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Die Gefahr von zukünftigen Bets


Von: Tuscaloosa Johnny
Aktualisiert: Sep 24, 2008
Leser: 1060
gefahrEine Sache, die Bets auf dem Flop und dem Turn bei Texas Hold'em so effektiv macht, ist die Gefahr von zukünftigen Bets. Spieler, die zu diesem Zeitpunkt einen Bet callen (besonders die in einer schlechten Position) wissen, dass später in der Hand noch weitere, größere Bets auf sie zukommen könnten.

Hier ist ein Beispiel. Nehmen wir an wir sind beim Turn angelangt und das Board zeigt Q98♣7. Der Pot ist durch Raises und Calls vor dem Flop auf $150 angewachsen. Der Raiser vor dem Flop setzt nach dem Flop $50 und du bist der einzige Caller mit Q♣K. Jetzt beträgt der Pot $250 und der Raiser checkt den Turn. Es kann gut sein dass du das beste Blatt auf der Hand hast, aber es kann auch der Fall sein dass der Raiser von dem Board eingeschüchtert wurde, welches für einen Spieler mit K-K oder A-A immer gefährlicher wird. In diesem Fall könntest du höchstwahrscheinlich mit einem großen Bet auf dem Turn den Pot gewinnen, nicht nur weil du auf dem Turn viel setzt, sondern auch weil dein Gegner weiß dass auf dem River ein noch größerer bet von dir folgen könnte.

Dieses Konzept nennt sich umgekehrte Implied Odds. Wie du bestimmt weißt, geht es bei Implied Odds darum, wie viel Geld du gewinnen kannst wenn du deinen Draw triffst. Du kannst mit einem Straight Draw einen Bet von $100 callen in der Hoffnung dass, wenn du triffst, du einen Pot von $1,000 gewinnen kannst. Das Konzept von umgekehrten Implied Odds besagt das du einen großen Betrag riskierst um einen kleinen Betrag zu gewinnen. In dem oben angeführtem Beispiel gibst du deinem Gegner umgekehrte Implied Odds. Wenn du auf dem Turn einen großen bet machst, kann es sein dass dein Gegner glaubt dass er diesen Bet und einen noch größeren Bet auf dem River callen muss. Das heißt, um die $250 zu gewinnen, die zu dem Zeitpunkt im Pot sind, muss er wahrscheinlich noch mal das Dreifache davon in den Pot investieren.

Natürlich musst du auf dem River nicht setzen wenn du glaubst dass du das schlechtere Blatt hast, aber dein Bet auf dem Turn wird deinem Gegner auf jedem Fall zu denken geben. Dein Gegner kann glauben dass du das beste Blatt hast, oder dass du nur einen Draw getroffen hast, aber wenn er sich nicht sicher ist, befindet er sich in einer schwierigen Situation. Das hat er davon, dass er auf dem Turn die Kontrolle der Hand verloren hat. Indem er auf dem Turn checkt, gibt er die dir Möglichkeit, die Kontrolle in dieser Hand an dich zu reißen. Wenn er sich nicht sicher war, ob er in Führung war oder nicht, hätte er auf dem Turn noch mal einen kleineren Betrag wie zum Beispiel $75-$100 setzen müssen. Der Pot ist zu groß um ihn einfach aufzugeben. Wenn er jedoch nur A-High auf der Hand hat, bleibt ihm natürlich nicht mehr viel übrig als die Hand aufzugeben.

Dieses Konzept ist der Grund dafür, dass ein Bluff auf dem Turn viel effektiver ist als ein Bluff auf dem River. Wenn du auf dem River versuchst zu bluffen, weiß dein Gegner das er nur noch diesen einen Bet callen muss um zu sehen ob du wirklich ein Blatt hast oder nicht. Bei einem Bluff auf dem Turn muss dein Gegner zuerst den Bet callen, und es besteht die Gefahr das er auf dem River einen weiteren, größeren Bet callen muss. Wenn du dazu auch noch einen ordentlichen Stack vor dir hast, kann das für deine Gegner schon ein wenig beängstigend sein.

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