Cookies on the PokerWorks Website

We use cookies to ensure that we give you the best experience on our website. If you continue without changing your settings, we'll assume that you are happy to receive all cookies on the PokerWorks website. However, if you would like to, you can change your cookie settings at any time.

Continue using cookies

Poker News | Leute im Poker | Poker Interviews

Greg Raymer – Teil II

Mitteilen
Fortsetzung von Greg Raymer Teil I

CC: Du warst in 2001 auch bei der World Series of Poker dabei, oder?

Greg: 2001 war ich zum ersten mal bei der WSOP dabei. Ich spielte 4 kleinere Events und schaffte es beim Omaha Hi/Lo Event in den Payout. Ich gewann ungefähr $5,000, hatte aber insgesamt für Buy-Ins etwa $7,000 ausgegeben. Ich hab also mit den Turnieren ein wenig Geld verloren, aber ich glaube das ich in dem Jahr noch ein wenig Geld mit Side Games gemacht habe.

CC: Dann warst du in 2002 wieder dabei.

Greg: In 2002 spielte ich zum ersten Mal das Main Event. Ich spielte 3 kleinere Events und das Main Event. Ich dachte das ich gut spielte, aber ich war immer nur knapp dran und immer gerade nicht gut genug. Ich glaube in dem Jahr wurde ich 80ter beim Main Event.

CC: Aber du bist bis zum Schluss geblieben richtig?

Greg: Ich bin geblieben weil ein Freund von mir, Russel Rosenblum, es bis an den Final Table geschafft hatte. Wenn du dir die Fernseh-Show ansiehst, wo Robert Varkonyi gewinnt, kannst du mich im Hintergrund erkennen. Ich saß neben Rosenblums Frau weil ich einer seiner Gäste war.

In dem Jahr wurden die Top 45 ausbezahlt, und ich endete irgendwo auf Platz 80. Ich war im Big Blind und Tony G erhöhte. Ich saß erst seit gut einer Stunde am Tisch, aber in der Zeit hatte Tony G bereits die Hälfte aller Pots geraised. Man kann also annehmen das er nicht unbedingt ein sehr starkes Blatt hat. Ich war mir sogar sicher das er blufft. Ich sitze im Big Blind und schaue auf A-K und ich re-raise. Auch wenn dies kein grandioses Blatt war, es war immer noch besser als seins. Ich re-raise also, und er geht sofort All-In. Ich sitze da also für 5 Minuten und weiß er hat nichts. Aber sogar wenn er nichts hat, bin ich vielleicht nur ganz leicht in Führung, 3:2 oder 2:1. Der einzige Weg wie ich Weit in Führung liegen konnte wäre wenn er ein schlechteres Ass hatte als ich, so was wie A-5.

Nach 5 Minuten sagte ich dann, "Ich kann das bessere Blatt nicht folden, ich calle." Er zeigt 10-4 off suit, der Flop kommt 8-9-J, auf dem Turn kommt die Dame und ich habe nur noch 3 Outs, welche ich nicht treffe und ich bin draußen. Ich hatte das Gefühl als hätte ich das ganze Turnier lang richtig gut gespielt und hatte nur bei der letzten hand ein wenig Pech. Ich kam nach Hause und mein Bankroll hatte sich halbiert. Danach habe ich angefangen, Investoren zu suchen. Ich stand lange Zeit auf RGP und 2+2 um dort „Werbung" für mich zu machen, weil ich auch keine Lust hatte, Freunde um das Geld zu beten.

Ich dachte wenn ich Freunde frage und sie nein sagen, könnte das unsere Beziehung beeinflussen. Natürlich musste ich mir einiges von den Leuten das anhören. Sie sagten sachen wie, „Oh, du musst ja sehr schlecht sein wenn du nach Investoren suchst." Ich sagte nur, „Ihr könnt sagen was ihr wollt, ist mir egal."

Ich bekam sofort haufenweise E-Mails von Freunden und von Leuten, von denen ich noch nie gehört hatte. Da war ein Typ aus Polen der zwei Anteile gekauft hatte. Er hatte meinen Post gelesen, fand mich gut und wollte in mich investieren. Die Leute kauften Anteile für $500 das Stück. Ich selber kaufte ungefähr ein Drittel der Anteile. Ich verlor während den ersten Paar Sessions ein wenig und die Anteile sanken auf $488 das Stück. Nach 6 Monaten stiegen die Anteile auf $550, und ein wenig später standen sie bereits bei $600. Nachdem ich das Main Event gewonnen hatte, standen die Anteile bei $36,000.

CC: Wie wichtig war RGP und 2+2 für dich?

