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Chip Reese – Das letzte Interview Teil II

Von: Katie Lindsay
Aktualisiert: Dez 11, 2007
Leser: 674
Fortsetzung von Chip Reese Teil I

x-chip reeseKL: Was ist mit den verschiedenen Spielweisen? Gab es Gemeinsamkeiten?

Chip: Ja, die hatten beide mehr oder weniger den selben Spielstil; beide sind sehr aggressiv; beide spielen sehr viele Hände; beide haben keine Angst auch mal zu Bluffen. Ich glaube, dass Stuey damals ein Talent an den Tag gelegt hat, denn ich und viel andere nie zuvor gesehen haben. Seine Fähigkeiten waren zu der Zeit nahezu unheimlich, das heisst aber nicht das er der Beste war. Der Beste war immer der, der am Ende des Tages sein Profit halten konnte.

In Sachen großartige Spielzüge und brilliante Entschiedungen, war Stuey in NLHE ganz vorne. Aber nur selten hat er mit seinem eigenen Geld gespielt, er wurde immer öfters von anderen „gesponsert" weil er selber kein Geld mehr übrig hatte. Es ist etwas einfacher riskante Entschiedungen zu treffen wenn man nicht um sein eigenes Geld spielt. Kreative, aber riskante, Spielzüge die erfolgreich sind machen einen zum Genie. Wenn Sie jedoch nicht erfolgreich sind, geht man Pleite. Stuey hat selten mit seinem eigenem Geld gespielt, was es einfacher für ihn machte.

Wer ist der bessere Pokerspieler? Phil Ivey. Wenn man versteht, dass ein guter Pokerspieler nicht nur ab und zu großartige Spielzüge macht, sondern jeden Tag konstant ein gutes Spiel spielt. Niemand spielt immer perfekt, jeder macht mal Fehler, es kommt aber darauf an wie man mit Fehlern oder unerwarteten Ereignissen umgeht. Würde man die besten 50 Spieler der Welt auf die Probe stellen wollen, sollte man eher beobachten wie sie die schlechten Hände spielen und nicht die guten. Im Turnier ist sowas schwer zu erkennen, macht man mit schlechten Karten einen Fehler ist man draußen.

Stueys Spielart war für Turnier fast perfekt. Seine „Ganz oder Garnicht" Mentalität brachte ihn in vielen Turnier sehr weit. Stu Ungar war einer der besten Pokerspieler die jemals gelebt haben. Hätte er seine Drogenmißbrauch früher unter Kontrolle bekommen ware er heute noch am Leben und ich kann ihnen versichern, dass Stuey wegen seiner halsbrecherische Spielart viele Turniere gewonnen hätte.

KL: Und umgekehrt? Wie hätte Phil Ivey sich in Stu Ungars Ära getan?

Chip: Ich glaube Phil hätte das gut hinbekommen, er hätte in jeder Ära eine gute Figur abgeben können. Phil ist ein helles Köpfchen und dazu noch sehr Stur. Er will nur gewinnen und mag es nicht zu verlieren.

KL: Was halten sie von Stuey als Spieleversteher. Stuey schien Spiele schnell zu verstehen und gut zu werden.

Chip: Ich glaube Stuey war der talentierteste Spieleversteher unter uns. Er war ein manchmal ein Idiot, wie es viele Zocker sind. Er verstanden nicht sein Leben unter Kontrolle zu kriegen, schon garnicht seine Rechnungen zu zahlen etc. Dafür hatte er ein ausserordentliches Talent. Ich spiele auch sehr viel Gin Rummy, es gibt nicht viele Spieler in der Welt die mich schlagen können, aber Stuey war unantastbar für mich. Ebenso mit Backgammon. Ich war dabei asl Stuey Backgammon gelernt hat, er war nie ein weltklasse Spieler, aber er verstand das Spiel ausserordentlih schnell. Ich glaube es gibt nicht viele Menschen auf der Welt die Stueys Talent haben.

KL: Was glauben Sie war es, was Stuey zu Turnieren getrieben hat?

Chip: Ich glaube nicht das er dazu getrieben wurde. Manchmal erschien er garnicht erst. Ich errinere mich an die WSOP , wir waren beide am Final Table und er tauchte garnicht erst auf. Wir blieben im selben Hotel, das Golden Nugget, und rief in der Reception an um die Security in Stueys Zimmer zu schicken. Die fanden ihn auf dem Boden halb Bewußtlos von den Drogen die er nahm. Er war der Chipleader am Tisch und schaffte es noch auf den dritten Platz, obwohl er nie auftauchte. Er wurde nie zu etwas getrieben, er wollte nur seinen Spaß haben - und Aktion.

KL: Würden SIe behaupten die beide haben ein 6ten Sinn für Karten?

