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Poker News | Leute im Poker | Poker Interviews

Interview mit Joe Hachem Teil II

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Joe Hachem Teil I

Es gibt ja schon einen Unterschied zwischen dir und Chris Moneymaker und Greg Raymer, und zwar hast du dich damals nicht durch einen Internet-Qualifier für die WSOP qualifizieret, und du hast auch nach deinem Sieg beim Main Event noch weitere großartige Platzierungen erreicht. Was hältst du von Moneymaker und Raymer?

Ich werde dir mal was über Chris erzählen. Er hat nie gesagt das er ein großartiger Spieler ist, und er hat sich für die Kommerzielle Seite des Poker entschieden und hat da viel spaß dran. Dafür gebührt ihm einfach Respekt, und ich finde es großartig von ihm. Er hat es nicht darauf abgesehen, der beste Spieler der Welt zu werden, das will er überhaupt nicht, und er muss auch nicht ständig anderen beweisen das er ein toller Poker Spieler ist. Ich habe ihm gesagt das ich seine Einstellung gut finde und das „die anderen" sowieso nur neidisch sind weil er den Jackpot gewonnen hat und sie nicht. Deswegen wird er oft kritisiert, und meistens sogar von Online Spielern an den $0.02/0.05 Tischen. Diese Art von Kritik muss er ganz einfach ignorieren. Was Greg betrifft, der hat zwar auch noch gute Resultate erzielt nach dem er das Main Event gewonnen hatte, diese standen aber nicht so im Mittelpunkt wie bei mir. Er hat auch schon lange nicht mehr bei der WPT mitgespielt, also hat er auch gar nicht die Möglichkeit gute Turniere zu spielen. Wenn du dir mal die Zahlen anschaust, ist das schon beeindruckend. Es gibt Spieler, die jede Woche ein anderes $10k Buy-In Turnier spielen, und alleine deswegen sollten deren Resultate schon viel besser sein. Wie kann man das vergleichen mit drei Spieler die im Jahr vielleicht 8-10 Turniere spielen? Wenn ich deswegen von einem anderen Profi kritisiert werde, sag ich ihm einfach: „Du hast vor drei Jahren ein Mal die WPT gewonnen, was hast du seit dem erreicht Klugscheißer? Ich muss zwar in letzter Zeit sehr wenig Kritik einstecken, aber wenn es um Greg oder Chris geht, sage ich nur: „Haltet die Klappe und lasst sie in ruhe."

Du warst einer der Spieler der die WPT boykottiert hat. Letztendlich hast du dann doch an einem Event teilgenommen, welches du dann gewonnen hast. Ist das auf eine Ironische Art nicht ein Sieg für die WPT?

Ich kann im Moment nicht wirklich über dieses Thema sprechen, aber ich sag dir eines. Ich begann wieder bei der WPT mitzuspielen weil es in dem Moment einfach nichts anderes zu spielen gab. Das war mein einziger Grund. Ich mag das Spiel einfach zu sehr. Deswegen bin ich auch in erster Linie „Spieler", und erst danach der „WSOP Champion", das darfst du nicht vergessen. Se haben ich mit viel Respekt behandelt also wirst du von mir nichts schlechtes über die WPT hören. Nichtsdestotrotz stehe ich immer noch hinter den Beschwerden, die wir als Gruppe gegen die WPT haben.

Zurück zu dir. Du bist jetzt viele Millionen wert. Kannst du dich noch an die Zeit erinnern als dies noch nicht der Fall war? Wie ist es um von Wasser auf Champagner umzusteigen?


Dies ist wahrscheinlich einer der Haupt-Faktoren, wieso der Erfolg mich nicht beeinflusst hat. Ich habe mein ganzes Leben lang hart gearbeitet, und abgesehen davon das ich jetzt die ganze Welt bereise hat sich in meinem Leben nicht viel verändert. Ich wohnte bereits in einem schönen Haus, fuhr bereits ein schönes Auto und hatte bereits eine wunderschöne Frau und Kinder. Hier ist das ironische: Im April 2005 saß ich mit meiner Familie und Freunden im Garten. Ich drehte mich um und sagte zu meiner Frau: „Was würde sich in unserem Leben ändern wenn wir plötzlich Millionäre wären?" Die Antwort war deutlich. Abgesehen davon, das wir unsere Hypothek abbezahlen könnten, würde sich nichts verändern. Ich trank bereits guten Whiskey, ging schon in guten Restaurants essen, und das war alles das Ergebnis von harter Arbeit und da bin ich stolz drauf.

Du musstest deinen Job als Chiropraktiker aufgeben, weil du eine Krankheit in deinen Händen hattest. Und dann bist du Makler geworden?

Ach, das war um meine Frau glücklich zu machen, nur damit sie nicht denken musste das ihr Mann ein professioneller Poker Spieler war. Jetzt kann sie mit dem Gedanken besser leben, haha.

Du hattest schon vorher ein schönes Leben. Ist den wenigstens ein bisschen besser geworden?

Ich hatte eine schwere Kindheit, aber nichts im Vergleich zu Millionen anderer Kinder. Aber dennoch, es war schwer für mich in Australien aufzuwachsen als Teil einer armen Immigranten Familie aus Libanon. Meinen ersten Job hatte ich bereits als ich 7 Jahre alt war. Aber ich bin gesegnet. Ich bin heute morgen in einem wunderschönen Hotel aufgewacht und habe auf meinem Balkon in Monte Carlo gefrühstückt. Da sagte ich zu mir selbst: „nicht schlecht." Natürlich habe ich Glück gehabt, aber das meiste Glück hatte ich dadurch, dass ich hart gearbeitet habe.

Joe Hachem wurde in 1966 im Libanon geboren. In 1972 immigrierte er nach Australien. In 2002 musste er seinen Beruf als Chiropraktiker aufgeben aufgrund einer seltsamen Blutkrankheit in seinen Händen. Er beschloss sich auf das Poker Spielen zu konzentrieren.

In 2005 gewann er das Main Event bei der WSOP, wo er stolze $7.5 Millionen gewann. In 2006 erreichte er zwei WSOP Final Tables, wo er insgesamt noch mal eine halbe Million Dollar gewann.

In 2006 gewann er das WPT North American Poker Classic Turnier, wo er noch mal $2.2 Millionen gewann. Er ist damit einer von 4 Spielern die es geschafft haben, ein WSOP Main Event und ein WPT Event zu gewinnen