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PokerWorks Filmbewertung: Lucky You

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In unserer neuen Rubrik "PokerWorks Filmbewertung" stellen wir euch jede Woche einen neuen Poker Film vor, fassen ihn kurz zusammen und geben unsere persönliche Bewertung ab. Für den Anfang dachte ich mir nehme ich gleich mal den zur Zeit aktuellsten Poker Film, Lucky You. Der Film läuft seit dem 28 Juni in Deutschen Kinos

Titel: Lucky You
Schauspieler: Eric Bana/Robert Duvall/Drew Barrymore
Regisseur: Curtis Hanson("L.A. Confidential," Oscar)
Sprache: Englisch
Drehbuch: Curtis Hanson, Eric Roth("Forrest Gump", Oscar)
Dauer: 135 Minuten

Ich will ganz ehrlich sein: wenn du vor hast, diesen Film noch zu sehen, solltest du lieber jetzt aufhören zu lesen. Denn im folgenden Artikel wird die Handlung des Films ausführlich besprochen und auch das Ende des Film wird verraten. Wir haben dich gewarnt.

Die Konklusion schon mal vorweg: Lucky You war für mich vergleichbar mit 135 Minuten Folter. Nicht so schlimm als wenn mit einem Hammer langsam Bambus Stöckchen unter deine Fingernägel gehämmert werden (das scheint mir doch etwas schmerzvoller). Die Qual ist vergleichbar mit der die du verspürst wenn du dir stundenlang die Probleme anderer Leute anhören musst die dich überhaupt nicht interessieren. Du versucht dich verzweifelt zu konzentrieren und nicht zwischendurch zu gähnen, aber du bist mit deinen Gedanken ständig woanders. Bei Lucky You musste ich immer wieder an Rounders denken. Vielleicht auch kein Meisterwerk, aber zumindest war ich da bis zum Ende gefesselt.

Es ist verdammt schwer eine Art von Bindung mit den Hauptdarstellern von Lucky You aufzubauen. Dafür geht der Film zu wenig auf die Charaktere ein. Ich hab zwar von Filmtechnischen Sachen wenig Ahnung, aber ich denke mir schon das ein Begriff wie "Identifikation" schon ein essentieller Bestandteil eines guten Films sein sollte wenn man die Zuschauer fesseln will. Dafür ist in diesem Film kein Platz. Das kommt unter anderem auch daher das die Situationen, in denen sich die Hauptdarsteller befinden, meistens sehr unglaubwürdig dargestellt sind.

Eine kurze Zusammenfassung: Der Sohn eines Poker Weltmeisters will aus dem Schatten seines Vaters treten und versucht die WSOP zu gewinnen.

Na ja, auf sich keine so schlechte Idee, wenn sie sich die Mühe gemacht hätten ein wenig auf echte Vater-Sohn Pokerspieler Verhältnisse einzugehen. Ich bin mal gespannt was Doyle und Todd Brunson davon halten.

Zu Beginn des Films treffen sich Vater und Sohn am Poker Tisch bei einem Cash-Game und beide zeigen sich gegenseitig die Kalte Schulter, als ob sie einander nicht kennen. Der Zuschauer ist also sofort über das Vater-Sohn Verhältnis aufgeklärt. Es konzentriert sich jedoch alles so sehr auf diese Verhältnis das die Ereignisse am Tisch eigentlich schon in den Hintergrund geraten. "Ich würde meinen eigenen Vater Check-Raisen" scheint das Motto des Films zu sein. Damit wäre ich auch total einverstanden. Aber wenn man dann sieht wie Vater und Sohn im einen Restaurant Heads-Up "Two-Card-Poker" spielen, wobei der Vater seinen Buy-In für die WSOP von seinem Sohn gewinnt, wird den echten Poker Spielern schon eine hohe Einfühlungsgabe abverlangt um sich mit einer solchen Situation zu identifizieren.

Es kommen noch mehr Äußerungen im Film vor. Zum Beispiel das in Vegas einige Spielverrückte herumlaufen die immer zu irrsinnige Wetten abschließen. Der Autor hat sich da sicherlich von den Geschichten von Amarillo Slim und Johnny Moss inspirieren lassen, macht aber den Fehler das er alles ein wenig zu weit treibt. Zum Beispiel gibt es einen, der sich einer Wette wegen künstliche Brüste machen lässt, nur um hierdurch (viel zu wenig) Geld zu gewinnen. Das es dem Hauptdarsteller nicht gelingt innerhalb von 3 Stunden 72 Holes zu Golfen und dadurch seine Teilnahme bei den WSOP zu gewinnen, kommt nicht sehr überraschend. Und natürlich bekommt er danach Ärger weil er seinen Teil der Wette nicht bezahlen kann. Hat jemand schon mal gesehen wie Phil Ivey Schläger auf Vaswani loslässt?

Die Hauptdarsteller sind Eric Bana (Troy, Munich), Robert Duvall (Der Pate) und Drew Barrymore (E.T, Charlie's Angels). Auf den ersten Blick eine sehr gute Besetzung. Deswegen ist es auch so schade um zu sehen das auch diese Schauspieler eigentlich nichts mit dem Drehbuch anfangen können. Während Duvall sich noch einigermaßen anständig präsentiert, scheint es so als hätte Eric Bana zu viele Schlaftabletten geschluckt. Und wieso Drew Barrymore mitspielt ist mir bis heute ein Rätsel. Mit ihrer Rolle als Freundin von Eric Bana nimmt sie praktisch die Rolle des Zuschauers ein. Sie ist der objektive Faktor im ganzen Geschehen und hat sogar noch ihre eigene, uninteressante Geschichte zu erzählen. Schade eigentlich, ich hätte dem Zuschauer diese Rolle überlassen.

Eine weitere "Cameo" Rolle spielt auch Robert Downey JR, der eigentlich nur im Film ist damit sein Name auf dem Plakat erscheint. Er ist lediglich in einer unbedeutenden Szene zu sehen.

Die Fans von Poker im Fernsehen kommen dafür auf ihre Kosten. Nenne einen Spieler aus der Sendung "High Stakes Poker" und du wirst ihn im Film zu sehen kriegen, wenn auch mehr als Statistenrolle. Jennifer Harman und Sammy Farha haben sogar noch einige Sätze Text. Das Schauspielern von Sammy Farha lässt jedoch sehr zu wünschen übrig und die Casting-Agenten haben hier einen eindeutigen Fehler gemacht. Ich hätte viel lieber Daniel Negreanu in dieser Rolle gesehen.

Dann gibt es noch die Pokertechnischen Szenen, wovon es viele gibt. Eigentlich sollten diese Szenen ein Genuss für den Poker-Liebhaber sein, aber sie sind vor allem eine Beleidigung seiner Intelligenz. Man merkt einfach das beim Schreiben des Drehbuchs viel zu wenig über Poker nachgedacht wurde.

Dass das Bankrollmanagement vom Hauptdarsteller (Bana) nicht wirklich mit dem eines echten Vegas Spielers übereinstimmt kann ich noch mit leben, aber das er es schafft durch das "Grinden" an den Low-Limit Tischen in Vegas innerhalb weniger Tage seinen Buy-In für das WSOP Main Event zu gewinnen, wo er dann am Final table die "Nuts" foldet damit sein Vater das Turnier gewinnen kann geht einfach zu weit.