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HORSE Poker: 7-Card Stud Teil 1

Von: Fred Slendebroek
Aktualisiert: Apr 5, 2008
Leser: 655
181x230-Seven Card Stud Horse Poker.pngIm vierten Teil unserer HORSE Reihe geht es heute um Seven Card Stud. Seven Card Stud war lange Zeit die beliebteste und meist-gespielte Form des Poker bevor der Poker-Boom einsetzte und viele Beginner anfingen Texas Hold'em zu spielen. Es ist ein sehr strategisches Spiel und erfordert viel Disziplin vom Spieler. Aufgrund der vielen Betting Runden ist das Spiel noch schwerer zu analysieren als Hold'em Poker.

Du solltest wissen das der folgende Artikel nur grundsätzliche Richtlinien enthält. Um wirklich ein erfolgreicher Spieler zu werden ist es nötig das du weißt wann der richtige Moment gekommen ist um eine Ausnahme zu machen oder deine Strategie zu verändern. Es währe praktisch unmöglich in diesem Artikel alle möglichen Situationen zu besprechen die in einem Stud Spiel vorkommen könnten, also geht es heute nur um die grundlegende Strategie des Spiels.

Zu den wichtigsten Fähigkeiten eines erfolgreichen Seven Card Stud Spielers zählen unter anderem: Gute Hand Auswahl ( du brauchst viel Geduld und Disziplin), die richtige Tisch Auswahl (wichtig bei allen Poker Variationen), das Einschätzen deiner Gegner, Aggressivität (im richtigen Moment) und das Studieren der Up-Cards deiner Gegner.

Da die meisten von euch wahrscheinlich mehr Erfahrung mit Texas Hold'em haben, will ich noch einmal kurz die wichtigsten Unterschiede zwischen Seven Card Stud und Hold'em besprechen: Es gibt keine Community Cards , ein Spieler zahlt Antes und Bring-Ins anstatt von Blinds, beim Seven Card Stud gibt es 5 Betting Runden anstatt 4, abgesehen von der ersten Betting Runde (wo der Spieler mit dem schlechtesten Blatt den Bring-In zahlen muss) muss immer der Spieler mit dem besten Blatt die Betting Runde eröffnen und es ist wichtig dich an die gefoldeten Up-Cards deiner Gegner zu erinnern. Seven Card Stud kann höchstens mit 8 Leuten am Tisch gespielt werden, und anders als beim Hold'em haben Spieler vor dem Flop keine Positionellen Vorteile. Jede neue Karte entscheidet welcher Spieler die Betting Runde eröffnen muss. Ein ganz wichtiger Aspekt ist auch noch das der Glücksfaktor kurzfristig eine viel größere Rolle spielt. Das bedeutet das du größere Swings haben wirst und daher einen größeren Bankroll benötigst.

Nun noch ein Wort zur eigentlichen Struktur des Spiels. Alle Spieler die an der Hand teilnehmen zahlen zu Beginn einen Ante (über die Höhe des Ante reden wir später). Jeder Spieler erhält dann drei Karten, die ersten beiden verdeckt und die dritte aufgedeckt so das alle Spieler am Tisch sie sehen können. Der Spieler mit der niedrigsten Up-Card muss dann mit einem Bring-In die Betting Runde eröffnen. Das Betting geht danach im Uhrzeigersinn weiter. Nach einer Betting Runde erhält jeder noch verbleibende Spieler eine 4te Karte, wieder aufgedeckt. Jetzt beginnt die Action bei dem Spieler mit den besten Up-Cards. Wieder erfolgt eine Betting Runde im Uhrzeigersinn. Danach erhalten Spieler eine 5te Karte, wieder aufgedeckt, und wieder beginnt der Spieler mit den besten Up-Cards die Betting Runde. Eine 6te aufgedeckte Karte wird verteilt, wieder erfolgt eine Betting Runde, nach der jeder Spieler eine letzte, siebte Karte erhält, die diesmal verdeckt ist. Damit haben nun alle verbleibenden Spieler 7 Karten, 3 verdeckt und 4 aufgedeckt. Eine weitere Betting Runde erfolgt und der Spieler mit der besten 5-Karten Kombination gewinnt.


Noch ein kurzes Wort zu der Höhe der Einsätze. Nehmen wir an du spielst $1/$2 Limit (Stud Spiele werden meistens im Limit Format gespielt). In diesem Fall währe der Ante meistens $0.25 und der Bring-In $0.50. Danach erfolgen die Bets in Höhe der Limits (in diesem Fall $1/$2). Wenn die Limits $2/$4 währen, währe der Ante meistens $0.50 und der Bring-In $0.75. Das geht so weiter bis zu den höheren Limits. Wenn du zum Beispiel $100/$200 spielst, spielst du mit Antes von $25 und Bring-Ins von $50.

