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Pokerstrategie | Texas Hold'em Strategie

6-Max Spiele | 6-Max Poker Strategie

6 max Poker
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Auf Anfrage einiger Leser und auch aus eigenem Interesse habe ich mich entschieden einen Artikel über das Spielen an Shorthanded Tischen (also Tischen mit 6 Spielern oder weniger) zu verfassen. Obwohl schon viel über dieses Thema geschrieben wurde, unter anderem auch bei PokerWorks, dachte ich mir es ist an der Zeit mal eine etwas modernere Ansicht zu diesem Thema zu vertreten.

In den meisten Artikeln, die du zu diesem Thema lesen wirst, wird gesagt dass du an einem Shorthanded Tisch deine Taktik ändern musst und viel aggressiver spielen musst als du es an einem Full Ring Table (9-10 Spieler) tun würdest. Während du an einem Tisch mit 10 Spielern eigentlich ultra-tight spielen solltest und auf deine Premium Hände wie AA/KK/QQ warten musst, wird dir diese Spielweise an einem 6-Max Tisch teuer zu stehen kommen. Plötzlich siehst du wie Spieler vor dem Flop mit Hände wie K-9 off suit re-raisen und von Hände wie 4-5 suited gecallt werden. Wenn du da nur darauf wartest bist du mal AA auf die Hand bekommst, wirst du schnell merken wie die Blinds deinen Stack nur so dahinschwinden lassen.

Viele Spieler fühlen sich daher zu Beginn an diesen Tischen eher unwohl, da sie praktisch gezwungen werden Hände zu spielen über die sie sonst nicht mal nachgedacht hätten. Dann fangen sie an Raises mit Hände wie K-10 off suit zu callen, verpassen den Flop 70% der Zeit und folden dann ihr Blatt sobald ihr Gegner seinen üblichen Continuation Bet abfeuert. Aggressive zu spielen bedeutet also nicht einfach nur mehr Hände vor dem Flop zu callen oder zu raisen. Es geht auch darum zu wissen wann du die beste Hand hast und wann dein Gegner versucht dich aus dem Pot zu bluffen. Denke daran, dass bei Shorthanded Spielen nicht nur deine Auswahl an Starting Hands sich ausbreitet, sondern auch die Hände die du bis zum River durchspielst. Oft kann ein Top Pair mit einem guten Kicker schon ausreichen um die Hand zu gewinnen, aber du solltest auch die Fähigkeit besitzen zu wissen wann du mit deinem Blatt hinten liegst und wann es richtig ist zu folden. Da du mehr Hände spielst und daher auch mehr Flops zu sehen kriegst, ist es umso wichtiger deine Gegner gut einschätzen zu können und zu wissen wann die Zeit gekommen ist, einen Gang zurück zu schalten.

Dein Ziel an diesen Tischen sollte es sein, mit deiner Aggressivität die Initiative und die Kontrolle am Tisch zu übernehmen. Bringe deine Gegner zum folden, wenn sie das bessere Blatt haben und lasse sie glauben, dass sie in Führung liegen, wenn du die Nuts getroffen hast. Dies hört sich einfach an, nur leider ist das nicht der Fall. Starke Shorthanded Spieler werden nicht geboren, sie werden gemacht, und es wird eine Weile dauern bis du die Früchte deiner Arbeit ernten kannst. Du musst an diesen Tischen viel mehr Informationen sammeln und bearbeiten, und vor allem musst du dies schnell machen können. Du musst den Spiel-Stil deines Gegners analysieren können, sei dies passive, aggressive, loose oder tight . Dazu musst du deinen eigenen Spiel-Stil dem Stil deiner Gegner anpassen. Das schwierige daran ist, dass du deinen Stil von einer Hand auf die nächste ändern musst wenn du es mit einem anderen Gegner zu tun kriegst. Wenn du dies erfolgreich machst resultiert es in einen weiteren Vorteil für dich. Dadurch, dass du ständig deinen Spiel-Stil veränderst, wird es für deine Gegner praktisch unmöglich zu wissen was du auf der Hand hast.

Verstehe mich jetzt aber nicht falsch. Ich sage nicht dass du dich jetzt an einen 6-Max Tisch hinsetzten sollst und einfach mal in später Position mit K-9 off suit raisen sollst. Wie bei allem im Poker, können auch diese Situationen nicht verallgemeinert werden. Sicherlich ist es richtig, das du an diesen Tischen mehr raisen und re-raisen solltest, auch gelegentlich wenn du gar nichts auf der Hand hast, aber wann genau du dies tust ist immer noch sehr Situationsbedingt. Zu wissen wann die richtige Situation gekommen ist, lernst du lediglich durch viel Übung. Während du dich zu Beginn noch das eine oder andere Mal verschätzen wirst und es vielleicht ein bisschen zu weit treibst, wirst du schon bald lernen zu erkennen wann die richtige Zeit für einen Raise/Bluff gekommen ist und wann du am besten deine Hand aufgeben solltest.

