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Pokerstrategie | Texas Hold'em Strategie

Im Big Blind gegen den Small Blind Spielen

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Spielen im Big Blind (BB) ist, auf lange Sicht gesehen, die am wenigst profitable Position in einem Cash Game. Auch wenn du vor dem Flop den Vorteil hast, als letzter handeln zu können, ist es trotzdem so dass du automatisch einen Big Blind setzen musst und nach dem Flop Out of Position bist, zwei fast unüberbrückbare Nachteile. Wie die meisten von euch bestimmt wissen ist Position einer der wichtigsten Faktoren beim Poker. Ohne die Bedeutung von Position zu kennen und ohne zu wissen, wie man sich durch seine Position einen Vorteil verschafft, ist man kein kompletter Poker Spieler.

Es gibt nur eine Situation in der du als Big Blind doch in Position bist, wenn nämlich alle Spieler folden und nur der Small Blind (SB) mitgeht. Dies ist gleichzeitig auch eine Situation von der nur wenige Spieler optimal Gebrauch machen, also entschied ich mich diesen Artikel zu schreiben.

Es ist zwar eine sogenannte Nische des Pokerspiels, ein kleiner und sehr spezieller Teil, aber dieser Artikel sollte dir dabei helfen diese Situationen in Zukunft besser zu meistern.

Wir können das Spielen gegen den SB in zwei Teilen angehen. Der erste Teil behandelt die Situation wenn der SB nur limpt, und im zweiten Teil besprechen wir wie man reagieren sollte wenn der SB vor dem Flop erhöht.

Ein Limpender SB

Spieler die limpen sind per Definition eigentlich schwach, es sei denn wir haben einen guten Read auf unseren Gegner. Also, bis zu dem Moment wo wir sehen dass unser Gegner in einer ähnlichen Situation nur limpt und darauf ein Monster Blatt zeigt, gehen wir davon aus dass er ein schwaches Blatt auf der Hand hat. Da sitzt also jemand auf dem SB gegen den wir Position haben, der an einer mittelmäßigen Hand festhält, sowie beispielsweise {K-Diamonds}{7-Diamonds} oder {8-Clubs}{9-Hearts}. Es ist also relative egal was für eine Hand wir selber haben, es geht eigentlich nur darum dass wir wissen dass unser Gegner ein schwaches Blatt hat. Um hier jetzt bestimmte Hands aufzuzählen, mit der wir in dieser Situation raisen würden, wäre also auch fehl am Platz, wir raisen einfach mit jeder Hand.

Im allgemeinen ist es am besten auf 5BB zu erhöhen, bei Groseren Stacks vielleicht sogar auf 6 bis 8BB. Es gibt mehrere Gründe für diesen doch eher großen Raise. Da wir davon ausgehen dass unser Gegner ein schwaches Blatt hat, wollen wir ihn unter Druck setzen. Wenn er vor dem Flop foldet ist das perfekt, wir raisen immerhin mit jeder möglichen Hand und habe daher auch oft genug nur Rags auf der Hand. Wenn er doch callen sollte, haben wir mit dem großen raise schon mal dafür gesorgt dass der Pot eine ordentliche Größe erreicht hat. Hierdurch ist die Wahrscheinlichkeit etwas kleiner dass er versucht zu Bluffen oder seinen Draws hinterher jagt, was für uns natürlich gut ist.
Nach dem Flop spielt es sich ziemlich einfach. Wir setzen bei jedem Flop einen Continuation Bet wenn der SB checkt. Wenn er tatsächlich als erster setzt müssen wir mal schauen was für eine Hand wir haben und wie das Board aussieht, aber darauf kommen wir später noch zurück.

Also, wir raisen jede Hand vor dem Flop und setzten bei jedem Flop einen Continuation Bet. Wenn du dich danach immer noch in der Hand befindest und dein Gegner nicht gefoldet hat, müssen wir andere Faktoren in Erwägung ziehen, die im nächsten Teil besprochen werden.

Ein Raisender SB

Wenn der SB sich entschließt zu raisen anstatt zu folden oder zu limpen, kommen andere Faktoren mit ins Spiel. Diese werden wir jetzt Punkt für Punkt besprechen.

Stats des SB. Wenn der Spieler auf dem SB bisher wenige Hands geraist hat und auch insgesamt wenige Flop gesehen hat, hat es wenig Sinn zu versuchen aus dieser Hand was herauszuholen. Das einzige was du hier machen kannst ist auf deine Hand zu gucken und zu entscheiden ob sie es Wert ist zu spielen, vielleicht für Set Value

oder wenn du ein Suited Connectors auf der Hand hast. Wenn der Spieler jedoch dafür bekannt ist Pre-Flop viel zu raisen, ist es eine andere Geschichte. Dies bedeutet dass er oft nur mit mittelmäßigen Hands erhöht und oft den Flop verpassen wird, und daher auch oft nach einem Continuation Bet von dir sein Blatt folden wird. Hier können wir also einigermaßen beruhigt callen. Aber die Hand mit der wir callen sollte schon zumindest ein wenig Potential haben um etwas zu treffen, so dass wir nicht nur von der (eventuellen) Schwäche unseres Gegners abhängig sind. Eine genaue Liste von spielbaren Hands wird hier schwierig, aber Hand wie 9h-10s oder Qc-7c haben auf jeden Fall Potential. Wir callen also Pre-Flop, und schon sind wir beim nächsten Punkt angelangt.