Chip: Bestimmt, man kann kein guter Pokerspieler warden ohne eine guten Sinn für Karten. Alle Professionelle Kartenspieler haben einen starken Sinn für Karten. Ich glaube Stuey hatte einen sehr ausgreprägten Sinn für Karten die ihn, hätte er nicht so viele andere Defizite gehabt, zum besten Spieler aller Zeiten gemacht hätten. Er hatte eine vorliebe für Zahlen und mathematische Spiele. Er verstand sie augenblicklich und wurde sehr schnell sehr gut. Alles andere im Leben hinkte hinterher - und das war sein Problem.

KL: Was ist mit Fokus und Enschlossenheit?

Chip: Phil hat eine Menge davon, keine Frage. Stuey nicht und deshalb wird Phil viel erfolgreicher werden als es Stuey jemals war. Stuey war „nur" ein reines Talent. Und Talent ist ein eigenartiges Wort - Stuey hatte Talent in den verrücktesten Situationen die verrücktesten Entscheidungen zu treffen.

KL: Was brauch man um als Legende weiterzuleben?

Chip: Ich glaube man muss lange in der Arena gekämpft haben. Sie wissen schon, die „Hall of Fame of Poker". Heutzutage hat sich die "Hall of Fame" verändert, aber damals musste man noch bestimmte Kriterien erfüllen um aufgenommen zu werden. Sie veränderte sich nicht jedes Jahr. Nur Spieler die sich behaupten konnten und es auch würdig waren, wurden aufgenommen. Einer der Kriterien war es, im höhstmöglichen Level gegen die direkte Konkurrenz über eine lange Zeit zu spielen und sich bewähren. Darum geht's im Glückspiel. Doyle Brunson hat es auf dem Punkt gebracht, als er im Interview gefragt wurde wer die besten jüngsten Spieler sind die er kennt. Wissen Sie was er gesagt hat? "Fragen Sie mich in 20 Jahren wer die besten Spieler sind." Man kann es auf kurze Sicht nicht sagen. Da ist so viel Glück und Publicity involviert heutzutage. Man hört so viel über die jenigen die ein- zweimal ein Turnier gewinnen, weil man Sie im Fernsehen sieht. Aber viele Weltklasse Spieler spielen häufig keine Turniere, sie ziehen nicht um die Welt um sich überall einmal sehen zu lassen. Im Poker kann man übernacht nicht herrausfinden wer der Beste ist, man muss sich über lange Zeit bewähren.

KL: Glauben Sie das Ivey der Stu Ungar des 21 Jahrhunderst ist? Offensichtlich nicht exact, aber in den Aspekten den wir besprochen haben?

Chip: Nun erstmal glaube ich das Ivey kein Turnierspieler ist wie Stuey. Er wird in Zukunft auch nicht an so vielen Turnieren teilnehmen. Er ist ein ausserordentlicher Cash Game Spieler. Er wird weiterhin an Turnieren teilnehmen wegen seiner verpflichtungen bei Full Tilt Poker. Aber andere Spieler weden mehr im Mittelpunkt stehen, weil es Ivey auch egal ist. Er weis wenn man früh im Turnier ausscheidet es nichts über die Speilkunst aussagt, vorallem in seinem Fall. Er ist ein sehr starker Spieler udn würde r in mehr Turnieren spielen wäre er einer der Besten.

KL: Wie ist es mit den beiden am Tisch?

Chip: Es war sehr viel nerviger gegen Stuey zu spielen als gegen Phil; Phil ist ein Gentleman. Mit Stuey hat es mehr Spaß gemacht, konnte manchmal aber auch sehr lästig werden. Es war eine Art von gegenseitige Hass-Liebe. Wir waren wirklich sehr eng und gut befreundet, aber manchmal sprachen wir Jahrelang nicht mit einander. Phil ist sehr viel professineller asl Stuey. Er lacht dich nicht aus wenn er gewinnt, er verarscht dich nicht wenn er verliert. Stuey macht beides, welches unter Umständen sehr viel Spaß machen kann. Phil ist auf jeden Fall ein Profi, er ist ruhig wenn er gewinnt oder verliert. Aber Stuey war einfacher ein lustiger Charakter. Klar, die Drogen haben ihn zerstört aber daran lit seine Spielkunst nicht. Ich weis noch als Stuey für ein Jahr verschwand und die Zeit nur mit Drogen verbrachte. Er tauchte mit Drogen vollgepumpt bei WSOP auf und gewann ein Turnier. Unglaublich dieser Kerl!


*So endet die Stimme von Chip Reese, einer der besten Pokerspieler die die Welt je gesehen hat. Und das hat viele Gründe... ein Grund wurde Ihnen soeben präsentiert. *



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