Greg: RGP existiert heut zu Tage praktisch nicht mehr. 2+2 lese ich noch immer fast jeden Tag. Den Strategie Teil beschäftige ich mich nicht mehr mit; da habe ich einfach keine Zeit mehr für. Wenn ich da wieder rein kommen würde, gebe es viele Leute die einfach nur meinen rat hören wollen, und weil ich wenig Zeit habe währe ich gezwungen die meisten Anfragen zu ignorieren.

CC: Wie wichtig waren diese Forums für dich als du dich als Spieler entwickelt hast?

Greg: RGP und 2+2 waren unglaublich hilfreich für mich. In den Forums waren einige sehr gute und clevere Poker Spieler, also wenn du eine interessante Hand gespielt hattest, oder eine Hand wo du dir nicht sicher warst ob du das richtige gemacht hast, konntest du sie dort einfach posten und würdest von einigen sehr guten Spielern Feedback kriegen. Sie würden dann sachen sagen wie, „Ich hätte hier gefoldet weil..." oder "Ich währe hier All-In gegangen weil...." Sie sagen dir nicht nur was du hättest tun sollen, sonder geben dir auch die Gründe dafür.


CC: Ich will auch noch einige andere Dinge ansprechen. Ich habe schon viel geschrieben über Poker und Beziehungen. Es gibt sehr wenige großartige Poker Spieler die gute, langjährige Beziehungen haben.

Greg: Da wäre ich mir nicht so sicher. Joe Hachem hat ein großartiges Verhältnis zu seiner Frau, meine Beziehung mit meiner Frau ist auch sehr gut. Varkonyi genau so, Phil Hellmuth, Howard Lederer, und Doyle Brunson auch. Er hat die längste Beziehung von uns allen.

CC: Gibt es irgendwas einzigartiges an diesen Beziehungen oder daran, wie deine Frau sich dem neuen Leben angepasst hat?

Greg: Es ist nicht einzigartig, aber als sie mich geheiratet hat, war ich ein Anwalt. Ich arbeite von 9:00 bis 17:00, manchmal auch ein bisschen länger, und ich war fast jede Nacht zuhause. Jetzt bin ich 60-70% der Zeit unterwegs. Das ist ein Riesen unterschied, und ihr gefällt es nicht. Mir gefällt es auch nicht, aber mir gefällt alles andere an meinem neuen Beruf. Sie versucht mich nicht wissen zu lassen, das es ihr nicht gefällt, weil sie weiß wie viel glücklicher ich bin, und sie weiß auch das mir die Reisen nicht gefällt. Also muss ich noch mal das Main Event gewinnen, diesmal ohne Investoren. Dann kann ich die ganzen $8 Millionen für mich behalten und vielleicht in den Ruhestand gehen.

CC: Dir muss ich das ja nicht erzählen, aber so viel Gutmütigkeit wie bei dir sieht man bei fast keiner anderen Person die so im Rampenlicht steht. Zu jeden Zeitpunkt scheinst du bereit zu sein, alles stehen und liegen zu lassen um anderen zu helfen. Dein Erfolg und alles was danach kam muss dein Leben ja komplett auf den Kopf gestellt haben.

Greg: Es hat meinen Lebens-Stil zwar verändert, aber es hat mich als Person nicht wirklich verändert. Ich hatte immer schon ein großes Ego und war auch schon immer sehr selbstbewusst. Wenn ich etwas wirklich versuche, glaub ich auch das ich gut drin sein kann, außer so etwas wie Hochsprung. Als ich das Main Event gewann, kam es mir nie in den Sinn das ich jetzt der größte Spieler der Welt bin. Ich fand das alles immer eher amüsant.

Gut zu spielen und mal eine Woche lang einen guten Lauf zu haben macht dich nicht zum besten. Da musst du schon mehr sein wie Doyle Brunson, der schon seit Jahrzehnten ganz oben mitspielt. Sogar ein Spieler wie Phil Ivey war noch nicht lange genug dabei. So gut er auch ist, er kann nicht behaupten das er der größte ist bevor er nicht noch 10 weitere Jahre ganz oben mitspielt. Dann währe es vielleicht angebracht zu sagen er ist der größte.

Ich weiß das viele von diesen Spielern besser sind als ich. Ich habe schon in $300/600 oder $400/800 Games gespielt und gewonnen. Aber ich bin mir auch im Klaren darüber das einige dieser Spieler immer noch viel besser sind als ich. Wenn ich gegen sie spiele, weiß ich sofort das ich nicht der größte bin.

CC: Du fragst bei Autogrammen auch immer für wen es ist.

Greg: Ja, das kommt zum Teil daher das echte Fans das schätzen, aber auch damit die Leute, die eigentlich keine Fans sind und das Autogram einfach auf Ebay verkaufen wollen, dies nicht können wenn da steht "Für Jim". Ich mache es also um den echten Fans was gutes zu tun und um die Pläne der anderen zu durchkreuzen.