Loose Spielen in SnG’s
Es gibt haufenweise Situation über die man im Bezug auf Loose spielen reden kann, aber fürs erste möchte ich mich auf die drei verschiedenen Sit & Go Varianten konzentrieren die ich selber am häufigsten spiele.
Wie viele von euch bestimmt schon gelesen haben, kommt ein Looser Spiel-Stil mit Vor- und Nachteilen. Viele Spieler die ich kenne spielen überwiegend loose-aggressive, aber meiner Meinung nach ist ein solcher Spiel-Stil nicht immer optimal, vor allem wenn du nur einen begrenzten Bankroll zur Verfügung hast. Natürlich gibt es auch viele andere Faktoren die hierbei eine Rolle spielen, wie zum Beispiel die Stakes die du spielst, die Größe und Struktur des Turniers, die Reads die du auf deine Mitspieler hast und die Größe deines Stacks verglichen mit den Stacks deiner Mitspieler.
Viele unerfahrene Spieler sehen sich Profis wie Gus Hansen oder Daniel Negreanu an und glauben das sie selber auch jede beliebige Kombination von zwei Karten spielen können und den gleichen Erfolg dabei haben werden wie diese beiden Profis. Bedauerlicherweise vergessen diese Spieler oft wichtige Aspekte des Spiels in Betracht zu ziehen. Sie sehen Hands wie die zwischen Negreanu und Hansen , als Negreanu auf dem Turn Quads trifft und Gus Hansen sein Full House vervollständigt, und glauben das sie mit jedem kleinen Pair oder kleinen Suited Connectors riesige Pots gewinnen können, was dazu führt das sie, sobald sie auf dem Board etwas getroffen haben, sie sich von ihrem Blatt einfach nicht trennen können.
Diese unerfahrenen Spieler übersehen oft wichtige Aspekte die relevant sind für die Hand in der sie sich gerade befinden. Sie sehen oft Situationen, Online oder im Fernsehen, in denen riesige Pots mit mittelmäßigen Hands gewonnen werden, oder wie, zum Beispiel, Jamie Gold mit absoluten Raggs auf der Hand plötzlich einen Straight trifft, wie es des öfteren bei seinem Gewinn des 2006 WSOP ME Titel geschah, und glauben das sie mit ähnlich schlechten Hands die gleichen Erfolge verbuchen können.
Und schon sind wir bei einem Faktor angelangt den ich zuvor angesprochen habe. Natürlich hatte er in vielen Situationen viel Glück, aber dies geschah oft nachdem er einen billigen Flop zu sehen bekam, was er sich mit seinem großen Stack und den gegebenen Odds durchaus leisten konnte. Mein Lieblings-Zitat eines Poker Autors ist "Du musst in Turnieren Glück haben." Dies ist sicherlich richtig, aber es gibt eine Reihe von Faktoren die du in betracht ziehen musst bevor du beginnst looser zu spielen. Was folgen sind persönliche Erfahrungen von verschiedenen SnG Turnieren und wie du, meiner Meinung nach, die verschiedenen Turniere am besten angehen solltest. Natürlich ist die Situation ein wenig anders wenn du höhere Stakes spielst, aber dies sind die Erfahrungen die ich gemacht habe.
Kleine Stakes und volle 1 oder 2 Table SnG's:
Ich bevorzuge ein Turbo Blind Format weil diese oft schneller vorbei sind weil viele Spieler, aus Angst vor den schnell anwachsenden Blinds sehr loose spielen und früh aus dem Turnier ausscheiden.
Mit den ansteigenden Blinds ist es ziemlich einfach die richtigen Momente auszuwählen in denen du ein Paar Chips einsacken kannst. Besonders wenn du schon früh im Turnier vor dem Flop geraised hast und ein gutes Blatt gezeigt hast, werden die anderen Spieler oft annehmen das du nur mit guten Hands vor dem Flop erhöhst, was es leicht macht hin und wieder einige Blinds zu stehlen. Um mich kurz zu fassen, bei dieser Art von SnG's würde ich einen loosen Spiel-Stil nicht empfehlen.
