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Bertrand “ElkY' Grospellier

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Bertrand Grospellier ist mittlerweile ein Stammspieler bei der European Poker Tour und der WSOP. Die meisten kennen ihn als „ElkY" bei Pokerstars, ebenfalls Stammspieler bei den High-stakes NHL Tischen. Als „Multi-Tabling" Pionier, spielt er in der Regel bis zu 10 Tische auf einmal. Seine Ehrfahrung als einer der besten Starcraft Spieler in der Welt, hilft ihm die online Pokerwelt auszubeuten.

CC: Erzählen sie uns etwas über sich.

ElkY: Ich komme aus Frankreich, ich lebte erst in Paris, zog dann nach Süd-Korea um professioneller Starcraft Spieler zu werden. Nach vier Jahren entdeckte ich Poker. Ich liebe alles über dieses Spiel, man hat so viele Freiheiten. Seit 2½ Jahren bin ich jetzt professioneller Pokerspieler.

CC: Gehen sie jemals nach Frankreich zurück?

ElkY: Eigentlich lebe ich jetzt in Paris für 6 Monate, während der EPT Saison. Ich nehme an allen Events teil, da ich von Pokerstars gesponsert werde. In der Regel lebe ich in Paris für ein halbes Jahr, in Süd-Korea vier oder fünf Monate und Las Vegas für 2 Monate.

CC: Was machen ihre Eltern?


ElkY: Mein Vater war ein Bankinvestor und Berater, meine Mutter hat ihn unterstützt bis ich geboren wurde.


CC: Paris gehört zu meinen Lieblingsstädten?


ElkY: Ja, ich liebe sie auch. Sie ist sehr anders als andere Städte

CC: Erzählen sie uns wie sie auf Starcraft gekommen sind.


ElkY: Ich fing an Computerspiele zu spielen als ich noch sehr, sehr jung war. Mein Bruder war 10 Jahre älter, also hatte er immer ein Computer den ich oft benutzen könnte. Es machte mir Spaß, und mir gefiel der Wettbewerb. Als Starcraft erschien, hatte ich dann die Möglichkeit online gegen andere Menschen zu spielen. Es war schwer, und es gefiel mir. Als ich gehört habe, dass in Süd-Korea ein Turnier stattfindet, habe ich mich angemeldet und qualifiziert. Ich wurde Zweiter in der World CyberGames, welches mir ermöglichte in Korea zu bleiben. In Korea gibt es Sponsoren und Live-Übertragungen, also war ich schnell ein professioneller Starcraft Spieler. Das wollte ich auch und blieb Profi für die nächsten vier Jahre. Dann wurde es etwas langweilig, es ist immer das selbe Spiel. Außerdem ist es sehr schwer Profi zu sein, da die Koreaner sehr hart trainieren.

CC: Es gibt auch ein Teammanager, oder? Leben sie mit anderen Spielern in ihrem Team?

ElkY: Es gab ein Manager, und wir waren ein professionelles Team. Die Koreaner spielen 10 Stunden am Tag, immer am trainieren. Dann entdeckte ich Poker für mich, und wurde richtig gut. Mit Poker kann man viel verreisen und die Welt sehen, Starcraft dagegen ist fast nur in Korea und Asien. Man hat auch nicht viel Freiheit mit Starcraft, da 10 Stunden am Tag trainiert wird. Ich wurde immer besser in Poker, also habe ich mein Glück versucht.

CC: Wie alt waren sie als sie nach Korea gingen?

ElkY: Ich war 20 Jahre alt.

CC: Es war bestimmt nicht einfach in Seoul zu leben. Ich war ein paar mal da, es gibt sehr wenig Ausländer dort.

ElkY: Es ist sehr anders, auf jeden Fall. Aber ich hatte viele Freunde die mir geholfen haben. Ich mag Korea sehr gerne; es ist sehr anders für mich. Das Nachtleben ist großartig und ich treffe mich oft mit ex-Starcraft Spielern, die jetzt auch Poker spielen.

