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Poker Bluff Tell

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Es wurde schon viel über das Phänomen von “Tells“ geschrieben und wie diese dir bei deinen Entscheidungen während eines Spiels behilflich sein können. Das Konzept vom “Tell“ wurde in dem Film Rounders illustriert, wo die Rolle des KGB, gespielt von John Malkovich, einen sehr eindeutigen Tell demonstrierte, in dem er sich jedes mal, wenn er ein gutes Blatt hatte, einen Oreo Kecks ans Ohr hielt. Die meisten Poker Tells sind jedoch leider nicht so eindeutig. Oft sind es sehr subtile Körpergesten, auf die du achten musst. Daher macht es mir auch wenig aus, wenn ich mit einem Spieler zu tun hab, der Sonnenbrillen trägt, nur um seine Augen zu verstecken. Im Endeffekt verrät mir seine Körpersprache sowieso mehr, als seine Augen es könnten. Dessweiteren ist es in Poker Rooms oft so dunkel, dass er mit seinen Brillen sogar im Nachteil ist, da dies Schwierigkeiten bereiten könnte, auf die Tells anderer Spieler zu achten. Ich behaupte nicht, ein Experte auf dem Gebiet von Poker Tells zu sein, aber ich habe eine Menge von Mike Caro's Buch "Die Psychologie und Körpersprache des Poker" über Poker Tells gelernt. Das Hauptkonzept dieses Buches ist "stark heisst schwach/schwach heisst stark", was soviel heisst, wie dass die meisten Spieler sich so verhalten, als hätten sie genau das Gegenteil von dem, was sie eingentlich haben. Um dieses Konzept weiter auszuführen, studiert Caro das Verhalten von Spielern mit einer unglaublichen Sublimität und Aufmerksamkeit. Dieses Buch immer wieder zusammen mit seinen Artikeln wie z.B im Bluff Magazine und die Pokerplayer Zeitung zu lesen hat mir geholfen, das Lesen von Tells zu einem meiner stärksten Fähigkeiten zu machen.

Um es genauer zu sagen, Caro's Lektionen haben mir so viel gebracht, dass ich oft das Gefühl habe, ich schulde ihm ein Teil meines Gewinns. Ein besonders gutes Beispiel für den Beitrag, den Caro für mein Spiel geleistet hat, passierte mir erst vor kurzem, und wenn du weiter liest wirst du wissen, warum ich diesen Artikel eigentlich "In Anerkennung an Mike Caro" nennen wollte.

Ich war für zwei Tage bei Foxwoods, aber aus irgendeinem Grund war mir am ersten Tag nicht nach Pokern (und wenn du mich und meine Poker Geschichte kennen würdest, würde dich das sehr verwundern). Vielleicht war ich müde von der langen Anreise oder es lag daran, dass mein Zimmer so teuer war, dass ich ein wenig Zeit darin verbringen wollte. Auf jeden Fall verbrachte ich meinen ersten Tag damit, mich ein wenig umzuschauen, bis ich mich in meinem Zimmer zurückzog, um ein Nickerchen zu halten. Als ich wieder aufwachte, fing in an, in der Märzausgabe des Casino Player Magazins herumzublättern. Hier findet man alle Kasino Veranstaltungen und Nachrichten, nicht nur über Poker, aber ich fand doch einen Artikel von Caro. Zufälligerweise war es der zweite Teil eines Artikels aus der Februarausgabe, in dem er einen bestimmten Tell, bei dem es ums Atmen ging, diskutierte .