Es gibt natürlich immer die Spieler die immer versuchen werden früh ihren Stack zu verdoppeln. Obwohl es natürlich gut ist seinen Stack zu verdoppeln, ist es nicht immer notwendig. In diese Art von Turnieren ist es ziemlich leicht ins Geld zu kommen wenn du einfach nur geduldig bist und auf die richtigen Hands wartest. Auch wenn dein Stack sich wegen der hohen Blinds langsam verkleinert, reicht oft ein gutes Blatt um deinen Stack wieder zu verdoppeln. Es wird oft passieren das Spieler, aus schlechter Position, mit mittelmäßigen Hands wie K-J, Q-J, K-10, Q-10 All-In gehen werden, wodurch die Action schon fast garantiert ist wenn du ein Monster Blatt kriegst. Es lohnt sich also geduldig zu sein
Kleine Stakes und 45+ Spieler SnG's:
Diese Spiele ich nicht alt zu oft weil ich selten die Zeit dafür habe. Wenn ich sie doch spiele dann nur für einen kleinen Buy-In auf Grund der Pay-Out Struktur. Obwohl der Pay-Out oft die ersten 7-8 Plätze umfasst, sind es oft nur die Top 3-4 Plätze wo sich der Gewinn wirklich lohnt. Wenn du es bis dahin schaffst kann es durchaus profitabel für dich sein, aber ein Bad Beat und du bist draußen oder so gut wie draußen. Bei diesen Turnieren fange ich oft kurz vor dem Pay-Out, oder nachdem ich den Pay-Out erreicht habe, an looser zu Spielen.
Viele Spieler sagen oft wie einfach es ist deine Mitspieler zum folden zu bringen wenn du den Bubble erreicht hast, und bei diesen Turnieren trifft das auch zu. Es ist oft leicht Blinds von anderen Spielern zu stehlen, solange du deine Gegner ein wenig analysiert hast und sie sich nicht in einer Situation befinden wo sie gezwungen sind All-In zu gehen.
Kleine bis Mittlere Stakes und 6-max SnG's:
Diese sind meine persönlichen Favoriten weil es ziemlich einfach ist diese Turniere zu gewinnen, und sind daher der schnellste und einfachste Weg deinen Bankroll zu vergrößern. Hier bevorzuge ich wieder die Turbo Variante, obwohl die Spieler bei dem normalen Blind Format fast genau so spielen wie beim Turbo Format.
Bei diesen 6-max Tischen würde ich definitiv einen looseren Spiel-Stil empfehlen. Viele Spieler sind der Ansicht das, dar sie nur gegen 5 Gegner Spielen, jede beliebige Kombination von zwei Karten gut genug ist um einen Flop zu sehen, und diese Mentalität kannst du ausnutzen. Da es bei diesen SnG's oft zu Family Pots kommt wenn viele Spieler vor dem Flop limpen , kannst du oft mit Hands wie niedrigen unsuited Gappers mitgehen und hoffen auf dem Flop zu treffen ohne deinem Bankroll zu schaden. Weil so viele Spieler in so vielen Pots involviert sind, führt dies meistens dazu das Spieler sehr schnell ihre Stacks verlieren, und wie gesagt, oft brauchst du nur ein gutes Blatt zu zeigen um danach erfolgreich einige Pots und/oder Blinds zu stehlen. Das wichtige hier ist zu wissen wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist um ein wenig looser zu spielen.
Im großen und ganzen hängt der Erfolg von einem loosen Spiel-Stil oft von der Situation und dem Timing ab. Einerseits kannst du durch einen loosen Call deinen Gegner zum Tilten bringen wenn du triffst. Andererseits kann ein looser Spiel-Stil zu Beginn eines Turniers auch dazu führen das du einen ordentlichen Teil deines Stacks verlierst und dich dann darauf konzentrieren musst, diesen wieder zurück zu gewinnen, was dein Spiel oft negative beeinflussen kann.
Ich spiele vorüberwiegend bei FullTilt und PokerStars und werde demnächst weitere Spiel-Formate und Strategien besprechen.
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