CC: Sie haben damals auch Dan "rekrul" Schreiber angeheuert.

ElkY: Ja, ich brachte ihn nach Korea für Starcraft. Wir haben sehr viel online gespielt. Als er jedoch nach Korea kam, war er auch schon Poker verfallen. Er hat kaum noch Starcraft gespielt, weil Poker einfach angesagter war. Es ist sehr schwer in die koreanische Starcraft Szene Fuß zu fassen. Er hat es versucht, aber ist wirklich sehr, sehr schwer. Poker ist dagegen einfacher weil man nicht in den Top 10 sein muss um erfolgreich zu sein.

 

CC: Wie sind sie auf Poker gekommen?

ElkY: Ich fing bei Pokerstars an, als einer meiner Starcraft Freunde mir online erzählt hat das er grad Poker bei Pokerstars spielt. Ich wollte es mal ausprobieren. Ich ging auf Pokerstars und spielte ein $1/2 NLH Turnier, und wurde sofort eliminiert. Ich wusste noch nicht mal die Regeln. Langsam lernte ich das Spiel kennen, und es war sehr ähnlich mit Starcraft. Die Fundamente sind leicht, aber es ist fast unmöglich das Spiel zu meistern. Das Spiel verändert sich ständig und es gibt viele verschiedene Strategien. Eine perfekte Mischung aus Strategie und Glücksspiel. Ich habe versucht das Spiel noch weiter zu studieren, ich versuche immer besser zu werden.

CC: In wie fern sehen sie eine Verbindung zwischen Starcraft Gamers die zum Poker gefunden haben und professionelle Pokerspieler?

ElkY: Ich denke dass man in Starcraft in der Lage sein muss, seine Gegner gut zu lesen. Man muss die Strategie des Gegners vorausahnen, wissen was der Gegner tut und entsprechend handeln. Psychologie spielt eine große Rolle, vor allen in den höheren Levels. Wenn jeder Spieler sehr gut ist, dann ist der psychologische Aspekt sehr wichtig. Außerdem sind alle Starcraft Spieler sehr schnell im Umgang mit Computern. Dass heißt das sie schnell denken und agieren, wie das Spiel es auch vorschreibt. Der kleinste Fehler oder Verzögerung kann Spiel entscheidend sein. Man muss schnell seine Position analysieren, wie auch in Poker. Pro-Gamer müssen in Lage sein, über Stunden konzentriert zu bleiben und ihr bestes Spiel abzugeben ganz gleich was passiert. Ich kenne Starcraft Spieler die richtig gut sind, aber sobald sie in den großen Turnieren vor den Kameras sitzen wird es schwer. Das hilft uns in Poker weil wir eine menge Druck aushalten können, egal was die Konditionen sind. Deswegen sind Starcraft Spieler so gut in Poker.

CC: Ich habe mit Rob "Vaga_Lion" Alery, eine Super Nova mit einem ähnlichen Gamer Hintergrund. Er meinte es ist sehr wichtig überhaupt in der Lage zu sein über Stunden am Tisch zusitzen und seine Konkurrenzfähigkeit nicht zu verlieren.

ElkY: Ja, ich stimme zu. Es ist wirklich sehr wichtig

CC: Wie überträgt sich das auf Live-Turniere, welche ja fast das Gegenteil von Starcraft ist?

ElkY: Es war wirklich sehr schwer für mich. Es ist so viel langsamer und ich konnte mich erst nicht dran gewöhnen. Der Dealer, die Chips, alles dauert so unglaublich lange. Ich bin eher geeignet für online Spiele, aber die größten Turniere sind alle live, also machte ich den Übergang zu live. Es ist immer noch Poker, und ich liebe es. Den größten Fehler den ich gemacht habe war, dass ich zu schnell spiele. Online spiele ich auf mehreren Tische gleichzeitig, und treffe auch gute Entscheidungen. Man weis einfach was man machen soll, wie ein Reflex. In live Turnieren hat man so viel mehr Zeit zu analysieren und bessere Entscheidungen zu treffen. Anfangs habe ich noch zu schnell gespielt. Das war ein Fehler, glaube ich.

