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Tanz mit einem Verrückten

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In den Internet Forums in der neuesten Poker Literatur werden die super loose-aggressiven Spieler oft als Verrückte abgestempelt oder ihr Spiel Stil wird als verrückt bezeichnet. Dieser loose-aggressive Spiel Stil mag zwar verrückt erscheinen, aber in den letzten 8 Jahren bin ich nur einem Spieler begegnet, den ich wirklich als verrückt bezeichnen könnte. In Live-Games habe ich lange keinen mehr gesehen und es wundert mich nicht, dass ich sie online auch nicht mehr sehe. Die Motivation, die einen verrückten Spieler antreibt, ist die Aufmerksamkeit, und der Chat in den Poker Rooms reicht diesen Spielern einfach nicht. Ich hoffe sehr, dass sie nicht schon ausgestorben sind, aber ich bin mir sicher, dass die anwachsende Popularität von No Limit Holdem diese Spieler auf die Liste der gefährdeten Lebensarten gesetzt hat.

Anders als die super aggressiven Spieler, die du heute siehst, ist der wahre Verrückte einer, der bei jeder Gelegenheit bettet oder raist. Wenn sie am Tisch sitzen, wird jede Runde von jeder Hand gekappt. Er wird immer versuchen, den letzten Raise zu platzieren, wenn dies möglich ist. Die Action an den Tischen ist unfassbar und scheint eine ausgezeichnete Quelle für Profit zu sein, aber es kann auch ein schwarzes Loch sein, dass deinen ganzen Bankroll verschlingt. Sogar für gute Spieler ist es ein Spiel, voll mit Fallen und Stolperdraht, was sogar den ruhigsten und kontrolliertesten Spieler zum Tilten bringen kann. Im Heads Up oder an einem Tisch mit erfahrenen, tighten Spielern, die ihre Gegner respektieren, kann es einen Verrückten leicht in die Flucht schlagen, aber es sind die Low Limit Tische, wo der Verrückte sich am wohlsten fühlt und wo er die meiste Action erwarten kann. An diesen Tischen sitzen oft 2-3 Anfänger, welche die mehr erfahrenen Spieler daran hindern, den Verrückten in die Falle zu locken.

Während meiner Jahre in Vegas begegnete ich im Durchschnitt 1-2 Verrückte Spieler im Monat, aber an drei kann ich mich noch genau erinnern:

Jesus: Ich habe nur einmal gegen ihn gespielt. Genauer gesagt, er wurde vom Manager aus dem Casino geschmissen und bekam Casino Verbot. (Der Manager wurde am nächsten Tag gefeuert.) Ich erinnere mich an Jesus, weil er jedes Mal sein Blatt aufdecken würde und bis zum River raisen würde. Er hat nie gecheckt und nie gecallt, ausser als die Runde gekappt war.
"I come to play, Ray": "Mein Name ist Ray und ich bin gekommen, um zu spielen." So hat er sich vorgestellt. Ich spielte so etwa ein mal alle drei Monate mit Ray, und das für 2 Jahre. Er stand auf der "Alarm-Liste." Jedes mal, als Ray in der Stadt war, rief der Poker Room Manager alle Stammspieler an und dann ging's los. Das Ergebnis war ziemlich witzig, da viele Einheimische auftauchten und oft pleite nach Hause gingen. Ray hatte nie Glück und gewann auch nie. (An einem Wochenende sah ich, wie Ray $400 die Stunde in einem $1-5 Stud Spiel verbratzte.) Aber es war die Struktur des Spiels, die jedem Spieler an den Bankroll ging, egal ob Gewinner oder Verlierer. (Leider weilt Ray nicht mehr unter uns, aber ich bin mir sicher, dass er JC und Moses jeden Freitag Abend zum Fluchen bringt.)
Joe: Joe kam öfter als Ray in die Stadt und wechselte schnell zu Holdem. Dann wurde das Spiel richtig wild und das schwarze Loch wurde tiefer und schwärzer. Seine Frau spielte an den einarmigen Banditen und verlor ihr Geld sogar noch schneller als ihr Mann. Viele Einheimische, die gekommen waren, um gegen ihn zu spielen, verloren auch sehr viel Geld, schneller als sie es je für möglich gehalten hatten. Bei 30 bis 40 Hands die Stunde flog das Geld nur so herum wie Federn bei einer Kissenschlacht in einem Ferienlager.

