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Greg Raymer

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Greg "Fossilman" Raymer trat in die Fußstapfen von Chris Moneymaker nachdem er unter anderem Dan Harrington, Josh Arieh und David Williams am Final Table besiegte um 2004 WSOP Main Event Champion zu werden. Seit seinem Sieg ist Raymer einer der großartigsten Botschafter des Poker die das Spiel je gesehen hat, was ihn auch zu einem der beliebtesten Poker Spieler der Welt gemacht hat. Seit seinem Main Event Sieg hat er noch 9 weitere Male einen WSOP Payout erreicht, unter anderem 4 Final Tables und ein 14ter Platzt beim 2007 WSOP $50k H.O.R.S.E Event. Er gehört ohne Zweifel zu den größten des Poker.

CC: Danke das Sie sich die Zeit für mich nehmen. Erst mal, erzählen Sie mir von ihrer Kindheit. Sie sind oft umgezogen.

Greg: Oft ist ein relativer Begriff. Ich bin als Kind einige Male umgezogen. Der erste Umzug zählt eigentlich gar nicht. Ich wurde in North Dakota geboren und war erst wenige Monate alt als mein Vater die Air Force verlies und wir zurück nach Michigan zogen, wo er herkam. Ich würde das nicht wirklich al Umzug bezeichnen, wenn du noch zu jung bist um überhaupt zu wissen was um dich herum geschieht. Als ich 10 war zogen wir nach Clearwater, Florida. Einige Jahre danach zogen wir dann nach St.Louis.

CC: War das damals schwer für dich?

Greg: Nein. Das erste Mal war ein bisschen hart weil ich noch nie umgezogen war. Bis dahin hatte ich mein Leben lang im gleichen Haus gewohnt, was bedeutet das alle Freunde die ich hatte dort waren. Das hasste ich, aber ich machte in Florida schnell neue Freunde also war alles wieder gut. Als ich dann nach St.Louis zog war das kein Problem. Dann ging ich aufs College, wofür ich einige Male umziehen musste, und hatte danach drei verschiedene Jobs als Anwalt. Jetzt wohne ich in Raleigh, North Carolina, womit ich jetzt glaube ich insgesamt 12 mal umgezogen bin. Als Kind bringt ein Umzug gutes und schlechtes mit sich. Das schlechte ist, das du deine Freunde verlassen musst und wohl nie diese Lebenslangen Freundschaften haben wirst. Es ist nicht so das ich jetzt immer noch meine Freunde sehe mit denen ich gespielt habe als ich 6 war. Aber das gute ist das du besser lernst neue Freunde zu machen, was auf die Dauer natürlich auch nicht schaden kann.

CC: Und dein Hauptfach in der Schule war Chemie?

Greg: Als ich an der Universität von Missouri-Rolla studierte war mein Hauptfach Chemie. Als ich dann meinen Abschluss hatte wollte ich meinen Doktor in Bio-Chemie machen, das war der Plan. Irgendwann als Professor arbeiten und Krebs heilen oder so was. Ich schaffte zwar meinen Doktor, aber nachdem ich das geschaffte hatte wurde mit klar das ich nicht mein Leben lang in einem Labor arbeiten wollte. Wissenschaft interessiert mich zwar, aber auf die Dauer kann es doch ein wenig langweilig werden. Bis man dann tatsächlich mal einen großen Durchbruch erlebt können Monate, sogar Jahre vergehen, und das war es mir am Ende nicht Wert. Also dachte ich mir „Wie kannst du dieses Wissen sonst noch einsetzen?" Ich dachte eigentlich an so was wie Apotheker, bis ein Freund mich fragte, „hast du dir je mal überlegt Patent Anwalt zu werden?"

Ich wusste nicht einmal genau was das war. Ich ging an die Juristische Fakultät wo ich mich mit einem ehemaligen Studenten zum Essen traf. Ich fragte wie es ist, ein patent Anwalt zu sein, und von dem was er mir erzählte, hörte es sich für mich wie der perfekte Job an. Ich musste zwar Jura studieren, aber als Patent Anwalt bist du praktisch ein Wissenschaftler mit einem Bleistift. Deine Klienten kommen zu dir nachdem sie ihren großen Durchbruch hatten und du erfährst dann alles über, zum Teil, sehr interessante Sachen.

Es ist sehr interessante Arbeit, und man hat immer noch viel mit Wissenschaft zu tun ohne die ganze langweilige Arbeit zu machen. Das war also der neue Plan. Jura studieren und Patent Anwalt werden. Das machte ich 12 Jahre lang, erst für ein Paar unterschiedlichen Firmen, bis ich schließlich bei Pfizer landete. Dann gewann ich vor 3 Jahren das Main Event, und ich entschied mich das es viel mehr Spaß machte, ein Poker Spieler zu sein als ein Patent Anwalt.

CC: Wie war es für dich bei Pfizer?

Greg: Also, es war viel besser als in einer Kanzlei zu arbeiten. In einer Kanzlei ist es egal wie viele Stunden du arbeitest, sie wollen immer das du noch mehr tust. Irgendwann fragte ich dann, „Wie viele Stunden soll ich den arbeiten?" Worauf sie sagten, „Schau mal, wir sagen nicht das du so und so viele Stunden arbeiten sollst, wir wollen nur das du uns zeigst was du drauf hast." Ich meinte nur „gib mir einfach eine Zahl. Ich will das ihr mir eine Zahl gibt bei der ihr mir nie wieder sagen müsst das ich mehr machen soll." Aber sie wollten mir keine Zahl nennen. Sie sagten „wir wollen das du uns versprichst alles zu geben was du hast," worauf ich sagte „ich verspreche euch gar nichts bevor ihr mir nicht etwas verspricht."

