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Charlie Hyde – Eine Poker Größe

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Charlie Hyde ist einer der bekanntesten Namen und Gesichter des Poker. Wenn du je an einem $15/30 oder $30/60 LHE Spiel im Bellagio teilnimmst, wirst du mit Sicherheit früher oder später einige deiner Chips in seine Richtung schieben. Schon oft habe ich mit ihm an einem Tisch gesessen, und während ich für ihn nur einer von unzähligen Spielern bin, denen er in seiner langjährigen Pokerkarriere begegnet ist, ist es für mich immer wieder eine Freude ihm beim Spielen zuzusehen. Nachdem ich das Glück hatte im August während der World Series einen ganzen Nachmittag mit ihm zu verbringen, fand ich heraus, dass dieser Mann nicht nur ein großartiger Poker Spieler ist, sondern auch ein großartiger Mensch.

CC: OK, ich werde dir Fragen stellen und hoffe, dass du die Antworten hast.

Charlie: Keine Sorge, wenn nicht, denk ich mir einfach was aus.

CC: Ich bin hier mit Charlie Hyde, den ich immer sehe, wenn ich ins Bellagio gehe. Ich bin einer der unzähligen Spieler, die mit Charlie gespielt haben. Verrate mir zuerst, wo du jetzt wohnst und was du machst.

Charlie: Ich bin pensioniert und lebe seit 1967 in Midland, Texas. Ich verbringe viel Zeit in Las Vegas und spiele Poker, weil mir das einfach am meisten Spaß macht.

CC: Wo bist du aufgewachsen?

Charlie: Ich bin Kannapolis, North Carolina geboren und aufgewachsen. Es ist eine kleine Stadt, die praktisch einem Mann gehörte, Charlie A. Cannon. Ihm gehörten alle Textil Fabriken, ihm gehörte die Feuerwehr, die Polizei und alle Gebäude und Häuser in Kannapolis, also gehörte ihm die ganze Stadt, und alles was man tat wurde von ihm überwacht.

CC: War deine Familie in der Textil Industrie?

Charlie: Mein Vater arbeitete 47 Jahre für Charlie Cannon, meine Mutter auch, und hatte dazu noch 5 Kinder.

CC: Wann bist du dort weggezogen?

Charlie: Ich verlies die Stadt in 1967 und kam nach Midland, Texas. Ich arbeitete für die Barclay's Bank und ging in 1980 als Vize-Präsident in den Ruhestand. Danach arbeitete ich für 6 Jahre bei Clayton W. Williams Jr. in der Öl Branche und war sein Kreditmanager.


CC: Und deine Familie?

Charlie: Ich habe zwei Söhne, Mark und Christian, die beide schon erwachsen sind und das Haus verlassen haben, und das ist auch gut so! Deine Kinder sind nie völlig erwachsen; sie gehören dir, bis es dich nicht mehr gibt.

CC: Charlie, erzähl mir vom Poker. Wann hast du angefangen zu spielen und wie ist es dazu gekommen?

Charlie: Ich war ungefähr 12, als sie in meiner Stadt ein Poker Spiel veranstalteten. Den ersten Pot, den ich spielte, habe ich geblufft und gewonnen. Aber seitdem versuche ich es so gut es geht zu unterlassen und würde es nie und nimmer empfehlen.

CC: Also hast du seitdem nie mehr geblufft richtig?

Charlie: Absolute nicht! So spiele ich nicht. Wenn du dein Spiel darauf basierst, wirst du wenig Erfolg haben. Ich spielte viele Home Games, und als ich aufs Lenoir-Rhyne College in Hickory ging, fanden dort einige große Spiele statt. ES war eine Kirchenschule, und am ersten Abend spielten wir ein Poker Spiel und hatten eine ganze Badewanne voll mit Bier und Whiskey. Irgendwann kam der Direktor ins Zimmer und wir erhielten alle 20 Verwarnungen. Mit 21 Verwarnungen fliegst du von der Schule, also mussten wir alle die nächsten 4 Jahre überstehen, ohne eine einzige Verwarnung zu kriegen.

CC: Was für Spiele hast du auf dem College gespielt?

