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Pokerstrategie | Texas Hold'em Strategie

PokerWorks Strategie: Heads-Up Teil I

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In letzter Zeit haben sich im Heads-Up Spiel viele neue Trends abgezeichnet und ich selber habe in den vergangenen Monaten auch einiges dazu gelernt. Ich hoffe das ich euch einige neue und vor allem hilfreiche Dinge hierzu erzählen kann die euch bei eurem Heads-Up Spiel weiter helfen werden. Ich habe beschlossen den Artikel in zwei Teile zu teilen damit es für euch ein wenig angenehmer zu lesen ist.

Wie die meisten von euch bestimmt schon wissen spielt man beim Heads-Up Eins gegen Eins. Es ist ein sehr dynamisches Spiel. Weil ihr nur zu zweit seid, steigen auch die Werte der verschiedenen Hands. Die Chance ist kleiner, dass dein Gegner ein gutes Blatt auf der Hand hat, wodurch deine Hand automatisch stärker wird als es zum Beispiel in einem 9-Handed Spiel der Fall wäre. Während eine Hand wie A-10 an einem vollen Tisch zum Beispiel schnell gefoldet wird, ist es beim Heads-Up eine sehr starke Hand. Dies ist ein wichtiges Konzept an das du beim Heads-Up Spielen denken solltest, da du sonst schnell zu viele Hands als mittelmäßig ansiehst und anfängst, zu tight zu spielen.

In allen Beispielen in diesem Artikel gehe ich übrigens davon aus dass der Small Blind den Button hat, und daher vor dem Flop als Erster handelt und nach dem Flop immer als Zweiter handelt, also Position auf seinen Gegner hat. Dies bringt uns auch schon zum wichtigsten Faktor beim Heads-Up:

Position!!

Meiner Meinung nach hängt dein Erfolg beim Heads-Up zum größten Teil damit zusammen, wie du deine Position nutzt. Wenn du „Out of Position" (OOP) zu passive oder loose spielst, stürzt du dich direkt ins Verderben. Die gefährlichsten Heads-Up Spieler, mit denen ich es bis jetzt zu tun gehabt habe, spielen OOP ein striktes „Raise oder Fold" Spiel. Einfach nur callen vor dem Flop kommt bei ihnen nur ganz selten vor, womit es sehr schwer wird gegen sie zu spielen. Entweder spielen sie nicht OOP, oder sie übernehmen von Anfang an die Initiative. Später werde ich mich noch gründlicher mit dem „3-Betten" Pre-Flop vom Big Blind aus befassen

Es ist also sehr wichtig, dass du auf deine Position achtest. Du kannst vom Button aus viel befreiter aufspielen und vor allem aggressiver spielen. Ich selber würde jedes Heads-Up mit einem Raise vom Button aus beginnen. Besonders bei den niedrigeren Limits sehe ich viele Spieler die vom Button aus nur limpen, aber hiervon kann ich strengstens abraten, außer dein Gegner gibt dir einen Grund dafür (wenn er zum Beispiel bei jedem Raise von dir gleich reraist). Auch das Minimum raisen finde ich persönlich eher schwach. Ein solcher Raise ist für einen guten Gegner leicht zu kontern und wirklich Druck übst du damit auf deinen Gegner auch nicht aus. Der meist-benutzte Raise vor dem Flop, und meiner Meinung nach auch der beste, ist 3-4x der Big Blind.

Welche von diesen beiden du wählst hängt von deinem persönlichen Spiel Stil ab. 3x den Big Blind raisen hält den Pot kleiner und gibt dir mehr Spielraum für den Flop, Turn und River. Wenn du also gerne den Pot kontrollierst (ihn klein hältst) und viele Flops sehen willst, ist dies der richtige Weg. Du machst es gerade teuer genug für deinen Gegner, dass er doch viele seiner Hands folden muss, minimierst aber gleichzeitig auch dass Risiko von einem großen Re-Raise deines Gegners, was bedeutet dass du sogar bei einem 3-Bet noch callen kannst und den Flop sehen kannst (wenn deine Hand und die Odds dies zulassen natürlich). Andererseits hast du mit einem Raise von 4x dem Big Blind den Vorteil dass du deinen Gegner enorm unter Druck setzt. Spieler kriegen bei einem solchen Raise weniger Implied Odds um OOP gegen dich zu spielen, wodurch du viele Pots vor dem Flop gewinnen wirst. Auch ein Re-Raise wird für deine Gegner weniger interessant weil das bedeuten würde das sie gleich einen großen Teil ihres Stacks investieren müssen.