Wie zu Beginn des Artikels erwähnt, ist dies was du in den meisten Artikeln zu Shorthanded Spielen lesen wirst. Und bis vor einigen Monaten hätte ich dem auch zugestimmt. Ich sage jetzt nicht das du gerade 10 Minuten mit dem Lesen dieses Artikels verschwendet hast, denn vieles davon trifft auch heute noch zu, aber gleichzeitig hat sich die Poker Welt im letzten Jahr schon sehr verändert. Während es „früher" leicht war für einen aggressiven Spieler an einem 6-Max Tisch mit aggressivem Spiel die Kontrolle am Tisch zu übernehmen, ist dies heute leider nicht mehr der Fall. Es wird bei fast jeder Hand geraist und gere-raist, und meistens sind vor dem Flop schon so viele Chips im Pot das man gar keine andere Wahl hat als All-in zu gehen. Oft sind die Chips sogar vor dem Flop schon alle im Pot.

Wieso ist dies ein Nachteil für gute Spieler? Du verlierst deine Überlegenheit. Wenn du bereits vor dem Flop All-In bist, hast du keine Chance mehr nach dem Flop deinen Gegner mit einem guten Bluff zum folden zu bringen. Auch wenn du noch einen Flop zu sehen kriegst kannst du eigentlich davon ausgehen dass du bei eine Straight- oder Flush Draw All-In gehen musst. Ein Overpair

ist in einem solchen Fall auch schon fast nicht mehr zu folden. Viele Spieler sagen auch „Wenn ich je Heads-Up gegen Phil Ivey spielen würde, lege meine einzige Chance zu gewinnen darin, bei jeder Hand All-In zu gehen und zu hoffen dass ich einer meiner 8 Outs treffe". Daran kann man erkennen wie sich die Mentalität der Spieler in den letzten Monaten/Jahren verändert hat. Während man sich früher noch ernsthaft Gedanken machen musste ob man vor dem Flop mit Q-Q ein All-In callt, ist ein solches Blatt heut zu Tage schon fast nicht mehr zu folden. Wie oft siehst du heute Gegner die mit 10-J suited re-raisen und von A-7 gecallt werden. Das muss man sich fragen ob man wirklich mit seinen suited Connectors 12-14 Big Blinds vor dem Flop investieren will, besonders wenn man weiß dass man auf dem Flop garantiert mit einem Continuation Bet konfrontiert wird.

Was ich also hiermit sagen will ist, dass die Einstellung der Spieler zum aggressiven Spiel so weit verbreitet ist das man selber mit Aggressivität eigentlich nicht mehr dagegen ankommt. Um also wirklich seine Fähigkeiten und Überlegenheit ausnutzen zu können, sollte man sich wieder zu einem tighten Spiel-Stil hinorientieren. Also mit Hände wie A-Q oder 10-10 vor dem Flop nicht mehr re-raisen, sondern sich einfach mal den Flop ansehen. Wenn du triffst ist dir die Action der anderen Spieler sowieso so gut wie garantiert, du musst also nicht mehr selber dafür sorgen dass Geld in den Pot kommt. Hände wie AA/KK/QQ solltest du natürlich immer noch super aggressive spielen. Deine Gegner werden oft gar nicht mitkriegen dass du nur noch deine Monster Hände raist und werden davon ausgehen dass du dich einfach dem Spiel-Stil am Tisch anpasst. Las also deine Gegner so aggressive Spielen wie sie wollen, folde deine schwachen Hände und versuche schwierige Situationen zu vermeiden.

Natürlich wirst du auch immer mal wieder Tische finden an denen die meisten Spieler sehr tight und zurückhaltend spielen, in welchen Fall du mit deinem aggressiven Spiel wieder die Kontrolle übernehmen kannst. Aber wenn du merkst das du mit einem Haufen von super Loose-Aggressiven Spielern am Tisch sitzt, versuche es nicht mit ihnen aufzunehmen und konzentriere dich einfach darauf, aus deinen guten Hände das beste herauszuholen. Wie gesagt, die Action ist dir garantiert, und nach einigen gewonnen Pots hast du auch schnell die verlorenen Blinds wieder vergessen.

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