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Pokerstrategie | Texas Hold'em Strategie

Auf die Größe kommt es doch an – besonders wenn’s um deinen Stack geht

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Wie oft hast du schon an Cash Tables gesessen oder in Turnieren gespielt und jemand fragt dich nach der Größe deines Stacks? Wieso wollen sie das wissen? Manche Spieler hoffen vielleicht darauf dass du durch deine Reaktion Informationen über deine Hand preisgibst, aber der Hauptgrund ist der, dass die Größe deines Stacks oft die Entscheidungen deines Gegners beeinflussen wird. Wenn du, zum Beispiel, einen sehr großen Stack hast und deinen Gegner aus dem Turnier werfen könntest, wird dies bei seiner Entscheidung sicherlich eine Rolle spielen. Das gleiche gilt wenn du ein Short Stack bist oder dein Gegner viel mehr Chips vor sich hat als du. Täusche dich also nicht, auf die Größe deines Stacks kommt es doch an.

Im grundsätzlichen gibt es drei Arten von Stacks. Short (klein), Medium (mittel) und Big (groß). Als Short Stack bezeichne ich einen Spieler mit weniger als 10 Big Blinds vor sich. Ein Medium Stack ist irgendwo zwischen 10-40 Big Blinds, und ein Big Stack ist alles was darüber liegt. Las uns diese drei verschiedenen Stacks mal etwas genauer betrachten und wie sie Einfluss auf dein Spiel nehmen können.

Short Stack

Wenn du ein Short Stack bist hast du eigentlich nur zwei Optionen. All-In oder Fold. Du hast auch keine Fold-Equity mehr, was bedeutet dass du einen Spieler nicht raisen kannst um ihn zum Folden zu bringen. Du hast einfach nicht genügend Chips die einen Fold deines Gegners mathematische rechtfertigen würden. In dieser Situation suchst du nach Hands mit großem Showdown Value, wie zum Beispiel Pocket Pairs und Broadway Karten , da es sehr Wahrscheinlich ist das mindestens ein Spieler deinen All-In callen wird. Manche Poker Pro’s raten auch dazu in diesen Situationen mit Suited Connectors all-in zu gehen, da man es so oft vermeiden kann von einem anderen Blatt dominiert zu werden wenn du gecallt wirst.

Als Short Stack, besonders wenn du noch zwischen 6 bis 10 Big Blinds vor dir hast, solltest du immer versuchen der Spieler zu sein der eröffnet , da du deine Gegner somit noch vor einer etwas unkomfortablen Entscheidung stellst. Acht Big Blinds ist kein leichter Call für einen Spieler der nur 20-30 Big Blinds vor sich hat. Wenn sie aber schon 3-4 Big Blinds in den Pot investiert haben, ist es für sie ein Standard Call. Es ist, zum Beispiel, oft besser mit einer Hand wie K-10 selber all-in zu gehen als mit einer Hand wie K-J oder K-Q einen Raise eines anderen Spielers zu callen. Wenn du nämlich selber All-In gehst hast du noch zwei Möglichkeiten um die Hand zu gewinnen. Zum einen gewinnst du wenn alle anderen Folden, und du hast auch noch die Chance die Hand beim Showdown zu gewinnen. Wenn du jedoch nach einem Raise eines Gegners all-in gehst, weißt du bereits dass dein Gegner höchstwahrscheinlich callen wird, also entfällt diese Option und du musst die Hand beim Showdown gewinnen.

Medium Stack

Als Medium Stack hast du viel mehr Spielraum als ein Short Stack. Nehmen wir zum Beispiel an du hast ein Paar J’s und hast noch 40 Big Blinds vor dir. Ein Spieler in mittlerer Position raist auf 4 Big Blinds. Wenn du jetzt ein Short Stack wärst, wäre die Entscheidung eindeutig – du gehst all-in. Als Medium Stack hast du jedoch einige Optionen (Folding gehört nicht dazu). Du kannst callen, klein raisen oder all-in raisen. Ein Raise auf 15-20 Big Blinds ist praktisch das gleiche wie all-in zu gehen, also kannst du besser den vollen Druck auf deinen Gegner ausüben als ihm zu erlauben, dich unter Druck zu setzen. Das Problem mit einem Raise dieser Größe ist jedoch, dass du oft nur von Hands gecallt wirst gegen die du hinten liegst. Wenn du dir unsicher bist ob deine Hand wirklich die beste Hand ist und du mehr Informationen über die Hands deiner Gegner erhalten willst kannst du auch nur auf 10 Big Blinds erhöhen. Du hast natürlich auch die Möglichkeit einfach nur zu callen und zu sehen was der Flop bringt. Dies sind alles Optionen die du nicht hättest wenn du ein Short Stack wärst.

Big Stack

Als Big Stack hast du viele Freiheiten und hast immer mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Jetzt wird richtig Poker gespielt. Du kannst jetzt ‘Manöver’ durchziehen die sich Short- und Medium Stacks nicht erlauben können, da du nicht in Gefahr bist aus dem Turnier zu fliegen. Als Big Stack wirst du auch merken wie sich die Denkprozesse der anderen Spieler verändern. Nehmen wir an du hast 100 Big Blinds und dein Gegner hat 40 Big Blinds. Ihr guckt euch beide einen Flop an und du setzt ¾ des Pots, oder 7 Big Blinds. Du hast nichts auf der Hand, aber das ist egal. Zwar ist ein Bet von 7 Big Blinds für deinen Gegner mit 40 Big Blinds noch gut zu verkraften, aber er weiß auch dass es sehr wahrscheinlich ist dass du bei der nächsten Karte erneut setzt, und dann wird sich dein Gegner so langsam Gedanken machen müssen. Er weiß wenn er jetzt callt, dass er wohlmöglich auf dem Turn vor einer Entscheidung gestellt wird bei der es um den Großteil seiner Chips geht. Das ist auch der Grund warum Bluffs von Big Stack öfter erfolgreich sind. Hier hatte deine Stack Größe einen positiven Einfluss, weil er deinen Gegner dazu geführt hat einen fehler zu machen.

Wenn dir also das nächste mal jemand sagt dass es nicht auf die Größe ankommt, weißt du jetzt was du ihm sagen kannst.