wird.

Normalerweise verkleinert sich deine Gewinn-Rate wenn du anfängst höhere Limits zu spielen. Dies genau einzuschätzen ist jedoch sehr schwer, und erfordert vom Spieler ein wenig Recherche um zu ermitteln wie viel schwieriger das neue Limit ist verglichen mit dem alten. Nehmen wir an der Profi schätzt das seinen Gewinn-Rate beim neuen Limit $70 pro Stunde betragen wird. Seine Effektive Gewinn-Rate ist somit $50 pro Stunde. Seine Standardabweichung hängt mit seinem Spiel-Stil zusammen und wird sich daher wenig verändern, also kann er diese einfach verdoppeln wenn er anfängt ein höheres Limit zu spielen. Daher beträgt seine geschätzte Standardabweichung $360 pro Stunde. Für einen Risk of Ruin von 1% braucht der Profi daher einen Bankroll von $5968. Diese Zahl ist um einiges niedriger als die $8,000, die von der Konventionellen Regel vorgesehen werden, was zeigt wie konservative diese Regel ist für einen Spieler mit einem solchen Spiel-Stil wie unser Profi.

Wenn die Dinge jetzt beim neuen Level nicht gut laufen, muss der Profi sofort wieder zum niedrigeren Level zurückkehren. Dies hängt am meisten mit dem Psychologischen Komfort zusammen, den der Spieler verspürt wenn er ein Level spielt bei dem er schon über einen längeren Zeitraum erfolgreich gespielt hat. Ein neues Level zu spielen wird oft von Nervosität begleitet, was den Stil eines Spielers beeinflussen kann, wodurch schlechte Resultate entstehen. Der Profi kann es jetzt hin und wieder mal mit dem höheren Limit versuchen, und wenn es anfängt gut zu laufen, kann er permanent auf das höhere Level wechseln.

In unserem Beispiel muss der Profi dann so lange beim $2/$4 Limit beleiben bis er einen Bankroll von $6,714 erreicht hat. An diesem Punkt hat er genug Kapital um das $3/$6 Limit zu spielen. Beachte einmal wieder wie viel niedriger diese Bankroll Anforderung ist verglichen mit der Konventionellen Regel. Um genau zu sein, ist diese Anforderung sogar noch niedriger als was die Konventionelle Regel für $2/$4 No Limit vorsieht.

Das Ziel des Profis ist es, Geld zu machen. Je höher die Stakes sind, um die er spielt, umso größer sind seine Chancen mehr Geld zu gewinnen. Höhere Limits zu spielen bietet einem auch mehr Flexibilität. Du kannst weniger Stunden spielen und trotzdem mehr gewinnen als vorher. Du kannst natürlich auch genau so viel spielen und fast doppelt so viel gewinnen wie zuvor. Es ist also eigentlich immer das richtige in Limit aufzurücken wenn dein Bankroll dazu bereit ist.

Mann könnte sagen dass meine Ansicht zu diesem Thema ein wenig über-aggressive ist, aber dies ist nur der Fall wenn man meine Ansicht mit der Konventionellen Ansicht vergleicht. Der Vorteil der Risk of Ruin Strategie ist, dass sie auf jeden Spieler persönlich zugeschnitten werden kann, während die Konventionelle Regel versucht, eine richtige Strategie für alle unterschiedlichen Spiel-Stile zu bestimmen. Mit der Risk of Ruin Strategie hast du die Möglichkeit viel schneller in Limits aufzusteigen ohne dabei ein größeres Risiko einzugehen. Du musst nur darauf achten das du zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Anpassungen vornimmst.

Obwohl die Konventionelle Regel für die meisten Spieler über-konservative ist, kann sie für manche Spieler auch zu liberal sein. Sie kann einem loose-aggressiven Spieler dazu verleiten viel schneller in Limits aufzusteigen als es zu empfehlen ist. Wenn ein solcher Spieler zum Beispiel $1/$2 No Limit spielt und eine Gewinn-Rate von $64 pro Stunde aufweist, mit einer Effektiven Gewinn-Rate von $44 pro Stunde und einer Standardabweichung von $400 pro Stunde, braucht er für einen Risk of Ruin von 1% einen Bankroll von $8,373. Die Konventionelle Regel würde hier lediglich $4,000 empfehlen. Wenn dieser loose-aggressive Spieler mit einem Bankroll von $4,000 $1/$2 No Limit spielen würde, würde sein Risk of Ruin bei über 11% liegen. Mit anderen Worten würde dieser Spieler 1 aus 10 mal pleite gehen. Du solltest also immer deine Bankroll Anforderungen auf der Risk of Ruin Strategie basieren, um den für dich optimalen Bankroll zu errechnen.

Wenn du dir überlegst als Halbprofi oder Profi Poker Spieler dein Geld zu verdienen, solltest du zu aller erst dein gewünschtes Einkommen festlegen. Dann solltest du dir überlegen ob du die Zeit und den Willen hast, die nötigen Stunden am Poker Tisch oder vor dem Computer zu verbringen, und ob du über den nötigen Bankroll verfügst. Ich habe in diesem Artikel gezeigt, was die Nachteile von der Konventionellen Regel und von Ferguson's Regel sein können. Du solltest stattdessen die Risk of Ruin Strategie benutzen, um den für dich perfekten Bankroll zu errechnen. So kannst du am besten sehen ob deine Situation es dir ermöglicht dein Geld als Profi Poker Spieler zu verdienen oder nicht. Dazu kommt, dass jeder Spieler genau berechnen kann ob es an der Zeit ist, ein höheres Limit zu spielen, bei seinem jetzigen Limit zu bleiben oder ein niedrigeres Limit zu spielen.