Lasst uns als Beispiel vorstellen dass wir ein $2-$4 No Limit Heads-Up Spiel spielen. Ein Raise von 3x BB liegt also bei $12, womit ein Re-Raise deines Gegners oft $36 bis $46 betragen wird. Die meisten Spieler entscheiden sich bei einem 3-Bet für 3x deinen Raise + 1 Big Blind = $40. Dies gilt eigentlich für alle Limits bei denen die Spieler mit einem Stack von 100 Big Blinds beginnen. Wenn du dich für einen Raise von 4x BB entscheidest, liegt der Re-Raise deines Gegners schon bei $52, womit er bereits 13% von seinem Stack investiert hat. Es ist also für viele Spieler imponierend wenn jemand vom Button aus 4x BB vor dem Flop raist. Wenn du gerne große Pots mit großen Continuation Bets spielst ist, dies ein guter Stil für dich. Ich persönlich raise eher 3x BB wenn ich auf dem Button sitze, was zur Folge hat dass ich ungern gegen Spieler spiele die 4x BB raisen. Aber das hat alles mit persönlichen Vorlieben zu tun, also finde heraus was am besten zu dir passt und womit du dich am wohlsten fühlst.

Jetzt haben wir also entschieden wie viel wir raisen sollten, jetzt stellt sich nur noch die Frage womit wir denn raisen sollten. Du solltest zuerst herausfinden welcher Stil am besten zu dir passt, aber das weißt du bestimmt schon bevor du das Heads-Up beginnst. Spielst du gerne loose-aggressive, tight-aggressive, oder kommt es bei dir oft auf deine Gegner an? Eigentlich macht das auf dem Button wenig aus. Wenn du dich wohl dabei fühlst, Hände auf dem Flop zu spielen, dann kannst du auch mit Händen wie {j-Spades}{3-Spades} vor dem Flop raisen. Wenn du merkst, dass dein Gegner dich immer öfter re-raist solltest du es vielleicht mit solchen Händen etwas ruhiger angehen lassen. Vom Button aus kannst du dir eigentlich fast alles erlauben, und bei mir hängt es oft von einigen Faktoren ab die mehr mit meinem Gegner als mit mir zu tun haben.

Re-Raist er viel?

In diesem Fall spiele ich um einiges ruhiger vom Button aus und konzentriere mich auf Hände die oft gut floppen, so wie zum Beispiel suited Connectors, und halte mich fern von schwachen Assen. Ich spiele zum Beispiel viel lieber eine Hand wie {8-Spades}{5-Spades} als {a-Spades}{4-Diamonds}. Schon ganz wenn mein Gegner vor dem Flop re-raist, obwohl ich in diesem Fall anraten würde beide Hände zu folden.

Spielt er super tight wenn er Big Blind ist?

Wenn dies der Fall ist raise ich meine Hand praktisch blind. Meine Maus ist praktisch schon auf dem Raise Knopf bevor ich meine Hand überhaupt gekriegt habe. Er foldet sowieso fast jedes mal und wenn er dann doch mal callt hast du für den Rest der Hand auch noch Position. Es ist aber schon wichtig darauf zu achten, dass WENN er dann mal re-raist oder versucht die Initiative zu übernehmen, du ein wenig auf der Hut bist. Was viele Spieler falsch machen bei einem tighten Big Blind ist, dass sie zu viel investieren, und wenn er dann tatsächlich mal die bessere Hand hat, einen großen Pot verlieren. Lass ihn den Pot einfach gewinnen und konzentriere dich wieder auf dein Pre-Flop Spiel, oder warte bis du selber ein Monster Blatt getroffen hast. Ein guter Tipp gegen solche Spieler ist, dass du deine Continuation Bets auf dem Flop klein halten solltest.

Spielt er loose-passive vom Big Blind aus?

Diese Spieler callen viele Hands vor dem Flop und floaten dann sogar noch OOP auf dem Flop. Gegen solche Gegner folde ich oft meine schwächeren Hände die oft schlecht floppen vor dem Flop, so wie zum Beispiel Kd-5c. Dafür Raise ich dann meine suited Hands, Connectors und 1-Gappers. Ich versuche zudem herauszufinden wie seine Betting-Muster aussehen wenn er was getroffen hat. Wenn ich weiß, dass er die meisten von meinen Continuation Bets auf dem Flop callt, werde ich oft auf dem Turn noch mal setzen weil ich davon ausgehen kann dass er auf dem Flop nur mit einer sehr mittelmäßigen Hand gecallt hat. Wenn ich das Gefühl habe, dass dies nicht der Fall ist und ich selber auch nichts getroffen habe, werde ich auf dem Flop oft checken und mir eine gratis Turn Karte ansehen. Wenn du zum Beispiel weißt, dass er auf dem Turn immer setzt wenn er was getroffen hat aber checkt wenn er nichts hat, kannst du deinen Continuation Bet anstatt auf dem Flop auf dem Turn anwenden und den Pot da einsammeln. Dies bringt uns auch gleich schon zu unserem nächsten Punkt: dem Continuation Bet beim Heads-Up

Continuation Bet

Ein Continuation Bet kann natürlich in der Höhe variieren. Du kannst den Pot setzen, was gut funktioniert wenn du vor dem Flop 3x BB geraist hast, wovon ich aber abrate wenn du vor dem Flop auf 4x BB erhöht hast. Was ich selber oft mache ist vor dem Flop 3x BB zu erhöhen und dann auf dem Flop 5x BB zu setzen. Wenn ich vor dem Flop auf 4x BB erhöht habe, würde ich als Continuation Bet 6x BB vorschlagen.

