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Der Squeeze Play | Squeeze Play Poker Strategie

December 20, 2009
Von: Niko Harmstorf
Der Squeeze Play | Squeeze Play Poker StrategiePoker ist ein großartiges Spiel, weil du es mit anderen Leuten spielst, und nicht gegen die Bank. Deswegen muss man sich nicht auf einer allgemeinen Startegie verlassen, wie im Black Jack oder Roulette, sondern sich den Gegnern am Tisch anpassen. Menschen lügen gerne, auch am Pokertisch, und dank dem Bluff kannst du Pots klauen die nicht für dich bestimmt sind. Dies ist auch der Grund warum alle Spieler am Ende des Abends niemals mit Null rauskommen.

Einer meiner Lieblings-Bluffs ist der Squeeze Play (die Quetsche). Bei diesem Bluff machst du einen großen Re-raise wenn schon zwei Leute im Pot sind, von denen Einer geraised und der Andere gecallt hat. Der eigentliche Raiser ist zwischen dir und dem Caller gefangen, das ist die „Quetsche“. Vielleicht hat er ja die Pot Odds um zu callen, aber die Tatsache, dass er noch jemanden hinter sich hat der seinen Raise gecallt hat, und er keine Ahnung hat was er tun wird, sollte ihm dazu bringen seine Hand zu folden. Der zweite Spieler dachte das seine Hand gut genug ist um den ersten Raise zu callen, aber jetzt hat er es mit einem Re-raise out-of-postion zu tun. Er wird die Hand höchstwahrscheinlich folden und der Pot gehört dir.

Es ist ein wunderbares Gefühl wenn der Squeeze erfolg hat, aber du kannst bei hohen Blinds viele Chips gewinnen. Jedoch gibt es ein paar Sachen die man beachten muss um diesen Bluff erfolgreich auszuüben.

1. Du musst davon überzeugt sein das der erste Raiser keine so starke Hand hat das er deinen Raise callen wird. Tells sind immer wichtig, aber im diesem Fall reicht auch schon die Spielgewohntheiten des Gegners, z.B. wer ist aggressive und raised häufiger Pre-flop.

2. Der zweite Spieler muss den Raise callen, und nicht selber re-raisen. Wenn er selber raised hat er vermutlich eine sehr gute Hand die er nicht folden wird. Wenn er jedoch nur callt, kann er eine Variation von Draw-Hands haben, mit denen er einen Raise callen wird, aber kein Re-raise.

3. Du brauchst ein solides Tischimage, am besten als tight Player. Versuch den Squeeze nie, wenn du gerade beim Bluffen erwischt wurdest. Wenn es in den letzten Stunden ein paar Showdowns gegeben hat, dann stell sicher das du ein paar Pots mit guten Karten gewonnen hast.

4. Versuch den Squeeze nur einmal in einer Session zu benutzen, auch wenn du beim ersten Mal wirklich eine gute Hand hattest. Es ist ein großes Manöver, und wird nicht ungeachtet bleiben.

Erfolgreich angewandt, kann dir der Squeeze-Play in den kritischen Phasen des Turniers viele Chips bescheren die du für den Sieg brauchst.

Hier ist ein Beispiel aus dem Final Table der WSOP 2004:

Small Blind - Glen Hughes $2,375,000
Big Blind - David Williams $3,250,000 AQ
1 - Josh Arieh $3,890,000 K9
2 - Al Krux $2,175,000
3 - Greg Raymer $7,920,000 A2
4 - Matt Dean $3,435,000
5 - Dan Harrington $2,320,000 62

Die Blinds sind 40,000/80,000 mit 10,000 Antes, also betrug der Pot bereits 190,000.

Josh Arieh eröffnete mit einem Raise auf 225,000, ein bisschen weniger als 3x den Big Blind. Er war definitiv einer der aktiveren Spieler am Tisch.

Al Krux foldete.

Greg Raymer hatte seit einer Weile keine guten Karten mehr bekommen und callte seine A2
suited.

Matt Dean foldete.

Dan Harrington hätte seine wegwerfen können, aber der Call von Greg Raymer hat das perfekte Szenario für den Squeeze Play erschaffen. Der Tisch war sehr locker, und die Spieler waren oft bereit zu callen wenn die Pot Odds stimmten, also wäre ein Standard Raise von 500,000 nicht genug gewesen. In Folge dessen raiste Harrington auf 1,200,000.

Glen Hughes foldete.

David Williams hatte die beste Hand (AQ), aber bedauerlicherweise gab es vor ihm einen Raise, einen Call und einen Re-raise, also hat er gefoldet.

Josh Arieh wollte K-9 mit zwei Spieler hinter ihm nicht spielen, und foldete ebenfalls.

Greg Raymer musste nun davon ausgehen das Harrington mindstens ein Ass hatte und wahrscheinlich mit einem besseren Kicker als er, oder sogar ein Pocket Pair, also hat auch er gefoldet.

So einfach ist Squeeze Play in der Theorie, Dan Harrington hat 640,000 Chips mit geklaut, und das am WSOP Main Event Final Table. Man muss aber beachten das dies ein schwieriges Manöver ist, und ebenso gut ins Auge gehen kann. Die 4 Punkte die ich beschrieben habe sind sehr wichtig, und ohne das Einhalten dieser Richtlinien wird der Squeeze zu einem schlechten Bluff. Immer schön üben und viel Glück am Tisch!

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