Board Textur. Natürlich kann nicht nach jedem Flop ein Continuation Bet gecallt werden. Wir müssen schon auf die Karten achten die vor uns liegen. Die beste Board Textur die ein Flop in diesem Fall haben kann ist ein sogenannter Dry Flop (trockener Flop), also ein Flop mit wenig Draw-Möglichkeiten, wie zum Beispiel Kc-7s-2h. Der Grund hierfür ist dass wir wollen dass unser Gegner oft foldet wenn wir versuchen den Pot einzusacken. Wenn er uns nicht nur mit seinen Made Hands callt, sondern auch mit seinen Draws, gewinnen wir weniger Geld weil wir öfter gecallt werden.

Es ist also absolute nicht schlimm um eine Hands wie 7c-8s zu folden wenn unser Gegner bei einem Flop wie As-Ks-Jh einen Continuation Bet setzt. Schaue gut auf das Board und überlege dir dann was die folgen sein können wenn du hier trotzdem versucht den Pot zu stehlen. Wenn du bei einem Board mit vielen Draws versuchst zu bluffen, musst du diesen Bluff höchstwahrscheinlich bis zum River durchziehen um deinen Gegner zum folden zu bringen (wenn er überhaupt foldet). Dies kostet dich viel mehr Geld als ein Bluff bei einem trockenen Board, wo du meistens nur ein mal Bluffen musst um den Pot zu gewinnen.

Varianz. Wenn du diese sogenannten "Blindbattle" auf diese Weise angehst wird das für eine Menge Varianz in deinem Spiel sorgen, sowohl beim Kampf SB gegen BB als auch für dein restliches Spiel, da du dir durch diese Spielweise natürlich auch ein bestimmtes Table Image erstellst. Auf dein Image kommen wir gleich noch zurück. Mit einer solchen Spielweise kann es schnell mal passieren dass dein Gegner absichtlich eine Hand so spielt dass du glaubst ihn aus dem Pot bluffen zu können, während er eigentlich die absoluten Nuts auf der Hand hält. Sobald deine Gegner ein mal sehen dass du auf diese Weise versuchst Pots zu stehlen, kannst du davon ausgehen in Zukunft weniger Respekt und mehr Caller zu kriegen wenn du raist. Das führt dann zu einer größeren Varianz in deinem Spiel.

Fürchte dich aber nicht davor dass diese Spielweise hin und wieder ins Auge geht. Auf lange Sicht gesehen ist diese Art zu spielen nämlich viel mehr profitabel als wenn du nur spielst wenn du eine gute Hand hast. Ein schlechtes Image hat zwar den Nachteil einer größeren Varianz, aber sicher auch große Vorteile. Zum Beispiel werden deine Value Bets viel öfter gecallt werden weil deine Gegner dir nicht glauben.

Reading Fähigkeiten. Ein Faktor der vielleicht etwas weniger wichtig ist, aber auf jeden Fall erwähnenswert ist, ist deine Fähigkeit einen anderen Spieler zu „lesen“. Deine Gegner haben sogenannte „Lines“, eine bestimmte Spielweise nach der sie sich richten wenn sie bestimmte Blätter auf der Hand haben, und vor allem bei den niedrigen Limits kann man diese Lines oft leicht erkennen. Es gibt so gut wie keine Spieler bei den niedrigen Limits die ihre starken Hands, ihre Draws und ihre Bluffs genau gleich spielen. Auch die Höhe der Bets verraten viel über die Stärke deines Gegners. Ein großer Check/Raise auf dem Flop kann ein Zeichen einer sehr starken Hand sein, oder der letzte Versuch eines Spielers mit einem Bluff den Pot zu stehlen. Es wird bei diesen Limits kaum Spieler geben die sowohl ihre Bluffs als auch ihre starken Hands gleich spielen, auch wenn die Unterschiede hin und wieder sehr klein sein mögen.

Wenn du also einen guten „Read“ auf einen deiner Gegner hast und du glaubst seine Lines zu kennen, ist es viel einfacher um gegen einen solchen Spieler einen Blindbattle zu führen. Achte also gut auf deine Gegner. Vor allem die Höhe der Bets werden oft übersehen, und dabei können sie dir so viel über die Hand deines Gegner verraten.

Image. Achte immer darauf wann sich dein Image am Tisch verändert. Wenn du gerade beim Bluffen erwischt wurdest wirst du eine Zeit lang viel mehr gecallt und/oder geraist werden als zuvor, als lasse es für die nächsten Paar Hands er mal etwas ruhiger angehen. Wenn du jedoch zum Beispiel als sehr tighter Spieler angesehen wirst kannst du dies natürlich zu deinem Vorteil nutzen. Bleibe also immer auf dem laufenden wenn es darum geht was die anderen Spieler am Tisch von dir halten, und passe dein Spiel dementsprechend an.

Abschließend können wir sagen dass, obwohl diese Situation von vielen Spielern oft gemieden wird, es eine sehr profitable Situation sein kann. Übung macht den Meister, und so lange du mit der größeren Varianz zurecht kommst, ist dies sicherlich ein Faktor in deinem Spiel wo es sich lohnt dran zu arbeiten. Gerade weil so wenige Spieler diese Situation richtig ausspielen kannst du dir hier eine großen Vorteil verschaffen.

Viel Glück beim Spielen.

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