Bevor ich über das Phänomen diskutiere, sollte ich vielleicht noch folgendes sagen. Viele Einheimische in Vegas spielen ziemlich schlechtes Poker. Ihr Stil ist eher tight-schwach, wozu man nicht viel über das Spiel wissen muss, aber es reicht, um ein wenig Geld zu machen, wenn man sich auf die Low Limit Tische beschränkt. Ich habe sie oft gefragt, warum sie so spielen und meistens bekamm ich nur zu hören: "Ich bin ein Gewinner, warum sollte ich was ändern?" Jedenfalls gab es zwei Gründe, warum diese Spieler gegen die Verrückten so schlecht abschnitten. Der erste Grund ist das so genannte "Fancy Play Syndrome" (FPS) und der zweite Grund war der Rake oder die Kosten des Spiels.
Bei den erfahrenen Einheimischen war es üblich, dass sie das Spiel der anderen respektierten und nie versuchten, jemandem den Pot wegzuschnappen, ausser wenn sie ein richtig gutes Blatt hatten. Es war kein Betrug. Es war mehr wie in einem Turnier, wo ein Spieler All-In ist und die anderen Spieler checken bis zum River, um den All-In Spieler aus dem Turnier zu werfen.

Die Touristen, andererseits, wussten nichts von diesem "Fancy" Spiel der Einheimischen und spielten einfach so, wie sie es sonnst auch tun. Wenn sie einen Bet mit suited Karten oder einem Pärchen callen würden, würden sie auch 4 Bets mit dem gleichen Blatt callen. Nach einiger Zeit, meisten nach dem zweiten Buy-In, realisierten die Einheimischen, dass es nicht viel brachte zu raisen, um das Spielerfeld zu verkleinern und spielten stattdessen ultra-passive, immer nur callen und sehr selten raisen. Dazu waren auch die Pots riesig. Du hattest wirklich die Pot Odds und die implied Odds mit fast allem zu callen. Joe und Ray konnten einen Tisch mit sehr soliden, erfahrenen Spielern in eine Gruppe von loosen-passiven Idioten verwandeln. Ich liebte diese Spiele.

Der Grund, warum so viele Spieler verloren, war der Rake oder die Kosten pro Hand. Die Pots waren gross und der Rake betrug meistens beim Turn schon $4, und mit solchen grossen Pots fiel das Trinkgeld mit $1-$2 auch um einiges höher aus als normal. Mit den Verrückten und den Touristen, die sogar noch mehr Trinkgeld gaben, lag das durchschnittliche Trinkgeld so ungefähr bei $3. Dazu kommt noch $1 für den Jackpot (die Bedienung war auch nicht schlecht.) Ein guter Dealer konnte bis zu 40 Hands pro Stunde dealen, und mit $8 pro Hand bedeutete das, dass jede Stunde $320 den Tisch verliessen. Die hohen Trinkgelder gingen in Ordnung, die hatte sich der Dealer verdient, aber das meiste Geld ging einfach hin und her und hin und her, und am Ende verschwand es in dem kleinen Loch neben dem Dealer.

Was solltest du tun, wenn du es mit einem Verrückten zu tun hast? Wenn du mich fragst, solltest du dich erstmal an die Seite stellen und zuschauen, ausser wenn du an einem Tisch sitzt, wo alle Spieler mit einander kooperieren und versuchen, den Verrückten zu isolieren. Es sollte auf jeden Fall unterhaltsam sein.

Wenn du schon Erfahrung in einem No Fold'em Hold'em Game gesammelt hast und keine Schwierigkeiten hast, in einem solchen Spiel zu gewinnen, dann hast du wohlmöglich gute Chancen, aber schnall dich an, es wird eine rasante Fahrt. Wenn du das Gefühl hast, dass du das richtige Zeug dazu hast und es einfach mal versuchen willst, spiele äusserst tight. Jede Hand, die du spielst, wird mindestens einmal geraist. Wenn du raist, um das Spielerfeld zu verkleinern, wirst du mit Sicherheit reraist und kriegst dazu noch einige Caller. Auf einem Draw zu setzen kann äusserst teuer werden. Wenn du die Nuts hast, spiele sie so, dass du so viel Geld wie möglich in den Pot kriegst. Du wirst viele Schwankungen erleben, aber es kann sich lohnen, wenn du die Fähigkeiten und die Geduld besitzt.

Viel Glück (Du wirst es brauchen)