Wenn Spieler gerade anfangen, Seven Card Stud zu spielen, tauchen mehrere Fehler auf die sehr üblich sind bei vielen Anfängern. Zu diesen Fehlern gehören: das Spielen von zu vielen Starting Hands, sich nicht genug auf die Up-cards der Gegner zu konzentrieren, nicht zu folden wenn man nur ein mittelmäßiges Blatt hat, nicht raisen mit guten Blättern, womit zu viele Spieler in den Pot mit einsteigen, sich nur auf sein eigenes Spiel zu konzentrieren anstatt auf das deiner Gegner zu achten, bis zum River callen ohne die richtigen Odds zu haben und das callen anstatt zu raisen wenn du das beste Blatt hast.

Die wichtigsten Entscheidungen in einem Seven Card Stud Spiel triffst du auf 3rd Street (wenn du deine ersten 3 Karten erhältst). Hier musst du dich entscheiden ob und wie du dein Ball spielen willst. Einige Hands eigenen sich besser für Pots mit vielen Spielern drin, und einige Hands sind besser wenn du sie gegen wenige Gegner spielst. Wenn mehr Spieler im Pot sind eignen sich am besten Drawing Hands , so wie drei Flush Karten oder drei Straight Karten. Wenn du nur mit wenigen Spielern im Pot bist suchst du nach hohen Pairs.

Einer der wichtigsten Fähigkeiten die du beim Seven Card Stud beherrschen musst ist sehr wählerisch zu sein was deine Starting Hands betrifft. Das Problem mit dem Spielen von vielen Starting Hands ist das sie dir in den späteren Betting Runden teuer zu stehen kommen können. Du könntest zum Beispiel mit nicht anfangen und dann auf 4th oder 5th Street einen Draw treffen, den du dann bis zum 7th Street durchspielst, obwohl du dieses Blatt von Anfang an eigentlich gar nicht hättest spielen sollen. Solche Fehler können auf die Dauer für dich sehr teuer werden.

Wenn du darüber nachdenkst ob du dein Blatt spielen solltest, musst du einige Dinge beachten:
Die wichtigsten Faktoren sind die Up-Cards die zu sehen sind und die Anzahl der Spieler im Pot. Die Kombination dieser beiden Faktoren kann oft dafür sprechen das du ein gutes Blatt folden solltest. Wenn du zum Beispiel (J-J)-7 auf der Hand hast, und du siehst das beide J's sowie eine 7 schon bei deinen Gegnern zu sehen sind, solltest du folden. Auch wenn du das Gefühl hast in dem Moment das beste Blatt zu haben, stehen deine Aussichten schlecht dieses Blatt noch zu verbessern. Und die Wahrscheinlichkeit das du am Ende mit deinem J's Pärchen immer noch das beste Blatt hast ist sehr gering. Eine solche Hand solltest du nur spielen wenn du in einer Position bist wo du gut Antes stehlen kannst, oder es sind viele Spieler im Pot und alle deine Karten sind noch Live .

Bei Starting Hands ist es immer wichtig das du dich umsiehst um zu sehen ob deine Hand noch live ist (das bedeutet, sind alle Karten die du brauchst noch im Deck oder schon verteilt?) Die meisten schwachen Pairs, Straight und Flush Draws sind spielbar wenn alle deine Outs noch live sind. Nehmen wir an du kriegst (9-8)-7. Diese Hand ist viel stärker wenn du weißt das alle 6's und 10's noch im Deck sind. Wenn du siehst das bereits drei 6's und zwei 10's aus dem Spiel sind, hast du nur noch sehr geringe Chancen um deinen Straight zu treffen. Die einzige Ausnahme ist wenn du ein Paar Asse oder Könige auf der Hand hast. Dieser kannst du eigentlich fast immer spielen.

Um dir die Sache ein wenig einfacher zu machen, haben wir hier eine Liste der besten Starting Hands:

1. Three-of-a-kind, das stärkste Blatt was du am Anfang erhalten kannst.
2. Große Pärchen (AA-JJ). Diese Hand ist stärker wenn dein Pärchen versteckt ist, weil dein Gegner dadurch Schwierigkeiten haben wird dein Blatt einzuschätzen. Dein Kicker ist hier natürlich auch wichtig. (K-K_-A ist viel besser als (K-K)-2
3. Hohe Suited Connectors : (A♣-K♣) Q♣ , (K♣-Q♣) J♣ or (J♣-T♣) Q♣ .
4. Mittlere Pärchen und mittlere Suited Connectors: (J♣-T♣) 9♣ , (T♣ -9♣) 8♣ and (9♣-8♣) 7♣.
5. Hohe suited Semi-Connectors: (A♣-Q♣) J♣ , (K♣-J♣) T♣ or (A♣-K♣) T♣ .

Nächste Woche folgt Teil II dieses Artikels, in dem ich unter anderem bespreche wie ihr diese Starting Hands am besten spielt


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