In dem Februarartikel, der übrigens auch online bei www.casinoplayer.com zu finden ist, diskutiert Caro eine Situation in einem No-Limit Spiel, bei dem ein Spieler einen sehr grossen Bet gemacht hat. Er schreibt, dass "wenn Spieler einen großen Bet machen, sind sie meistens sehr entspannt und atmen normal. Wenn Spieler Bluffen, sind sie wie kleine Kinder, die sich im dunkeln verstecken. Sie haben Angst, sich zu bewegen...und ein weiteres wichtiges Detail: Sie atmen nicht viel. Manchmal atmen sie gar nicht." Damit will Caro sagen, dass im Falle eines Spielerbluffs sind sie so damit beschäftigt, sich nicht durch Körpergesten zu verraten, dass sie sich gar nicht mehr bewegen. Er sagt weiter: "Es ist, als ob die Warterei ihn umbringt, er ist stock steif und wartet ab, was passiert." Und das ist, was in der von ihm beschriebenen Situation passierte. Der andere Spieler bemerkte, dass der Spieler, der gerade den grossen Bet gemacht hatte, sich kein bischen bewegte. Er callte und der Bettor schmiss seine Karten weg.


Der Artikel, den ich in meinem Zimmer las, war in der Märzausgabe. In diesem befasst sich Caro mehr mit erfahrenen Spielern, die sich bewusst sind, dass es um einiges leichter ist, jemanden zu bluffen, wenn sie dabei ruhig und gelassen bleiben. Diese Spieler konzentrieren sich also darauf, normal zu atmen und nicht zu versteifen. Aber er sagt, dass sogar diesen Spielern die Stärke oder Schwäche ihres Blattes anzusehen ist. Um diese Spieler beim Bluffen zu ertappen empfiehlt Caro auf die Spieler zu achten, nachdem sie den Bet gemacht haben. Behalte ihn im Auge, während du deine Chips zählst. Solange du die Chips hinter deinen Karten lässt und deinen Mund hältst, verpflichtest du dich zu nichts, aber du siehst die Reaktion deines Gegners auf die Möglichkeit, dass du callen könntest. Caro beteuert, dass sogar die gelassensten Spieler eine Reaktion zeigen, wenn sie der Meinung sind, du könntest callen.

Am nächsten Tag kam ich dann endlich zum Spielen, und fand mich in genau so einer Situation wieder, wie sie von Caro beschrieben war. Ich hatte 8-7 off suit in einem Heads-Up Spiel. Mein Gegner raisde pre-flop und ich ging mit (warum ich mit einem Blatt wie 8-7 off suit einen pre-flop raise calle, werde ich ein anderes mal erklären). Auf dem Flop traf ich ein mittleres Pärchen (7) und es lagen kein K,Q,J oder A auf dem Tisch. Mein Gegenspieler machte einen Bet, ich spürte schon dann Schwäche seinerseits, aber entschied mich trotzdem nur zu callen. Der Turn brachte nichts, aber es waren jetzt zwei Herz- und zwei Pikkarten auf dem Tisch. Mein Gegner bettete $100 in einen Pot, wo bis dahin nur $120 drin waren. Ich entschied mich, ihn zu testen und erhöhte auf $200. Er callte nur, was mich glauben lies, dass er mit zwei hohen Karten auf einen Flush Draw war. Ich war mir sicher, dass ich mit meinem Pärchen in Führung lag.

Der River brachte eine schreckliche Karte für mich, Herz-König. Jetzt war eine hohe Karte und drei Herzen auf dem Tisch. Mein Gegner setzte sofort $300, lehnte sich zurück und war komplett gelassen. Ich schaute, ich wartete, aber er lies sich nichts anmerken. Er sah aus wie ein sehr erfolgreicher Turnierspieler mit einer hohen Toleranz zum Risiko. Schließlich began ich damit, meine Chips zu zählen, ohne ihn aus den Augen zu lassen. Und wie aus dem nichts, versteiffte er. Die Hand, die vorher mit seinen Chips herum gespielt hatte, lag regungslos auf dem Tisch. Dann guckte er mich an. Ich wusste, ich hatte ihn durchschaut. Ich callte und er zeigte A-Q. Ich gewann einen Pot von über $1100 mit einem Paar siebenen. Mike, ich schulde dir was.