Geld Dynamik
Ihr fragt euch wahrscheinlich was Geld Dynamik bedeutet. Es ist das Verhältnis vom deinem Stack zu den Blinds. Als Beispiel beschreibe ich 3 Szenarien, die auf dem ersten Blick gleich aussehen, aber in Wirklichkeit krasse Gegensätze aufweisen.4 Spieler verbleiben im Turnier.
Spieler A hat 130,000 in Chips
Spieler B has 150,000 in Chips
Spieler C has 60,000 in Chips
Spieler D has 20,000 in Chips
Durchschnittlicher Chip Stack ist 90,000
Situation 1:
Die Blinds sind auf 500/1000 mit 200 ante.
Situation 2:
Die Blinds sind auf 2000/4000 mit 500 ante.
Situation 3:
Die Blinds sind auf 8000/16000 mit 1500 ante.
In wie fern beeinflusst die Tiefe der Geld Dynamik unsere 4 Spieler?
Situation 1 (Blinds: 500/1000 Ante: 200):
• Spieler A hat 130,000 Chips - hat also 130 mal den BB. Sehr Tief, kann post-flop Poker spielen (er kann limpen und raises callen.)
• Spieler B hat 150,000 Chips - siehe Spieler A.
• Spieler C hat 60,000 Chips - Obwohl er nur 2/3 des Durchschnitts-Stack hat, befindet er sich in der selbe Komfortzone wie Spieler A und B. Er muss sein Spiel nicht weiter umstellen.
• Spieler D hat 20,000 Chips - Im Gegensatz zum Rest hat er einen sehr kleinen Stack, ist aber noch nicht soweit dass er Pre-flop All-in gehen muss um eine Hand zu spielen. „Middle Stack Play" ist hier angesagt (Hände aggressive spielen, mitgehen wenn ge-reraised.)
Situation 2 (Blinds: 2000/4000 Ante: 500):
Spieler A hat 130,000 Chips - also 33 mal den BB. Ein standard raise auf 12000 ist 10% seines Stacks, wie Spieler D in Situation 1, befindet sich Spieler A in der "Middle Poker Stage". Mit eine entscheidenden Unterschied - Spieler A hat mehr als den Durchschnitt und muss somit nicht weiterspielen wenn ge-reraised. (Also kann durchaus auf 12k raisen und dann folden wenn ge-reraised, während Spieler D in Situation 1 mitgehen muss.) Dieses Beispiel geht in die „Stack Dynamik", welche ich in meinem nächsten Artikel beschreiben werde.
Spieler B hat 150,000 Chips - genau wie Spieler A nur mit dem Luxus das er nicht mit einer Hand eliminiert werden kann.
Spieler C hat 60,000 Chips - Sehr ähnlich zu Situation 1 - er muss noch nicht unbedingt Pre-flop All-in gehen, sollte sich aber bewusst sein, dass wenn er raised er zu einen reraise nicht folden kann.
Spieler D hat 20,000 Chips - mit 5 mal den BB ist der Spieler in großer Not. Jede Hand die er spielt sollte Pre-flop All-in sein. Er muss abwarten und seine Chance nutzen als erster Aggression auszuüben. Auf gar kein Fall darf er sich zu Tode „blinden" lassen.
Situation 3 (Blinds: 8000/16000 Ante: 1500):
Spieler A hat 130,000 Chips - unglaublich welche Ausmaße eine Blind Erhöhung auf das Spiel hat. Das Spieler A auf dem 2ten Platz liegt ist irrelevant, er hat nur 8 mal den BB. Jetzt muss er sich entscheiden ob er - entweder auf Monsterkarten wartet - oder sehr aggressiv auf All-in Pre-flop spielt und Konfrontationen mit Spieler B vermeidet. Diese Situation kommt häufiger vor als man denkt. Meistens gewinnt der Spieler das Turnier der es schafft NICHT gecallt zu werden und die meisten „Coinflips" gewinnt.
Spieler B hat 150,000 Chips - siehe Spieler A.
Spieler C hat 60,000 Chips - das mag eigenartig klingen, aber Spieler C ist in der selben Position wie Spieler A und B. Ein Double-Up und Spieler C zieht an beide vorbei. Solang er noch mehr als 2 mal den BB hat sollte er auf gute Karten warten und All-in gehen.
Spieler D hat 20,000 Chips - soweit hätte es nicht kommen dürfen. Entweder er hat soeben einen großen Pot verloren oder war bis eben Abwesend. Er muss jetzt jede Runde blind All-in gehen und auf das Beste hoffen. In ca. 2 Runden hat er sich entweder verdoppelt oder ist draußen.
Anhand der Beispiele oben erkannt man den proportionale Einwirkung der Stack/Big Blind Relation auf das Spielgeschehen. Je kleiner der Abstand vom Stack zum Big Blind, desto zwingender das Spielverhalten. Je größer der Abstand, desto entspannter und geduldiger kann der Spieler spielen.
Die 3 Stufen der Geld-Dynamik:
1. Tief - siehe Situation 1, Spieler A, B und C. Dieses Stufe erlaubt am meistens Optionen.
2. Mittel - siehe Situation 1 Spieler D, Situation 2 Spieler A, B und C. Diese Stufe braucht am meisten Aufmerksamkeit. In der Regel sind die Spieler in der Lage mehr als eine Hand zu spielen. Abhängig davon ob ein Spieler sich im „flachen" Gewässer aufhält oder zur der oberen Hälfte gehört, kann der Spieler sich mehr oder weniger Freiheiten leisten. Jede hand sollte sorgfältig begutachtet werden - es könnte die letzte sein.
3. Flach - siehe Situation 2 Player D, Situation 3 Player A, B, C und D. Ihr habt nur einen Move - All-in. Post-Flop Play fällt komplett aus - Aggression sollte dein Spiel bestimmen, jeder All-in move sollte andere Spieler diskriminieren.
Die Geld Dynamik zu verstehen kann ein riesen Vorteil im Turnier, vor allem in den mittleren und späten Phase. Verstehe genau wann du nur noch ein Chance (ein Move) hast oder du noch Zeit hast auf bessere Karten zu warten. Viele Spieler denken das ihr wenn ihr Stack in Relation zu ihren Gegner groß ist, sie auch sorgenfrei spielen können. Mit angewandter Geld Dynamik erkennt man genau wann es Zeit wird zu zocken oder abzuwarten.












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