CC: Da waren keine andere Tische; man kann live nicht "Multi-Tablen"

ElkY: Ja. Online sind meine Entscheidungen nicht immer 100% perfekt. Das macht nicht so viel, da ich ja nicht so viele andere Hände an anderen Tischen spielen werde. Wenn ich live spiele, konzentriere ich mich nur darauf.

CC: Wie sind sie auf Multi-Tabling gekommen? Als sie damit angefangen haben war es noch recht unbekannt.

ElkY: Stimmt, ich fing mit 2 oder 4 Tischen an. Ich wusste sofort das ich auch noch mehr spielen kann. Damals gab es noch kein 6-max Games, nur nine-handed Tische. Die waren immer sehr langsam, also könnte man gut auf mehreren spielen mit einer Spielweise die sehr „Tight" ist. Mittlerweile spiele ich „Loose", aber damals habe ich nur die guten Hände gespielt. Ich spielte eine menge auf unterschiedlichen Websites, aber dann hat Pokerstars ihr 4-Game limit abgeschafft. Jetzt spiele ich fast nur noch auf Pokerstars.


CC: Was war die größte Anzahl an Tischen an denen sie gleichzeitig teilgenommen haben?

ElkY: Ich schätze 14 oder 15, aber es kommt drauf an welche Turniere das sind. Wen ich short-handed oder Heads-up spiele, dann sind es weniger. Wenn ich die Spieler nicht kenne dann muss ich die auch erst mal analysieren, sobald ich die Spieler kenne ist es einfacher für mich. So zwischen 6-12 Tische sind optimal für mich.


CC: Wen jemand zu Multi-Tabling konvertieren will, was ist der Schlüssel zum Erfolg?

ElkY: Man sollte erst zu Multi-Tabling überstiegen, wenn man mit dem Spiel vertraut ist. Man sollte seinen Spielstil gefunden haben und den auch gut ausüben können. Viel Erfahrung ist auch wichtig, da man viele Entscheidungen augenblicklich treffen muss.

CC: Ihre größte Auszahlung war in Europa, korrekt?


ElkY: Ja, Ich war 2ter in der EPT in Kopenhagen. Es lief erst sehr schlecht für mich, ich habe am ersten Tag beinahe alle Chips am verloren, und das vor dem Abend Pause. Ich habe geblufft und wurde gecallt, ich stürzte runter von 10k auf 2.5k. Der zweite Tag lief viel besser, ich hatte Glück und gewann sehr viele coin-flips und gewann meine Chips wieder. Die Auszahlungen rückten immer näher. Sehr viele Spieler kamen damit nicht zurecht, selbst die High-Stacks an unserem verkrampften total. Ich gewann eine menge Blinds, da niemand den Rauswurf so kurz vor den Auszahlungen riskieren wollte. Das hat mir sehr geholfen. Alles lief gut, bis ich Heads-up mit drei Zweien verlor. Mein Gegner hat auf dem River sein Full House geschafft. Das hat mich sehr enttäuscht.

CC: Ich weis das sie diesen an der WSOP teilgenommen haben, sonst auch überall auf der Welt. Sie hatten die Chance viele Spieler zu treffen die alle nur live spielen. Ich denke es ist sehr schwer sich den Lebensunterhalt mit live Turnieren zu verdienen, da man so weit kommen muss um ausgezahlt zu werden.

ElkY: Es ist wirklich sehr schwer. Man kann an so vielen Turnieren teilnehmen, aber immer mit leeren Händen gehen. Online ist sehr viel anders. Man kann viele Turniere spielen, vielleicht 10 pro Tag in der Woche. So viele wie ein live Spieler in seiner ganzen Kariere. Wenn man online spielt und einen schlechten Lauf hat, dann macht das nicht so viel. In live Turnieren bin ich sehr viel angespannter. Ich muss es sehr weit schaffen und dazu jede Gelegenheit nutzen.

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