Natürlich hörten sie das nicht gerne, worauf ich mir einen neuen Job suchte.

Bei Pfizer ging es viel besser weil ich mich da nicht mit all dem Scheiß auseinander setzen musste. So lange du die Arbeit gut machst und alles fertig kriegst, war es egal wie lange du gearbeitet hast. Das Problem mit großen Firmen ist das sie allerlei Richtlinien haben und alles auf eine bestimmte Weise gemacht werden muss. Natürlich gibt es für diese Richtlinien einen guten Grund, aber meiner Meinung nach kann man diese auch mal überschreiten wenn du damit das richtige tust.

Ich würde zum Beispiel etwas gutes machen wodurch die Firma viel Geld spart, aber würde danach Ärger bekommen weil ich mich nicht an die Richtlinien gehalten habe. Hatte ich was falsch gemacht? Ich musste eine Entscheidung treffen. Hätte ich mir die Zeit genommen um alles mit meinen Vorgesetzten zu besprechen, währe die Chance dahin der Firma $100,000 zu sparen. Sie sagten dann, „Ja, du hattest Recht. Du hast uns $100,000 gespart, deine Entscheidung hatte keine Negativen Auswirkungen, aber mach es nicht noch mal."

Das fand ich immer ein wenig eigenartig. Ich machte mich daher auf die Suche nach einer kleineren Firma. Denn wenn du einer kleinen Firma $100,000 sparst, sind sie dir dankbar. Ich bewarb mich also bei einer kleinen Firma in Tucson, alles lief großartig und der Job war mir so gut wie sicher. Ich musste nur noch den Vorstandvorsitzenden treffen, der an diesem Tag jedoch leider nicht zur Verfügung stand.
Ich bekam einen neuen Termin, und das treffen war angesetzt am gleichen Tag an dem ich das Main Event gewann. Natürlich hatte ich bereits abgesagt weil ich schon zu weit im Turnier gekommen war. Dann rufte ich sie eine Woche später noch einmal an und sagte „wissen Sie was, ich brauche keinen neuen Termin, weil ich gewonnen habe." Sie sagten mir sie hatten bereits in den Nachrichten davon gehört, und hatten schon daran gezweifelt ob ich mich noch melden würde.

CC: Wie war Foxwoods als du anfingst dort zu spielen?


Greg: Foxwoods war damals schon ein großer Poker Room, vielleicht 40 bis 50 Tische in 1998. Das war alles noch lange bevor der große Poker Boom einsetzte. Der setzte erst wirklich ein nachdem Chris Moneymaker im Fernsehen das Main Event gewann, also gut 5 Jahre später. Fast ¾ aller Spiele im Foxwoods waren damals Seven Card Stud (nur High, kein High/Low). Das fand ich ein bisschen enttäuschend. Ich liebte es, Seven Card Stud Hi/Lo zu spielen, und da freute ich mich schon drauf als ich nach Foxwoods umzog, weil es ein Seven Card Stud Room war und kein Hold'em Room.

Als ich da ankam, hatten sie keine Hi/Lo Spiele. Dafür hatten sie aber gute Turniere. Jeden Dienstag Abend veranstalteten sie ein NLH Turnier. Damals nahmen vielleicht so um die 40 Spieler an dem Turnier teil. Das erste mal das ich je im Foxwoods spielte, nahm ich an diesem Turnier teil und gewann es. Dann gewann ich es noch mal einige Wochen später.

Zu der Zeit spielte ich meistens $10/20 Limit, manchmal $20/40. In den nächsten drei Jahren schaffte ich es aber ziemlich schnell um von $10/20 auf $150/300 aufzurücken. Zu dem hatte ich auch sehr viel Erfolg mit Turnieren. In einem gewann ich $20,000, was damals noch sehr viel Geld war. Heut zu tage hört es sich nach einem kleinen Turnier an, aber in 1998 war das ein $500 Buy-In NLH World Poker Finale.

Das war für meinen Bankroll natürlich sehr viel Geld, aber für mich persönlich war es auch sehr wichtig, da meine Frau eigentlich nie damit einverstanden war das ich Poker spielte. Sie sagte immer „wieso verbringst du deinen Samstag mit Poker spielen, spiel doch lieber Golf," worauf ich sagte "na ja, weil wenn ich Poker spiele, ich wahrscheinlich Geld gewinne, und wenn ich Golf spiele, ich mindestens $60 zahlen muss."

Sie war trotzdem nicht überzeugt. Obwohl ich erfolgreich war, sagte sie immer wieder „du hast einfach nur Glück, es ist ein Glückspiel. Jeder der zockt verliert."

Als ich dann aber die $22,000 gewann, hatten wir endlich genug für eine Anzahlung für ein Haus, worauf sie ein wenig besser mit dem Gedanken leben konnte, das ich Poker spiele. Wenn ich dann mal an einem Samstag zuhause sitzen würde, würde sie sagen „warum bist du nicht beim Poker spielen?"

Nächste Woche: Teil II