Berücksichtigungen beim Bluffen
Bevor du versucht einen Gegenspieler zu bluffen, solltest du zuerst einige Faktoren berücksichtigen. Zum Beispiel, was ist deine Reputation am Tisch? Sehen deine Gegner dich als loose oder tight ? Wurdest du erst kürzlich beim Bluffen erwischt? Du musst auch darüber nachdenken wen du versuchst zu bluffen. Handelt es sich dabei um einen Spieler der leicht seine Karten foldet oder einer der nicht zu bluffen ist? Las uns einige Situationen betrachten wo diese Berücksichtigungen angewendet werden.Im ersten Beispiel saß ich in der Big Blind Position bei einem $5/$10 Limit-Hold'em Spiel im Foxwood Casino Resort in Connecticut. Ich hatte J-Q auf der Hand und der Flop kam 9-9-5. Ich checkte, ein guter Spieler in mittlerer Position setzte und alle anderen foldeten. Anstatt mein Blatt zu folden, entschied ich mich das nun die Zeit für einen großen Bluff gekommen war. Ich dachte nicht das der Spieler eine 9 auf der Hand hatte weil die meisten Spieler ein so starkes Blatt auf dem Flop in einem Limit Hold'em Spiel checken würden. (Das ist zum Beispiel auch ein Grund weswegen ich immer öfter setze oder Raise wenn ich Trips getroffen habe. Keiner glaubt mir dann das ich tatsächlich ein Set getroffen habe und ich kann groß abkassieren). Ich wusste das der Spieler sehr observierend war und das er schon einige gute Hands von mir zu sehen bekommen hatte, also dachte ich mir ich kann hier durchaus so tun als hätte ich die 9 auf der Hand. Auf dem Turn kam noch eine niedrige Karte, ich checkte, er setzte, ich erholte und er foldete sein Blatt.
Bedenke das ein Check-Raise Bluff zwar teuerer ist wenn er daneben geht, aber dafür gelingt er auch sehr häufig weil Spieler bei einem Check-Raise oft glauben werden das du ein sehr starkes Blatt hast. Ein weiterer Faktor den du berücksichtigen solltest ist das die zwei 9's das höchste Paar auf dem Board waren. (Ich hätte den Spieler vielleicht dazu bringen können seinen 5 zu folden, obwohl ich glaube das er nichts besseres hatte als A-high). Wenn der Flop jedoch wie folgt ausgesehen hätte: J-9-9, und mein Gegner einen J auf der Hand gehabt hätte, wäre es um einiges schwerer gewesen ihn zum folden zu bringen, weil er verzweifelt auf einen weiteren J gehofft hätte. Wenn der Flop jedoch 9-9-5 ist und dein Gegner ein Paar 5's getroffen hat, ist es weniger wahrscheinlich das er dich called weil er, sogar wenn er sein Full House trifft, immer noch verlieren könnte.
Im zweiten Beispiel hat ein Gegner mich geblufft und mich dazu gebracht das beste Blatt zu folden. Ich spielte bei mir in der nähe ein $1/$2 No Limit Hold'em Spiel. Phillip, ein Spieler der dafür bekannt ist das er sehr variabel spielt, erhöhte aus früher Position auf $15 und ich callde mit K-Q suited. Der Flop kam K-3-4. Phillip checkte und ich setzte $25. Er überraschte mich mit einem Check Raise von $150. Ich dachte einige Minuten darüber nach und entschloss mich schließlich zu folden. Ich konnte den Gedanken nicht loswerden das er A-K oder A-A auf der Hand hatte. Phillip zeigte mit Q-Q. Phillip war sich zweifellos darüber im klaren das ich im Stande war ein gutes Blatt zu folden bevor er mich check-raisde, was dazu geführt hat das sein Bluff funktionierte. Es ist natürlich auch immer hilfreich wenn du ordentlich Chips vor dir liegen hast um deine Gegner einzuschüchtern.
Diese beiden Beispiel zeigen wie wichtig es ist das du dein eigenes Image und das deiner Gegner berücksichtigst wenn du versuchst sie zu bluffen. Ich würde dir empfehlen nicht zu oft zu bluffen, aber hin und wieder muss der Bluff angewendet werden um dein Spiel ein wenig zu variieren. Bevor du also das nächste mal versucht den Pot zu stehlen, denke über die Faktoren die ich hier erwähnt habe nach, und deine Erfolgsquote wird mit Sicherheit zunehmen.
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