Charlie: Das Spiel dort war 7-Card-Stud, was ich so ziemlich die ganze Zeit dort gespielt habe.

CC: Und was hast du gespielt, als du nach Texas gezogen bist?

Charlie: Ich spielte weiterhin 7-Card-Stud. Wir hatten dort ungefähr drei Home Games die Woche, und waren ein Mal die Woche in Odessa, also spielten wir in der Regel vier Nächte die Woche Poker.

CC: Wann warst du das erste Mal in Vegas?

Charlie: Das war in 1967, und zwar mit meinem besten Freund Bill Isabell, der seitdem leider verstorben ist. Er kannte dort jeden und war auch schon 20 Jahre älter als ich, und wir spielten immer im Binion's Horseshoe. Dort traf ich auch Benny Binion und Jack Binion, die ganze Familie, und wir stehen seit dem in engem Kontakt. Binion's Horseshoe war für mich der aufregendste Ort der Welt. Zu Beginn kam ich ungefähr 2 Mal im Jahr, dann wurde es 10 Mal im Jahr, und jetzt ist es ungefähr 20-30 Mal im Jahr.

CC: Hast du in den 70er und 80er Jahren an den World Series teilgenommen?

Charlie: Oh ja. Ich habe, glaube ich, in etwa 17 oder 18 Events teilgenommen. Aber ich habe mich immer durch einen Satellite qualifiziert, was es um einiges billiger machte. Meine beste Platzierung im Main Event war Platz 45, aber ich weiß nicht mehr genau, wann das war. Ich platzierte mich immer irgendwo zwischen Platz 45 und 48. Irgendwie schien es so, dass jedes Mal, als ich diesen Punkt erreicht hatte, ich nicht mehr all zu viel tat und immer nur versuchte, so lange wie möglich im Turnier zu bleiben.

CC: Erzähl mir von einigen Spielen im Binion's in den 70ern und 80ern.

Charlie: Es gab einen Poker Spieler, an den ich mich nur all zu gut erinnere. Sein Name war Norman Shaw; er war einer der besten Poker Spieler, die ich je getroffen habe. Er ist leider verstorben, aber sein Spitzname war Iron Drawers, weil jedes Mal, wenn er Pocket Jacks auf der Hand hatte, es egal war, wie viel du setzen würdest, er würde immer callen. Sogar wenn der Flop A-A-K gewesen wäre, hätte er gecallt. Eine Bedienung kam einmal auf ihn zu und sagte "Hier ist ihr Drink Mr. Iron Drawers." Sie dachte, dass er wirklich sein Name war.

CC: Hast du je mit einer der großen Poker legenden gespielt?

Charlie: Ich habe in bestimmten Spielen sicherlich mit jedem berühmten Poker Spieler gespielt: Stu Unger, Chip Reese, Big Doyle Brunson, ich habe viel mit Todd Brunson gespielt. Doyles Sohn Todd und mein Sohn gingen in Texas zusammen zur Texas Tech Schule in Lubbock. Ich war eines Tages in Lubbock, um Poker zu spielen und ertappte beide beim Karten spielen. "Wieso seit ihr nicht in der Klasse?" fragte ich, und mein Sohn antwortete "heute haben wir keine Schule", was natürlich eine dicke fette Lüge war, sie hatten beide Schule, sie hatten sich nur entschieden, stattdessen Poker zu spielen.

CC: Erzähl uns von dem ersten Mal, als du Chip Reese getroffen hast?

Charlie: Ich traf ihn zum ersten Mal vor 30 Jahren, und ich persönlich halte Chip Reese für den größten Poker Spieler, der je auf diesen Planeten gelebt hat, und damit meine ich jeden, der Tod ist, der noch lebt und der noch nicht geboren ist. Er hat sich immer unter Kontrolle, er macht nie Fehler, er gewinnt einfach ständig. Er ist einfach der beste Gewinner der Welt.

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CC: Und so ist er geblieben, nachdem du ihn das erste Mal gesehen hast?

Charlie: Absolut. Er ist mein absolutes Vorbild, wenn es ums Pokern geht. Er ist immer sehr bescheiden, er gibt nie an und er hat eine sehr charmante Persönlichkeit...und das kann man bei weitem nicht von jedem Spieler behaupten.


