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Poker News | Leute im Poker | Poker Interviews

Interview mit Joe Hachem

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Es ist ein wunderschöner Tag in Monte Carlo, Monaco, und ich sitze mit Joe Hachem auf der Terrasse des Presse Raums. Er ist gut gekleidet und seine Sonnenbrille trägt er nicht ohne Grund: die Sonne scheint, der Kaffee ist gut, und Joe ist fertig um ein Paar Fragen zu beantworten.

Du bist ein richtiger Familien Mensch oder nicht?
Meine Familie ist für mich das allerwichtigste.

Letztes Jahr hattest du deine Familie noch nach Monte Carlo mitgenommen. Dieses Jahr nicht?
Na ja, es dauert 26 Stunden um hier hin zu fliegen, und um dann nach 4-5 Tagen wieder 26 Stunden nach Hause zu fliegen ist ein wenig zu viel des guten. Wir sind zu sechst, weißt du, und obwohl wir letztes Jahr eine fabelhafte Zeit hatten, haben wir dieses Jahr beschlossen das ich alleine komme. Nächstes Jahr komme ich vielleicht mit meiner Frau und unseren zwei jüngsten Kindern.

Du hast oft gesagt das du am liebsten so viel Zeit wie möglich mit deiner Familie verbringen willst. Da stellt sich doch die Frage: du bist jetzt reich, warum gehst du nicht in Rente damit du dich voll und ganz deiner Familie widmen kannst?

Das mache ich eigentlich schon. Ich kenne keinen anderen Poker Spieler meines Niveaus der so viel Zeit mit seiner Familie verbringt wie ich. Ich spiele nur EPT's, die WSOP und einige WPT's, mehr nicht. Schau dir andere Poker Spieler an: die sind immer unterwegs und spielen jedes große Turnier. Ich würde auch gerne alle 2 Wochen ein großes Turnier spielen, aber man hat halt nur einmal die Möglichkeit seine Kinder zu erziehen. Wenn sie erwachsen sind kannst du deine Fehler nicht wieder gut machen. Meine jüngste ist jetzt 11, also muss ich noch ein Paar Jahre warten bis ich "full-time" Poker spielen kann. Die Entscheidung liegt natürlich auch bei meiner Frau. Wenn sie damit einverstanden ist dass ich "on the Road" bin, und ich sicher bin das mit meiner Familie alles in Ordnung ist, dann werde ich auch mehr spielen.

Wenn ich meiner Freundin erzählen würde das ich Poker Profi werde, währe sie darüber nicht sonderlich zufrieden. Hat deine Frau dich unterstützt?

Na ja, damit dass ich Profi werde war sie nicht einverstanden. Aber sie erlaubte mir 2 Wochen nach Las Vegas zu gehen um die WSOP zu spielen, was ich schon seit langer Zeit machen wollte. Zu dem Zeitpunkt bezahlte ich bereits alle meine Urlaube, Restaurant Besuche, Juwelen und so weiter von meinen Poker Gewinnen. Ich war ein gewinnender Cash-Game Spieler auf PokerStars und ich habe wirklich sehr viel Online Poker gespielt, aber meine Frau wusste nie wie viel genau ich damit verdiente. Sie dachte das ich hin und wieder spielte und gelegentlich was gewann. Vor das ich zur WSOP ging hatte ich mich entschieden meiner Frau genau zu sagen wie viel ich gespielt und gewonnen hatte, ganz egal wie ich bei der WSOP abschneiden würde. Das brauchte ich dann natürlich nicht mehr zu machen als ich mit $7,5 Millionen nach Hause kam, haha.

Was hast du bei PokerStars gespielt, bevor sich dein Leben so verändert hat?

No Limit Hold'em und Pot Limit Omaha hi/lo spiele ich am liebsten. Hin und wieder spiele ich immer noch auf den gleichen Limits wie früher, also $2-$4 NL und $3-$6 PL Omaha hi/lo. Ich spiele gerne, und spiele auch für die Fans. Wenn ich richtig spiele, spiele ich ab $10-$20, aber auf $2-$4 und $3-$6 spiele ich für die Fans, nur zur Unterhaltung. Was nicht bedeutet das ich das Spiel nicht ernst nehme. Wenn ich ein $5 Sit and Go spiele, will ich auch gewinnen!

An die Spitze zu gelangen ist eine Sache, aber um auch oben zu bleiben ist eine ganz andere. Du hast in 2006 die WPT gewonnen. Wenn du daran zurück denkst, wie schön war das?

Es wird von Tag zu Tag schöner. Ich hatte in dem Jahr auch eine sehr gute WSOP gespielt. Ich wurde 2ter im $2,5000 NL Event nachdem ich mit A-Q gegen Dutch Boyd mit A-5 verloren hatte. Danach wurde ich noch 4ter beim $2,500 PL Event wo ich wieder "gerivered" wurde, diesmal gegen John Gale, der das Turnier letztendlich auch gewann. Beim Main Event lief es auch richtig gut, bis ich mit A-A gegen J-J verlor. Ich wurde am Ende 238ter und war somit der letzte ehemalige Champion der noch übrig war. So nah dran und doch so weit weg. "F**K" sagte ich bei jedem Beat, gerade aus dem Grund weil so viel Druck auf mir lastete, weil ich nun mal der amtierende Champion war. Niemand wusste ob ich jetzt Poker spielen kann oder nicht, und ich wollte es allen beweisen. Aber wenn du dir die vergangenen 12 Monate anschaust, und in Betracht ziehst das ich nur wenige Turnier gespielt habe, find ich das es doch ziemlich gut gelaufen ist. Und das ich dann bei meiner ersten WPT, dem $15k Buy-In NACP Event, gleich gegen die Besten der Besten zu gewinnen war schon unglaublich schön für mich. Die Annerkennung und die Bestätigung war schon fantastisch.

Interview mit Joe Hachem Teil II