Der Continuation Bet ist beim Heads-Up schon sehr interessant, weil du viele verschiedene Dinge zu sehen kriegst. Es gibt zum Beispiel Spieler, die auf JEDEN Flop einen Continuation Bet anwenden, wovon ich nur abraten kann. Wenn mein Gegner so etwas machen würde, würde ich ihn mit aller Macht Check-Raisen. Er kann nie im Leben jeden einzelnen Flop treffen und wird auch oft seine Hände folden müssen. In dem du dich mit deinen Continuation Bets ein bisschen abwechselst kannst du solche Check-Raises deiner Gegner vermeiden. Versuche zum Beispiel zu Beginn eines Heads-Up nach einem Continuation Bet auf dem Flop oft einen Showdown zu erreichen damit dein Gegner sehen kann dass du was auf der Hand hast wenn du setzt. Dies kann dir im Verlaufe des Heads-Up viel bringen.

Ich variiere also immer mal wieder meinen Spiel Stil und checke sogar hin und wieder mal Top Pair auf dem Flop. Dies mache ich zum Teil um den Pot zu kontrollieren und auch um meinen Gegner zu verwirren. Hier ist ein Beispiel wie du ein Top Pair slow-playen könntest:

Du erhöhst mit {q-Spades}{8-Spades} auf dem Button auf $12 bei einem $2/$4 Heads-Up. Dein Gegner callt und ihr sieht folgenden Flop: {q-Diamonds}{j-Hearts}{4-Clubs}. Bei einem solchen Flop will ich des öfteren gerne checken. Viele Gegner werden sofort annehmen, dass du nicht getroffen hast und betten oft mit gar nichts auf dem Turn. Nehmen wir also an dein Gegner checkt den Flop und du checkst hinterher. Wenn du jetzt auf dem Turn und River setzt, werden sie nur selten annehmen, dass du eine Dame auf der Hand hast und werden dich oft bis zum River mit beispielweise einem Buben callen. Hierbei kommt es natürlich auch immer auf die Textur der Turn Karte an. Nehmen wir an die Turn Karte ist die {5-Clubs} und dein Gegner setzt. Es gibt jetzt so viele Draws die dein Gegner haben könnte, dass ich in einem solchen Fall auf dem Turn raisen würde. Das kommt für ihn unerwartet und macht dich für deinen Gegner unberechenbar. Aber es gibt so viele Draws auf die er hier setzten würde; jeden Flush Draw, A2/3/4/5, 67, 23, 86, 87, 26, KT, T9, AT...da kommt einiges zusammen. Einige Hände werden nach deinem Raise einfach gefoldet, aber gute Draws werden hier callen. Wenn du gereraist wirst, liegst du höchstwahrscheinlich hinten. Es gibt nur wenige Spieler die bei einem Draw auf dem Turn so viel Geld investieren würden. Wenn ich hier gecallt werde checke ich oft den River nach meinem Gegner. Wenn er seinen Draw verpasst hat foldet er sowieso und du hast mit deiner Dame einen großen Showdown Value. Wenn dein Gegner einen Buben hat hast du auf dem Turn noch ein wenig Geld aus ihm heraus gekriegt und er würde bei einem Bet auf dem River wahrscheinlich sowieso folden. Dazu kommt, dass du so nicht auf dem River noch mehr Geld gegen ein besseres Blatt verlierst.

Wie zuvor schon mal erwähnt kannst du auch deinen Continuation Bet erst auf dem Turn anwenden anstatt auf dem Flop, etwas das viele bekannte Online Spieler machen. Dies kommt zum größten Teil daher, dass es heut zu Tage zu einer Art Trend geworden ist, auf dem Flop zu check-raisen sobald man auch nur das geringste auf dem Flop getroffen hat. Hiermit vermeidest du also eine unangenehme Situation auf dem Flop und erhöhst deine Chancen, dass dein Gegner bei einem Bet auf dem Turn folden wird. Bei den meisten Spielern ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen Bet auf dem Turn callen, um einiges kleiner als dass sie einen Bet auf dem Flop callen, wo sie noch zwei Karten zu sehen kriegen.

Alles in allem würde ich mich bei allem was du tust immer abwechseln um zu vermeiden, dass deine Gegner bei dir ein Muster erkennen. Variiere also deine Continuation Bets, mal auf dem Flop, mal auf dem Turn, checke hin und wieder Top Pair, usw...Achte aber bei deinen Continuation Bets darauf, dass sie glaubwürdig sind. Ein Continuation Bet auf einem {4-Spades}{4-Diamonds}{5-Spades} Flop ist nicht glaubwürdig, also wirst du in solchen Fällen oft gecheckraist werden. Ein Continuation Bet auf einem {a-Diamonds}{9-Clubs}{3-Spades} Flop ist glaubwürdig, also wirst du hier oft den Pot gewinnen können, es sei denn natürlich dein Gegner hat was getroffen.

Teil II gibt es nächste Woche.

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