CC: Eine andere Person, die du erwähnt hast, die du vielleicht nicht so beschreiben würdest, aber auch ein großartiger Spieler war, ist Stu Unger. Erzähl mir von ihm.

Charlie: Stu Ungar war wahrscheinlich der begabteste Spieler der Welt, aber er erlaubte sich zu viele Fehltritte, was damit zusammenhing, dass er drogenabhängig war. Ich habe ihn in Situationen gesehen, wo er keine zwei Karten zusammensetzen konnte. Es ist äußerst tragisch, dass, als er starb, er total pleite war. Es ist sehr traurig, dass ein Spieler, der so talentiert und so begabt war, sein Leben mit Drogen kaputt gemacht hat.

CC: Du hast die World Series verfolgt so lange wie es sie gibt. Wie schwer ist es für dich, dass sie nicht im Binion's stattfindet?

Charlie: Es ist sehr, sehr schwer, aber alles hat sich verändert. Früher nutzte man diese Ereignisse, um Freunde zu machen, es war wie eine Familie. Jetzt kommen 8,000 jedes Jahr hierher, früher gab es weltweit gerade mal 10,000 Zocker. Sie kamen aus England, Irland, Alaska, wo auch immer, wir kannten uns alle. Es hätten 100 Spieler aus Australien kommen können, wir kannten jeden einzelnen von ihnen. Wir umarmten uns, als wäre es ein Klassentreffen. Es war einfach nur Spaß, Spaß, Spaß, und jetzt geht's eigentlich nur noch ums Geld, was ich sehr bedauerlich finde.

CC: Als ich das erste Mal mit dir an einem Tisch saß, sind mir einige Dinge an dir aufgefallen. Eine Sache war die, dass du ständig mit deinen Chips herumspielst, und die andere war, dass du das Spiel wirklich zu genießen scheinst.

Charlie: Du musst das Spiel lieben und respektieren, wenn du in diesem Spiel Erfolg haben willst. Das ist, was die großen Spieler zu dem macht, was sie sind. Ich kannte einige Spieler, die einfach eine schlechte Einstellung zum Spiel hatten...sie gewannen zwar, aber nicht auf die Dauer gesehen. Deine Einstellung hat eine Menge mit deinem Erfolg zu tun.

CC: Du kommst jetzt ungefähr 15-20 Mal im Jahr hierher. Welche Spiele spielst du normalerweise?

Charlie: Fast ausschließlich Texas Holdem, ich spiele sehr selten irgendwas anderes. Ich habe bis vor 8 Jahren praktisch mein gesamtes Leben lang No-Limit gespielt, aber man findet in den Vereinigten Staaten fast nirgendwo ein No-Limit Spiel, also wechselte ich zu Limit. Es war eine ziemliche Umstellung, weil No-Limit Spieler normalerweise sehr schlechte Limit Spieler sind, da No-Limit Spieler oft nur ein oder zwei Blätter am Tag spielen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Limit Spieler spielen hunderte von Blättern, und man muss sehr, sehr aggressiv spielen. Der Hauptgrund, weswegen ich jetzt Limit spiele, ist wegen meines Alters. Ich merke, wie mein Verstand langsamer wird und die Konzentration hin und wieder ein wenig nachlässt.

CC: Du hast hier im Binion's schon gespielt, als nur an 3-4 Tischen gespielt wurde. Diese Poker Explosion, in der wir uns gerade befinden, muss einem Spieler wir du ja unfassbar sein.


Charlie: Lass mirch dir erzählen, was in 1984 passierte. Ich registrierte mich gerade am Eingang von Binion's, als mir ein No-Limit Spiel auffiel, was gerade gespielt wurde. Jack Binion saß dort und spielte, und winkte mir zu, dass ich mich zu ihm setzen sollte. Ich ging rüber und er sagte "setzt dich in meinen Platz." Ich sagte zu ihm "Jack, ich habe kein Geld, ich habe mich noch nicht einmal registriert," und er sagte nur "Ach was, ich besorg dir schon Geld, spiel mit meinem Geld!" So machten wir das ungefähr 15 Jahre lang. Jedes mal, als ich herein kam, winkte er mich an seinen Tisch, ich sagte ihm, ich habe kein Geld und er sagte "Ich besorg dir Geld."

CC: Und jetzt kannst du keinen Platz mehr finden, an den du dich sitzen kannst.

Charlie: Heutzutage ist es verdammt schwer, einen No-Limit Tisch zu finden, an dem noch ein Platz frei ist. Aber sie haben die Struktur verändert, also spielen wir die Spiele eigentlich nicht. Wir spielten immer $10/25 oder $25/50 NLHE viel größer als was jetzt gespielt wird.

CC: Ein riesiger Zufluss an Spielern, die du jetzt im Bellagio spielen siehst, haben sehr viel Online Poker gespielt und versuchen es jetzt mit der Live Variante. Was hältst du von diesen neuen Spielern?

Charlie: Die neuen Spieler sind äußerst schlau. Sie verbessern sich viel schneller als früher. Wir hatten keine Trainer oder Internet. Die neue Generation hat jetzt die Möglichkeit, Stunden über Stunden online zu trainieren, und der einzige Weg, der dir hilft, ein guter Poker Spieler zu werden, ist Erfahrung. So funktioniert es einfach, und sie können es viel schneller als wir früher. Ein Trainer kann auch sehr hilfreich sein, aber ich hatte nie einen. Wenn ich einen hätte haben wollen, hätte ich mir Chip Reese ausgesucht, weil er meiner Meinung nach der intelligenteste Spieler der Welt ist. Er ist kein sehr, sehr guter Freund von mir. Mein bester Freund ist Pat Callahan, und ich dachte immer, dass Pat der beste Spieler der Welt sei. Ich müsste die beiden an einen Tisch setzen um zu sehen, wer wirklich die Nummer Eins ist.

CC: Ich würde gerne beiden aus dem Weg gehen, soviel ist mal sicher. Zum Schluss muss ich dich noch fragen, was es mit deinem Markenzeichen, dem Hemd mit Hosenträgern, auf sich hat.

Charlie: Die Hosenträger begannen in 1974. Zu Beginn hatte ich nur welche mit einem Hufeisen an beiden Enden und mittendrin stand Binion's drauf. Das war das Original, aber seitdem sind sie um einiges kunstvoller geworden. Wenn jemand was gutes vorschlägt, lass ich mir ein Paar neue machen.

CC: Und du hast nur ein Paar?

Charlie: Ich habe einige hundert Paare, und ich habe sie für fast jedes Kasino. Der Poker Room Manager vom Bellagio kam einmal zu mir und sagte "du und ich, wir sollten mit diesen Hosenträgern Geld verdienen." Ich sagte nur "warum fängst du nicht schon mal an, und ich sag dir, was du zu tun hast." Wir haben uns danach nicht weiter darüber unterhalten, aber er ist ein wirklich klasse Typ.

CC: Also, wirst du irgendwelche Satellites bei den World Series spielen?

Charlie: Oh nein, ich habe nicht vor, an einem dieser Events teilzunehmen. Ich spiele nur zum Spaß. Ich liebe es zu gewinnen, aber ich versichere dir, egal wie viele Jahre du gespielt hast oder wie gut deine Einstellung zum Spiel ist, es gibt Tage, an denen die Karten einfach gegen dich sind. An manchen Tagen solltest du einfach kein Poker spielen.

CC: Noch die letzte Frage, Charlie. Da du schon länger Poker spielst als viele dieser Spieler überhaupt auf der Welt sind, was würdest du den jungen und älteren Spielern raten, die versuchen ihr Spiel zu verbessern?

Charlie: Also, das wichtigste ist, dass Poker dir dabei helfen kann, deinen Charakter zu bilden. Respektiere immer die anderen Spieler. Du kannst deinen Charakter bilden, in dem du ein guter Spieler bist und freundlich mit den anderen Spielern am Tisch umgehst. Respektiere sie auch dann, wenn sie dich mit viel Glück schlagen, denn am Ende des Tages passiert das allen von uns einmal. Einer der wichtigsten Aspekte des Poker ist, sich immer unter Kontrolle zu haben. Wenn du das nicht schaffst, wirst du nie ein richtig, richtig guter Spieler werden.